Ölkrise nach US-Zolldrohung:Mexiko sendet mehr als 800 Tonnen Hilfsgüter nach Kuba
Die Energiekrise in Kuba hat sich wegen der Zolldrohungen von US-Präsident Trump verschärft. Mexiko schickt mehr als 800 Tonnen Hilfsgüter und kündigt weitere Lieferungen an.
Die wirtschaftliche Krise in Kuba hat sich durch den Stopp von Öllieferungen verschärft. Nun sind zwei mexikanische Schiffe mit Hilfslieferungen in Kuba eingetroffen.
13.02.2026 | 0:36 minIn der kubanischen Hauptstadt Havanna sind offiziellen Angaben zufolge zwei mexikanische Marineschiffe mit mehr als 800 Tonnen Hilfsgütern eingetroffen. Nach den Zolldrohungen der USA gegen Kubas Öllieferanten hat sich die schwere Wirtschaftskrise in dem sozialistischen Karibikstaat verschärft.
Der kubanische Botschafter in Mexiko, Eugenio Martínez, bedankte sich auf der Plattform X für die Hilfe:
Der Humanismus und die Solidarität Mexikos begleiten Kuba.
Eugenio Martínez, Kubas Botschafter in Mexiko
Mexiko war zuletzt Kubas größter Ölversorger gewesen, nachdem Washington die Öllieferungen aus Venezuela gestoppt hatte. Da es kein Öl mehr liefern kann, verschifft Mexiko nun Lebensmittel und Hygieneartikel nach Kuba, um die Krise zu lindern.
Mexiko hat humanitäre Hilfe für Kuba angekündigt. So soll eine Notlage der Bevölkerung verhindert werden. Die USA hatten Staaten, die Kuba mit Öl beliefern, mit Zöllen gedroht – auch Mexiko.
02.02.2026 | 0:20 minMexiko und Chile kündigen weitere Hilfslieferungen an
Sobald die Schiffe nach Mexiko zurückgekehrt sind, sollen weitere Hilfslieferungen folgen, sagte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum am Donnerstag (Ortszeit). Die Schiffe waren am Sonntag aus dem Hafen von Veracruz ausgelaufen.
Auch die Regierung von Chile und eine internationale Koalition von Aktivisten und Aktivistinnen namens "Nuestra América Flotilla" kündigten an, humanitäre Hilfe nach Kuba zu schicken.
Mexiko will zwischen Kuba und USA vermitteln
Um einen Ausgang aus der Krise zu finden, sei Mexiko bereit, einen Dialog zwischen den USA und Kuba zu ermöglichen, bekräftigte Sheinbaum. Dieser könne in Mexiko stattfinden.
Laut Washington werden bereits Gespräche mit Kuba geführt. Die sozialistische Regierung Kubas sagt hingegen, es habe bisher nur einen informellen Nachrichtenaustausch gegeben. Präsident Miguel Díaz-Canel hat erklärt, dass Kuba zu Gesprächen mit Washington bereit sei. Diese müssten allerdings ohne Druck, ohne Vorbedingungen und auf Augenhöhe geführt werden.
Mehrere lateinamerikanische Regierungen haben den US-Militäreinsatz in Venezuela kritisiert. In Kuba gingen Zehntausende gegen die gewaltsame Entmachtung von Präsident Maduro auf die Straße.
04.01.2026 | 0:18 minVier-Tage-Woche gegen die Energiekrise in Kuba
Seit der Revolution von 1959 unter Fidel Castro sind die Beziehungen zwischen den USA und Kuba angespannt. Nun erhält der Karibikstaat seit mehr als einem Monat wegen der von US-Präsident Donald Trump beschlossenen Ölblockade kein Öl mehr aus dem Ausland.
Angesichts der Energiekrise haben Kubas Behörden drastische Sparmaßnahmen ergriffen. Krankenhäuser haben ihre Dienstleistungen reduziert, Busse und Züge fahren seltener und in der öffentlichen Verwaltung gilt eine Vier-Tage-Woche.
Um in der Energiekrise Brennstoffe zu sparen, hat Kubas Regierung in allen staatlichen Betrieben eine Vier-Tage-Woche angeordnet. Außerdem wird etwa Benzin für Busse und Züge eingeschränkt.
09.02.2026 | 0:31 minMehr Nachrichten aus Kuba
Folter, Schläge, Demütigungen:Kuba: So schlimm geht es in Gefängnissen zu
von Tobias KäuferVerwüstungen auf Jamaika und Kuba:Hurrikan "Melissa" in der Karibik: Zahl der Toten steigt
mit Video0:23