Nach tödlichen Schüssen:Kanadische Regierung bestellt OpenAI-Vertreter ein
Nach den tödlichen Schüssen an einer Schule in Kanada werfen die Chatbot-Unterhaltungen der mutmaßlichen Täterin Fragen auf. Die Regierung lädt Vertreter von OpenAI vor.
Die kanadische Regierung hat nach einem Amoklauf Vertreter des ChatGPT-Entwicklers OpenAI einbestellt. Das Unternehmen hatte verdächtige Online-Aktivitäten der späteren Täterin nicht gemeldet.
24.02.2026 | 0:32 minDie Regierung in Kanada hat hochrangige Vertreter des ChatGPT-Entwicklers OpenAI nach Ottawa einbestellt. Zur Begründung sagte am Montag (Ortszeit) der Minister für Künstliche Intelligenz, Evan Solomon, das Unternehmen habe interne Bedenken hinsichtlich der späteren mutmaßlichen Täterin des Schusswaffenangriffs in Tumbler Ridge mit acht Toten nicht weitergegeben.
Kanadische Regierung will Erklärung zu Sicherheitsprotokollen von OpenAI
Diese Entscheidung von OpenAI sei "sehr beunruhigend" gewesen, sagte Solomon. Er habe das leitende Sicherheitsteam von OpenAI aus den USA nach Ottawa einbestellt. Am Dienstag werde er mit ihnen "ein persönliches Gespräch führen, um eine Erklärung zu ihren Sicherheitsprotokollen zu erhalten", sagte der Minister.
Vor zwei Wochen hatte eine 18-Jährige in Tumbler Ridge im Westen Kanadas acht Menschen erschossen und sich anschließend das Leben genommen.
11.02.2026 | 1:13 minOpenAI informierte nach Kontosperrung nicht die Polizei
Zuvor war bekanntgeworden, dass OpenAI das Konto der mittlerweile toten Tatverdächtigen im Juni gesperrt hatte, weil diese den KI-Chatbot zur "Förderung gewalttätiger Aktivitäten" missbraucht habe, berichtete der Sender CBC. Das Unternehmen informierte jedoch nicht die kanadische Polizei.
OpenAI erklärte in einer Stellungnahme, die Messlatte für das Einschalten von Strafverfolgungsbehörden nach der Identifizierung eines verdächtigen Kontos liege sehr hoch. Das Nutzerverhalten der 18-Jährigen habe nicht auf eine glaubhafte oder unmittelbar bevorstehende Planung eines Angriffs hingedeutet.
Beim "Safer Internet Day" steht in diesem Jahr KI im Fokus. Viele Schüler nutzen ChatGPT und Co. bereits im schulischen Alltag. Welche Chancen und Risiken bringt dies mit sich?
09.02.2026 | 3:14 minRegierung prüft Optionen für KI-Regulierung
In einer Erklärung hatte das Unternehmen vergangene Woche den Betroffenen des Schusswaffenangriffs sein Mitgefühl ausgesprochen. Informationen über die Schützin und ihre Nutzung von ChatGPT habe das Unternehmen proaktiv mit der kanadischen Polizei geteilt. Kanadas Minister für Künstliche Intelligenz betonte:
Wir wollen ein besseres Verständnis dafür bekommen, was geschieht und wie OpenAI vorgeht.
Evan Solomon, Kanadas KI-Minister
Solomon präzisierte nicht, welche Maßnahmen die kanadische Regierung in Betracht ziehe, um die Nutzung von KI womöglich zu regulieren. "Alle Optionen liegen auf dem Tisch", sagte er.
OpenAI hat begonnen, testweise Werbung in ChatGPT einzublenden – zunächst nur in den USA. Hintergrund sind stark gestiegene Kosten des KI-Unternehmens.
12.02.2026 | 0:17 minMotiv für tödliche Schüsse noch unklar
Eine 18-Jährige hatte vor zwei Wochen in einer Schule im 2.400-Einwohner-Ort Tumbler Ridge am Rand der kanadischen Rocky Mountains sechs Menschen getötet. Bei den Opfern handelte es sich um eine Lehrerin und fünf Schulkinder. Zuvor hatte die Schützin ihre Mutter und ihren elfjährigen Stiefbruder getötet. Sie nahm sich schließlich selbst das Leben.
Bei der Suche nach einem Motiv untersucht die Polizei mögliche psychische Probleme der Schützin. Die Polizei war im Zusammenhang mit psychischen Problemen der Trans-Jugendlichen mehrfach zum Haus der Familie gerufen worden.
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