Kuba meldet Tote nach Schusswechsel mit US-Boot

USA untersuchen Vorfall:Kuba meldet Tote nach Schusswechsel mit US-Boot

|

Vor der kubanischen Küste sollen vier Insassen eines US-Schnellbootes getötet worden sein. Kuba spricht von einem bewaffneten Angriff. Die US-Regierung untersucht den Vorfall.

Ein Bicitaxi in einer Straße von Havanna.

Kuba kämpft mit einer massiven Treibstoffkrise. US-Präsident Trump hat die für den Karibikstaat lebenswichtigen Öl-Lieferungen aus Venezuela gestoppt.

14.02.2026 | 1:33 min

Die kubanische Regierung hat eine versuchte "Infiltration" einer bewaffneten Gruppe in einem in den USA registrierten Schnellboot verurteilt. Die zehn Insassen des Bootes hätten die Absicht gehabt, "zu terroristischen Zwecken" in Kuba einzudringen, erklärte das Innenministerium in Havanna am Mittwoch (Ortszeit).

Bei einem Schusswechsel zwischen der kubanischen Küstenwache und dem Boot waren vier der Insassen getötet und sechs weitere verletzt worden. Ein kubanischer Soldat wurde ebenfalls verletzt.

An Bord des in dem US-Bundesstaat Florida registrierten Bootes seien "Sturmgewehre, Handfeuerwaffen, selbstgebaute Sprengkörper (Molotow-Cocktails), kugelsichere Westen, Zielfernrohre und Tarnuniformen" entdeckt und beschlagnahmt worden, erklärte das kubanische Innenministerium. Die Insassen des Bootes seien allesamt Kubaner mit Wohnsitz in den USA. Die meisten der zehn Menschen seien in Kuba wegen "krimineller und gewalttätiger Aktivitäten" aktenkundig.

Der Zwischenfall ereignete sich laut dem Innenministerium gut 1,6 Kilometer nordöstlich von Cayo Falcones vor der Nordküste Kubas.

Menschen gehen am 8. Februar 2026 eine ruhige Straße in Havanna entlang.

Um in der Energiekrise Brennstoffe zu sparen, hat Kubas Regierung in allen staatlichen Betrieben eine Vier-Tage-Woche angeordnet. Außerdem wird etwa Benzin für Busse und Züge eingeschränkt.

09.02.2026 | 0:31 min

US-Außenminister: Keine US-Operation

US-Außenminister Marco Rubio erklärte, es habe sich nicht um eine US-Operation gehandelt und kein US-Regierungspersonal sei beteiligt gewesen.

Die USA würden sich nicht nur auf die bislang gelieferten Informationen der kubanischen Behörden stützen. Schusswechsel auf offener See seien "äußerst ungewöhnlich". "Das passiert nicht jeden Tag", sagte er. Die US-Botschaft in Havanna werde versuchen, den Vorfall unabhängig zu verifizieren.

US-Vizepräsident JD Vance sagte, dass er von Rubio über den Vorfall informiert worden sei. Er fügte hinzu, dass das Weiße Haus die Situation überwache, aber keine weiteren Details bekannt geben wolle. "Hoffentlich ist es nicht so schlimm, wie wir es befürchten", sagte Vance.

Der Justizminister von Florida, James Uthmeier, kündigte eine Untersuchung des Zwischenfalls an. "Der kubanischen Regierung kann man nicht trauen, und wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um diese Kommunisten zur Rechenschaft zu ziehen", schrieb er auf der Plattform X.

Menschen fahren in einem elektrischen Dreirad durch die Straßen von Havanna, Kuba.

Spanien will die Insel Kuba mit humanitärer Hilfe unterstützen. Grund dafür ist die wirtschaftliche Lage des Staats, die sich wegen der Öl-Blockade durch die USA weiter verschärft.

17.02.2026 | 0:25 min

Spannungen zwischen USA und Kuba

Der Vorfall ereignete sich inmitten verschärfter Spannungen zwischen den USA und Kuba. US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar bei einem US-Militäreinsatz die Öllieferungen Venezuelas an Kuba unterbinden lassen. Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen.

Die Ölblockade hat die Wirtschaftskrise in dem kommunistisch regierten Karibikstaat verschärft. Die kubanische Regierung ordnete drastische Energiesparmaßnahmen an, unter anderem wurden der Schulunterricht sowie der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt und Arbeitszeiten reduziert.

Am Mittwoch teile das US-Finanzministerium dann jedoch mit, dass die Beschränkungen für venezolanische Ölexporte nach Kuba aus humanitären Gründen gelockert würden.

Quelle: AP, AFP, Reuters
Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 26.02.2026 ab 05:30 Uhr.
Thema

Mehr zu Kuba

  1. Kuba, Havana: Kubaner warten auf einen Bus
    Interview

    Experte zu Trumps Ölblockade:Krise in Kuba: "Wenn es so weitergeht, werden Leute sterben"

    mit Video17:02

  2. Menschen fahren in einem elektrischen Dreirad durch die Straßen von Havanna, Kuba.

    US-Embargo verschärft Wirtschaftskrise:Auch Spanien plant Hilfe für Kuba

    mit Video0:25

  3. Kuba: Das mexikanische Marineschiff Isla Holbox (Bal-02) trifft mit humanitärer Hilfe in der Bucht von Havanna ein.

    Ölkrise nach US-Zolldrohung:Mexiko sendet mehr als 800 Tonnen Hilfsgüter nach Kuba

    mit Video1:33

  4. Luftaufnahme des Flughafens "Aeropuerto Internacional José Martí" in Havanna, Kuba, am 03.04.2025.

    Energiekrise im Karibikstaat:Kuba setzt Betankung von Flugzeugen für einen Monat aus

    mit Video0:31