Olympia 2026: Krawalle in Mailand bei Demo gegen Winterspiele

Polizei setzt Wasserwerfer ein:Mailand: Krawalle bei Demo von Olympia-Gegnern

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Umweltbelastung, Wohnungsnot, Kostenexplosion - Gegner der Winterspiele sind in Mailand auf die Straße gegangen. Einige gerieten heftig mit der Polizei aneinander.

Demonstranten und Polizisten geraten aneinander.

Tausende haben in Mailand gegen die Olympischen Winterspiele demonstriert und die Umweltbelastung kritisiert.

07.02.2026 | 0:58 min

Tausende Menschen haben am Tag nach der Eröffnungsfeier in Mailand gegen die in Norditalien stattfindenden Olympischen Winterspiele protestiert. Dabei kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und der Polizei.

Nach einem Protestmarsch von mehr als 3.000 Menschen in Richtung des Olympischen Dorfes warfen einige Teilnehmer Rauchbomben und Molotow-Cocktails in Richtung der Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte Schlagstöcke, Wasserwerfer und Tränengas ein. Es gab sechs Festnahmen.

Polizisten gehen mit Schlagstöcken gegen Demonstranten vor.

Am Abend gerieten Polizisten und Protest-Teilnehmer aneinander.

Quelle: Piero Cruciatti/AFP

Die Einsatzkräfte waren in Alarmbereitschaft, nachdem bei gewalttätigen Protesten gegen die Schließung eines Kulturzentrums in Turin am vergangenen Wochenende mehr als hundert Beamte verletzt worden waren.

Olympia-Kritiker machen Umwelt und Wohnungsnot zum Thema

Gegner der Olympischen Winterspiele bemängeln vor allem deren Auswirkungen auf das fragile Ökosystem der Bergwelt sowie den wasser- und energieintensiven Einsatz von Kunstschnee. Demonstrierende hielten Transparente hoch, auf denen sie die Verwendung von Kunstschnee kritisierten oder das Fällen von Bäumen anprangerten. Auch die Wohnungsnot in der Finanz- und Modemetropole Mailand thematisierten die Teilnehmer der Kundgebung.

In Italien werden heute die Olympischen Winterspiele mit einer großen Feier eröffnet – zum ersten Mal an gleich vier Orten. Antje Pieper ist in Mailand vor Ort.

In Italien wurden am Freitagabend die Olympischen Winterspiele mit großen Feiern eröffnet - zum ersten Mal an gleich vier Orten.

06.02.2026 | 1:15 min

Die 29-jährige Demonstrantin Francesca Missana sagte der Nachrichtenagentur AFP:

Die Spiele sind aus ökologischer und sozialer Sicht nicht mehr tragbar, ihre Zeit ist abgelaufen.

Francesca Missana, Demonstrantin

"Diese Spiele wurden als nachhaltig und kostenneutral beworben", kritisierte auch Alberto di Monte, einer der Organisatoren des Protestmarsches, zu dem Gewerkschaften und Aktivisten aufgerufen hatten. Da es sich jedoch um eine geografisch besonders weit verstreute Veranstaltung handelt, seien Milliardenbeträge für den Bau von Straßen ausgegeben worden anstatt für den Schutz der Berge, sagte di Monte.

Ein Protestschild trägt die Aufschrift: "Free mountain, less ICE, more glacier - love, democracy, solidarity"

Am Nachmittag blieben die Proteste noch friedlich.

Quelle: Piero Cruciatti/AFP

Die Winterspiele Mailand-Cortina verteilen sich auf mehrere Austragungsorte in den italienischen Alpen. Die Eröffnungsfeier fand an vier Standorten statt - in Mailand, Cortina d'Ampezzo, Predazzo und Livigno. Insgesamt sind 2.900 Athleten angereist.

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry und James Quincey, CEO von Coca-Cola, umarmen sich bei der Übergabe der olympischen Fackel bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand.

In Italien wurden mit einer großen Zeremonie die Olympischen Winterspiele eröffnet. Bis zum 22. Februar treten rund 2.900 Sportler in fast 120 Disziplinen an.

06.02.2026 | 1:59 min

Hunderte Bäume für Olympia-Bobbahn gefällt

Der 69-jährige Demonstrant Giovanni Gaiani kritisierte die Entscheidung, hunderte Bäume zu fällen, um die umstrittene Bobbahn Mailand-Cortina zu bauen. Andere Demonstranten hielten dutzende Pappbäume hoch, bevor sie diese auf dem Boden legten - so als seien sie gefällt worden.

"Freie Berge, weniger Eis, mehr Gletscher", stand auf einem anderen Banner - eine Anspielung auf den umstrittenen Einsatz von Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE, welche die US-Delegation nach Italien begleiten und sich um den Schutz von Offiziellen wie US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio kümmern sollen. ICE geht derzeit in den USA mit Abschiebe-Razzien massiv gegen Migranten ohne gültigen Aufenthaltstitel vor.

Italiens rechte Regierung betonte mehrfach, dass die ICE-Angehörigen auf den Straßen nicht zum Einsatz kämen. Insgesamt werden rund um die Spiele mehr als 6.000 italienische Sicherheitskräfte eingesetzt.

Quelle: AFP, dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute am 07.02.2026 um 21:42 Uhr in dem Beitrag "Ausschreitungen bei Protesten gegen Olympische Winterspiele".

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