Präsidentschaft:Portugal: Seguro gewinnt gegen Rechtspopulisten
Der Sozialist António José Seguro hat die Präsidentschaftswahl in Portugal haushoch gewonnen. Immerhin ein Drittel der Wähler stimmte aber für einen Rechtspopulisten.
Portugal hat einen neuen Präsidenten: António José Seguro von der Sozialistischen Partei (PS) gewann in einer Stichwahl klar gegen den Rechtspopulisten André Ventura.
09.02.2026 | 0:21 minDer gemäßigte Sozialist António José Seguro hat die Stichwahl um das Präsidentenamt in Portugal vor dem Rechtspopulisten André Ventura deutlich gewonnen.
Der 63-jährige Politiker der sozialdemokratisch orientierten sozialistischen Partei (PS) kam auf 66,8 Prozent der Stimmen, wie der staatliche TV-Sender RTP nach Auszählung fast aller Stimmen berichtete. Für seinen Widersacher Ventura stimmten 33,2 Prozent.
Während Ventura seine Niederlage eingestand, versprach Seguro, er wolle den knapp 10,5 Millionen Einwohnern Portugals in seinem künftigen Amt dienen. Im Fernsehen sagte Seguro:
Das portugiesische Volk ist das beste Volk der Welt. Ausgezeichnet.
Wahlsieger António José Seguro
Er schwärmte von einem "enormen staatsbürgerlichen Verantwortungsbewusstsein" und einer Verbundenheit mit den Werten der Demokratie Portugal.
Bei der Stichwahl der Präsidentschaftswahl in Portugal trifft der Rechtspopulist André Ventura auf den Sozialisten António José Seguro. Unwetter im Land hatten den Wahlkampf dominiert.
08.02.2026 | 0:23 minMontenegro, Macron und Von der Leyen gratulieren zum Sieg
Der konservative Regierungschef Luís Montenegro gratulierte Seguro zum Wahlsieg und zeigte sich zuversichtlich, dass er mit dem nächsten Präsidenten gut zusammenarbeiten werde.
Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beglückwünschten den Wahlsieger.
Seguro wird die Nachfolge des konservativen Amtsinhabers Marcelo Rebelo de Sousa antreten, der das EU-Land im Südwesten Europas seit 2016 führte. Nach zwei je fünfjährigen Amtszeiten durfte der 77-Jährige nicht erneut antreten. Die Amtsübergabe ist für den 9. März vorgesehen.
Ventura räumt Niederlage ein
Ventura zeigte sich als fairer Verlierer und gratulierte Seguro öffentlich:
Er hat gewonnen. Ich wünsche ihm eine hervorragende Amtszeit.
Rechtspopulist André Ventura
Der 43-Jährige werde mit seiner Partei Chega (Es reicht) nun weiter für eine grundlegende Veränderung in Portugal arbeiten. "Wir werden dieses Land bald regieren", gab er sich zuversichtlich.
André Ventura von der Chega-Partei schaffte es als erster Rechtspopulist in eine Stichwahl. Am Sonntag tritt er gegen den Sozialisten António José Seguro an. Portugal vor einer Richtungswahl.
06.02.2026 | 2:13 minSeguro gewann auch schon die erste Wahlrunde
Seguro hatte auch schon die erste Wahlrunde am 18. Januar mit 31,1 Prozent gewonnen. Von 2011 bis 2014 war er Generalsekretär der PS. Ventura, der die rechtsaußen stehende Chega-Partei gegründet hat und leitet, erreichte in der ersten Runde 23,5 Prozent.
Im vergangenen Jahr wurde Chega zur zweitstärksten Kraft im Parlament, überholte die Sozialisten und landete hinter der Mitte-Rechts-Regierungsallianz, die 31,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte.
Wahlsieger wird als ruhig und seriös wahrgenommen
Seguro tritt im Gegensatz zu Ventura nüchtern, dialogorientiert und klar proeuropäisch auf. Sein Stil wird als ruhig und seriös wahrgenommen, schrieb die Zeitung "Público". Als Präsident wolle er ein Moderator und Garant der Verfassung sein, fern von Polarisierung, betonte er im Wahlkampf.
Damit dürfte er mit Regierungschef Montenegro ähnlich gut zusammenarbeiten, wie Rebelo de Sousa seinerzeit mit dem damaligen sozialistischen Regierungschef António Costa (2015-2024).
Dauerregen und drei Stürme in zehn Tagen sorgen für Überschwemmungen in Portugal. Während bereits fast alle Flüsse Hochwasser führen, zieht die nächste Regenfront vom Atlantik heran.
03.02.2026 | 1:30 minVenturas Ergebnis zeigt wachsenden Einfluss der Rechten in Portugal
Trotz seiner Niederlage am Sonntag kann Ventura, ein ehemaliger TV-Sportkommentator, nun eine gestiegene Unterstützung vorweisen, was den wachsenden Einfluss der extremen Rechten in Portugal und weiten Teilen Europas widerspiegelt.
Seit 1986 war in Portugal keine Stichwahl zur Wahl des Staatsoberhauptes mehr nötig gewesen. Das Amt des Präsidenten ist in Portugal weitgehend zeremoniell, verfügt jedoch über einige wichtige Befugnisse, darunter unter bestimmten Umständen die Auflösung des Parlaments, die Einberufung von vorgezogenen Parlamentswahlen und das Veto gegen Gesetze.
Nach mehreren Winterstürmen stehen in Portugal und Südspanien ganze Landstriche unter Wasser. Es drohen Erdrutsche, Tausende wurden aus den betroffenen Gebieten evakuiert.
08.02.2026 | 0:38 minDie Wahl verlief trotz der Probleme durch die heftigen Winterstürme weitgehend störungsfrei. Nur in drei Gemeinden mit insgesamt 37.000 Wahlberechtigten wurde die Wahl wegen der Sturmfolgen um eine Woche auf den 15. Februar verschoben.
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