Ungarn: Viktor Orban verzichtet auf sein Mandat im Parlament

Nach Wahlniederlage in Ungarn:Viktor Orban verzichtet auf sein Mandat im Parlament

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Nach seiner Wahlniederlage will Ungarns bisheriger Ministerpräsident Viktor Orban seinen Sitz im Parlament abgeben - Chef seiner Fidesz-Partei will er allerdings bleiben.

Der gewählte Ministerpräsident Peter Magyar, Vorsitzender der Tisza-Partei

Nach der Parlamentswahl steht Ungarn vor einem Wechsel. Der Wahlsieger Peter Magyar verspricht, den Rechtsstaat wiederherzustellen.

19.04.2026 | 2:56 min

Ungarns scheidender Ministerpräsident Viktor Orban will sein Mandat im Parlament nicht annehmen. Das kündigte er in einem Video auf seiner Facebook-Seite an.

"Ich werde jetzt nicht im Parlament gebraucht, sondern bei der Neuaufstellung des nationalen Lagers", sagte er.

Die Flaggen von Ungarn und der Europäischen Union flattern an einem klaren Tag zusammen

Nach dem Wahldebakel für Viktor Orbán verspricht die neue Regierung in Ungarn einen Systemwechsel – wieder zurück zur Rechtsstaatlichkeit und zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der EU.

14.04.2026 | 8:23 min

Orban-Partei Fidesz hat Wahl deutlich verloren

Laut Beobachtern wolle sich Orban nach der Wahlniederlage auf die Macht als Vorsitzender seiner Partei konzentrieren. Im Video betonte Orban, er stehe weiter als Chef seiner rechtsnationalistischen Fidesz-Partei bereit, wenn die Delegierten eines Parteitags im Juni sich dafür aussprächen.

Viktor Orban und Fidesz haben bei der Parlamentswahl in Ungarn vor zwei Wochen klar gegen die Tisza-Partei von Peter Magyar verloren. Mit nur 52 von 199 Mandaten muss Fidesz in die Opposition.

Hungary Politics

Der ungarische Wahlsieger Peter Magyar hat angekündigt, Nachrichtensendungen der staatlichen Medien vorerst auszusetzen und neu auszurichten. Zudem forderte er Präsident Sulyok zum Rücktritt auf.

15.04.2026 | 1:06 min

Orban regierte Ungarn autoritär

Der 62-Jährige Orban sitzt seit 1990 im Parlament von Ungarn. Orban regierte 16 Jahre lang zunehmend autoritär über das EU-Land.

Magyar kommt aus dem Fidesz, brach aber vor zwei Jahren demonstrativ mit Orban und seiner Partei. Der Wahlsieger kündigte zuletzt einen "vollständigen Regimewechsel" an. Im Wahlkampf punktete Magyar damit, dass er den wirtschaftlichen Stillstand des Landes in den letzten Jahren und die um Orban herum grassierende Korruption anprangerte.

Quelle: AFP, dpa
Über die Wahl in Ungarn und deren Folgen berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, zuletzt im heute journal am 19.04.2026 ab 21:45 Uhr und frontal am 14.04.2026 ab 21:00 Uhr.

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