Israelischer Luftangriff:Trotz Waffenruhe: Libanon meldet getötete Journalistin
Bei einem Luftangriff Israels auf den Ort al-Tiri im südlichen Libanon sollen drei Menschen getötet worden sein - darunter offenbar auch eine libanesische Journalistin.
Das vom libanesischen Zivilschutz veröffentlichte Foto soll libanesische Mitarbeitende des Roten Kreuzes und des Zivilschutzes zeigen, die den Leichnam einer bei einem israelischen Luftangriff getöteten libanesischen Journalistin tragen.
Quelle: AP / dpaBei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon sind nach libanesischen Angaben drei Menschen getötet worden, darunter eine Journalistin. Das teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Der Vorfall habe sich in dem Ort al-Tiri ereignet.
Israelische Armee spricht zunächst von Terroristen
Die Journalistin arbeitete demnach für die Zeitung "Al Achbar", die der proiranischen Hisbollah-Miliz nahesteht. Auch die Zeitung bestätigte den Tod ihrer Mitarbeiterin. Sie sei unter Trümmern eingeschlossen gewesen und tot aufgefunden worden. Eine weitere Journalistin wurde demnach verletzt.
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam kritisierte Israel. Die "gezielten Angriffe" auf Journalisten sowie die Attacken auf Rettungsteams stellten Kriegsverbrechen dar, schrieb er auf der Plattform X. Israels Angriffe auf Medienschaffende seien keine Einzelfälle.
Mehr als eine Million Vertriebene – einige kehren in den Südlibanon zurück. Doch die Waffenruhe ist brüchig. Die israelische Armee setzt ihre Angriffe an mehreren Orten fort.
18.04.2026 | 1:55 minNach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurden zunächst zwei Menschen bei einem israelischen Luftangriff in al-Tiri getötet. Die israelische Armee teilte dazu mit, es seien zwei Fahrzeuge identifiziert worden, die aus einem von der proiranischen Hisbollah-Miliz genutzten Gebäude gekommen seien.
In der Mitteilung war die Rede von "Terroristen", die sich auf bedrohliche Weise israelischen Bodentruppen genähert hätten, die den südlichen Teil des Libanons kontrollieren. Die Luftwaffe habe daraufhin eines der Fahrzeuge angegriffen. Anschließend sei auch das Gebäude beschossen worden.
Israel prüft Vorfall
Die Armee sei sich Berichten bewusst, denen zufolge zwei Journalistinnen verletzt worden seien, hieß es weiter. Sie dementierte Angaben, laut denen Rettungsteams daran gehindert worden seien, das Gebiet zu erreichen. Man prüfe den Vorfall.
Das Gebiet der israelischen "Sicherheitszone" sei allgemein bekannt. Die israelische Armee ziele nicht auf Journalisten ab, achte aber auch auf die Sicherheit der eigenen Truppen.
Zwischen Israel und der mit Iran verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon galt seit Freitagnacht eine Waffenruhe. Doch mittlerweile gibt es wieder Angriffe zwischen beiden Seiten.
18.04.2026 | 1:40 minAngriffe trotz vereinbarter Waffenruhe
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hatte Israel zuvor auf X vorgeworfen, anhaltende Luftangriffe verhinderten, dass Rettungskräfte die Journalistin, die sich unter Trümmern befinde, erreichen könnten. Über die zweite Journalistin gab es zunächst keine weiteren Angaben.
Israelische Soldaten sind trotz Vereinbarung einer Waffenruhe weiterhin im Südlibanon stationiert. Israel hat dort nach eigenen Angaben eine sogenannte "Sicherheitszone" eingerichtet, die zum Schutz der nordisraelischen Ortschaften vor Hisbollah-Angriffen dienen solle. Die libanesische Führung spricht dagegen von einer Besatzung ihres Staatsgebiets.
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