USA untersuchen Vorfall:Kuba meldet Tote nach Schusswechsel mit Boot aus USA
Grenzschützer haben laut Kubas Regierung vier Insassen eines Schnellboots aus den USA getötet. Die Regierung spricht von einem "bewaffneten Angriff", die USA fordern Aufklärung.
Boote der kubanischen Küstenwache im Hafen von Havanna: Bei einem Schusswechsel mit einem in den USA registrierten Schnellboots gab es Tote und Verletzte.
Quelle: AFPIn kubanischen Gewässern sind nach Angaben der Regierung in Havanna bei einem Schusswechsel zwischen der kubanischen Küstenwache und einem Schnellboot aus den USA vier Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden. Unter den Verletzten sei auch ein kubanischer Soldat.
Kubas Regierung erklärte am MIttwochabend (Ortszeit), die zehn Passagiere, die das Feuer auf ihre Soldaten eröffnet hätten, seien bewaffnete, in den USA lebende Kubaner gewesen. Diese hätten versucht, die Insel zu infiltrieren und Terror zu verbreiten, hieß es in der Mitteilung.
An Bord des in dem US-Bundesstaat Florida registrierten Bootes seien "Sturmgewehre, Handfeuerwaffen, selbstgebaute Sprengkörper (Molotow-Cocktails), kugelsichere Westen, Zielfernrohre und Tarnuniformen" entdeckt und beschlagnahmt worden, erklärte das kubanische Innenministerium. Die meisten der zehn Menschen an Bord des Schnellbootes seien in Kuba wegen "krimineller und gewalttätiger Aktivitäten" aktenkundig.
Der Zwischenfall ereignete sich laut dem Innenministerium gut 1,6 Kilometer nordöstlich von Cayo Falcones vor der Nordküste Kubas.
Kuba kämpft mit einer massiven Treibstoffkrise. US-Präsident Trump hat die für den Karibikstaat lebenswichtigen Öl-Lieferungen aus Venezuela gestoppt.
14.02.2026 | 1:33 minUS-Außenminister: Keine US-Operation
US-Außenminister Marco Rubio erklärte, es habe sich nicht um eine US-Operation gehandelt und kein Regierungspersonal sei beteiligt gewesen.
Die USA würden sich nicht nur auf die bislang gelieferten Informationen der kubanischen Behörden stützen. Schusswechsel auf offener See seien "äußerst ungewöhnlich". "Das passiert nicht jeden Tag", sagte er. Die US-Botschaft in Havanna werde versuchen, den Vorfall unabhängig zu verifizieren.
Um in der Energiekrise Brennstoffe zu sparen, hat Kubas Regierung in allen staatlichen Betrieben eine Vier-Tage-Woche angeordnet. Außerdem wird etwa Benzin für Busse und Züge eingeschränkt.
09.02.2026 | 0:31 minUS-Vizepräsident JD Vance sagte, dass er von Rubio über den Vorfall informiert worden sei. Er fügte hinzu, dass das Weiße Haus die Situation überwache, aber keine weiteren Details bekannt geben wolle.
Der Justizminister von Florida, James Uthmeier, kündigte eine Untersuchung des Zwischenfalls an. "Der kubanischen Regierung kann man nicht trauen, und wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um diese Kommunisten zur Rechenschaft zu ziehen", schrieb er auf der Plattform X.
Spanien will die Insel Kuba mit humanitärer Hilfe unterstützen. Grund dafür ist die wirtschaftliche Lage des Staats, die sich wegen der Öl-Blockade durch die USA weiter verschärft.
17.02.2026 | 0:25 minSpannungen zwischen USA und Kuba
Der Vorfall ereignete sich inmitten verschärfter Spannungen zwischen den USA und Kuba. US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar bei einem US-Militäreinsatz die Öllieferungen Venezuelas an Kuba unterbinden lassen. Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen.
Die Ölblockade hat die Wirtschaftskrise in dem kommunistisch regierten Karibikstaat verschärft. Die kubanische Regierung ordnete drastische Energiesparmaßnahmen an, unter anderem wurden der Schulunterricht sowie der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt und Arbeitszeiten reduziert.
Am Mittwoch teile das US-Finanzministerium dann jedoch mit, dass die Beschränkungen für venezolanische Ölexporte nach Kuba aus humanitären Gründen gelockert würden.
Mehr zu Kuba
- Interview
Experte zu Trumps Ölblockade:Krise in Kuba: "Wenn es so weitergeht, werden Leute sterben"
mit Video17:02 US-Embargo verschärft Wirtschaftskrise:Auch Spanien plant Hilfe für Kuba
mit Video0:25Ölkrise nach US-Zolldrohung:Mexiko sendet mehr als 800 Tonnen Hilfsgüter nach Kuba
mit Video1:33Energiekrise im Karibikstaat:Kuba setzt Betankung von Flugzeugen für einen Monat aus
mit Video0:31