Weitere Leichen entdeckt:Tote und Verletzte nach Schüssen in Krakau
In Krakau sind sechs Menschen getötet und 16 weitere verletzt worden. Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen. Drei weitere Leichen wurden nun bei ihm zu Hause gefunden.
In der polnischen Stadt Krakau wurden bei Schüssen aus einem Auto heraus mindestens sechs Menschen getötet und 15 Personen verletzt. Der mutmaßliche Täter konnte gefasst werden.
07.11.2026 | 0:56 minBei dem mutmaßlichen Schützen von Krakau sind nach Angaben des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk zu Hause drei weitere Leichen gefunden worden. Bei den zwei Frauen und dem Mann handle es sich höchstwahrscheinlich um Angehörige des mutmaßlichen Täters, teilte Tusk am Abend in der zweitgrößten Stadt des Landes im Süden Polens mit, auf dessen historischem Marktplatz der Mann am Nachmittag bei einem Schusswaffenangriff vier Frauen sowie zwei Männer getötet und 16 weitere Menschen verletzt hatte.
Tusk kündigte zudem für Sonntag und Montag zwei landesweite Trauertage an. Zu den Hintergründen der Tat machte er keine näheren Angaben. Der Regierungschef betonte, dass Polizei, Sicherheitsbehörden und Staatsanwaltschaft alles unternehmen würden, um so schnell wie möglich Informationen zu den Motiven des Schützen bekanntzugeben.
Auch Ausländer unter den Opfern
Unter den Toten sei ein Mensch mit ausländischer Staatsangehörigkeit, sagte der polnische Innenministers Marcin Kierwinski bei einem Besuch am Tatort. Auch unter den 16 ins Krankenhaus Eingelieferten seien fünf Nicht-Polen, sagte er weiter. Angaben zu den Nationalitäten machte er keine. Auch zwei Polizisten wurden verletzt, sagte ein Feuerwehrsprecher der Nachrichtenagentur PAP.
Krakau ist die zweitgrößte Stadt Polens.
Quelle: ZDFDer mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Er soll nach ersten Erkenntnissen "sehr radikale Ansichten" vertreten haben. Das sagte Innenminister Kierwinski auf einer Pressekonferenz. Die Durchsuchung seines Wohnhauses dauere an. Es gebe Anzeichen dafür, dass der 25-Jährige von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen sei, auch wenn dies noch näher überprüft werden müsse.
Mutmaßlicher Täter ein Pole
Nach früheren Angaben handelt es sich um einen polnischen Staatsbürger, der aus der Woiwodschaft Heiligkreuz im Südosten des Landes stammt.
Bei dem Täter der heutigen Schießerei in Krakau handelt es sich um einen 25-jährigen Polen mit einem mutmaßlich rechtsextremen Motiv, so ZDF-Korrespondentin Steger.
07.11.2026 | 1:45 minAuf Videos in den sozialen Medien war zu sehen, dass ein Rettungshubschrauber auf dem Platz landete. "Gegen 15 Uhr begann ein Mann, der mit einem Auto auf den Marktplatz gefahren war, aus dem Fahrzeug heraus auf zufällige Personen zu schießen", teilte die Polizei auf der Plattform X mit.
Innenminister dankt Polizei - größeres Massaker verhindert
Die "blitzschnelle Reaktion" der Polizei habe ein noch größeres Massaker verhindert, betonte der Innenminister. Die Beamten hätten innerhalb von drei Minuten nach der ersten Meldung die ersten Schüsse auf den Angreifer abgegeben. Der polnische Verteidigungsminister dementierte Spekulationen, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen Soldaten oder Ex-Soldaten handele.
Der mutmaßliche Täter sei von Polizisten angeschossen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus und dementiere Berichte über eine Fahndung nach einem möglichen zweiten Täter. Der einzige bekannte Täter sei festgenommen und in den Händen der Polizei.
Polens Premier Tusk spricht von Akt des "Terrorismus"
Bei dem Schusswaffenangriff handelt es sich nach Angaben von Ministerpräsident Tusk um einen Akt des "Terrorismus". Es sei ein "grauenvolles Attentat auf das Leben der Menschen hier in Krakau", sagte er am Samstagabend. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Tat dankte Tusk "den heldenhaften Polizisten, die unter Einsatz ihres Lebens gehandelt haben".
Unser tiefstes Mitgefühl gilt den Familien und Angehörigen der Opfer des tragischen Anschlags in Krakau.
Donald Tusk, Ministerpräsident von Polen
Präsident Karol Nawrocki erklärte, seine Gedanken seien bei den Opfern, den Verletzten und deren Familien. US-Botschafter Tom Rose sprach von einem brutalen Angriff. "Amerika steht in dieser dunklen Stunde an der Seite Polens, so wie Polen an der Seite seiner geliebten Bürger von Krakau steht."
Staatschefs kondolieren
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der französische Präsident Emmanuel Macron und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni gehörten zu den Staats- und Regierungschefs, die kondolierten. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich bei X "tief betroffen". Er fügte hinzu: "Deutschland steht als Freund und Partner in diesen schweren Zeiten an der Seite Polens." Auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) schrieb dort, Deutschland stehe "in Solidarität mit Polen".
Schusswaffenangriffe sind in Polen selten. Das Land war in erhöhter Alarmbereitschaft, nachdem es im Oktober eine Serie von Messerangriffen gegeben hatte, die Tusk damals als Teil eines "Kults der Gewalt" verurteilt hatte, der sich in Onlinenetzwerken verbreitet hatte.
Krakau ist mit mehr als 800.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Polens. Sie gilt als beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt. Wichtige Sehenswürdigkeiten sind neben dem Großen Ring das Schloss auf dem Wawelhügel und die Kathedrale. Die Universitätsstadt zählt zum Unesco-Welterbe.
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