Nach fünf Tagen im Amt:Trumps Sprecherin Katie Zacharia offenbar vor dem Aus
Nach einer Woche im Amt steht Trumps Sprecherin Katie Zacharia vor dem Aus. Der US-Präsident legte ihr einen Rückzug nahe. Mehrere US-Medien berichteten über ihre Entlassung.
Trumps Sprecherin Katie Zacharia muss offenbar nach wenigen Tagen im Amt gehen.
Quelle: Lenin Nolly/Sipa Press/action pressDie gerade erst angetretene neue Pressesprecherin von US-Präsident Donald Trump, Katie Zacharia, gibt ihr Amt US-Kreisen zufolge auf. Der US-Präsident legte ihr öffentlich einen Rücktritt nahe.
Zunächst berichteten die "New York Times" und der Fernsehsender CNN, sie sei entlassen worden. Die Medien beriefen sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beziehungsweise Berater des Präsidenten. Sie werde den Posten räumen, bestätigte auch ein ranghoher Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur, ohne nähere zeitliche Angaben zu nennen. Auch die Nachrichtenagentur AFP erfuhr von einem Mitarbeiter des Weißen Hauses, dass Zacharia ausscheide.
Zacharia hatte den Job erst am Montag angetreten. Ein Statement von ihr selbst oder dem Weißen Haus liegt bislang nicht vor. Auch eine Nachfolge steht zunächst nicht fest.
Mit einer Lobeshymne auf den US-Präsidenten hat die neue Sprecherin von Donald Trump ihr Debüt im Weißen Haus gegeben. Doch nach 14 Minuten war der Auftritt von Katie Zacharia schon vorbei.
14.10.2026 | 0:50 minTrump legte US-Regierungssprecherin Zacharia den Rücktritt nahe
Trump deutete einen Rückzug seiner Sprecherin vor Journalisten an. "Ich habe zu ihr gesagt: Ganz ehrlich, wenn ich du wäre, würde ich es mir noch einmal überlegen."
Denk darüber nach, aber ich würde es mir noch einmal überlegen
Donald Trump, US-Präsident
Ob Zacharia im Amt bleibe, wolle er ihr selbst überlassen. Sie sei von den Medien in den vergangenen Tagen sehr schlecht behandelt worden, beklagte Trump. "Sie hat in den vergangenen Tagen gelitten", sagte er. Er habe sie deshalb gefragt, ob sie sich das wirklich antun wolle. "Vielleicht ist das nichts für sie", räumte er ein. Er wolle lediglich, dass sie glücklich sei, und werde ihre Entscheidung unterstützen. Er wolle bald erneut mit ihr sprechen.
Katie Zacharia selbst von Jobangebot überrascht
Zacharia war Nachfolgerin von Karoline Leavitt, die das Amt Ende August verlassen hatte. Zuvor arbeitete Zacharia unter anderem für Trump Media and Technology - die Gruppe hinter der Truth-Social-Plattform des Präsidenten. Trump hatte die Personalie erst am Sonntag öffentlich gemacht. Er hatte sie als "loyale und brillante Unterstützerin" gelobt. Außerdem sei sie "ein hingebungsvoller Fan und Mitglied" seiner Bewegung "Make America Great Again".
Im August hatte Zacharias Vorgängerin Karoline Leavitt bekanntgegeben, ihre Position als Sprecherin von US-Präsident Donald Trump beenden zu wollen. Sie sagte, sie wolle mehr Zeit für ihre Familie haben. Erst im Oktober ernannte Trump Zacharia zur Nachfolgerin Leavitts.
12.08.2026 | 0:29 minDie Personalentscheidung kam anscheinend überraschend, wie Zacharia selbst im Interview des rechtskonservativen Senders Real America's Voice schilderte: So habe Trump sie angerufen, worauf sie am Donnerstag losgeflogen sei, um ihn am Freitag zu treffen. Noch am gleichen Tag habe sie das Jobangebot angenommen, sagte sie. Am Samstag sei sie dann nach Kalifornien zurückgeflogen, um ihre Koffer zu packen und am Sonntag wieder in die US-Hauptstadt zu fliegen.
Er bat mich, am Montag im Büro zu sein, und ich erschien am Montag.
Katie Zacharia
Zacharia seit Amtsantritt unter Druck
Zacharia hatte am Dienstag ihr Debüt im Presseraum des Weißen Hauses gegeben. Dabei wirkte die frühere Fernsehkommentatorin stellenweise nervös und verhaspelte sich mehrfach. Nach weniger als einer Viertelstunde beendete sie die Pressekonferenz. Das "Wall Street Journal" berichtete daraufhin von Zweifeln auch unter Trump-Verbündeten, ob sie der anspruchsvollen Aufgabe gewachsen sei.
Zusätzlichen Druck erzeugten Fragen zu ihrer beruflichen Qualifikation. Sie gab zu, bei einer Anwaltsprüfung durchgefallen zu sein. Kritiker und einige Rechtsexperten monieren, dass sie sich wiederholt als Anwältin bezeichnet habe, obwohl bislang keine entsprechende Zulassung nachgewiesen sei.
Zacharia hatte erklärt, ihr sei gesagt worden, sie dürfe sich trotzdem "lawyer" nennen, aber nicht "attorney". Während "attorney" definitiv eine Anwaltszulassung voraussetzt, wird "lawyer" im US-Sprachgebrauch teils auch für Juraabsolventen verwendet, kann aber unter Umständen auch rechtlich problematisch sein. Trump selbst hatte sie bei ihrer Ernennung als "attorney" vorgestellt. Die Organisation Campaign for Accountability reichte am Mittwoch eine Beschwerde bei der kalifornischen Anwaltskammer ein und forderte eine Untersuchung.
Mit einem Ausscheiden nach weniger als einer Woche würde Zacharia den Rekord brechen, den der frühere Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci in Trumps erster Amtszeit aufgestellt hatte: Er musste den Posten 2017 nach noch nicht einmal elf Tagen räumen.
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