Olympische Winterspiele 2026:Italien vor Olympia: Streit um ICE-Einsatz
von Valerie Braig, Rom
In wenigen Tagen beginnen die Olympischen Winterspiele in Italien. Die US-Regierung entsendet dazu ICE-Beamte nach Mailand. Ihr Einsatz löst in Italien heftige Debatten aus.
US-Sicherheitskräfte der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE sollen bei den Olympischen Winterspielen eingesetzt werden, um die US-Delegation zu schützen. Italiener reagieren empört.
28.01.2026 | 2:09 minBeamte der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE sollen im Auftrag der US-Regierung die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Olympischen Winterspiele 2026 in Italien unterstützen. Vorgesehen ist ihr Einsatz in Mailand, dem Schauplatz der Eröffnungsfeier, sowie in Cortina d’Ampezzo.
Die Ankündigung stößt in Italien auf deutlichen Widerstand. Vor allem in Mailand kritisieren Politiker und Kommunalvertreter die Präsenz der US-Behörde. Die italienische Regierung hingegen bemüht sich, die Debatte zu entschärfen und verweist auf die Zuständigkeit der italienischen Sicherheitsbehörden.
Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo finden vom 6. bis 22. Februar statt. Die Fackel ist bereits in der Region angekommen und sorgt bei den Bewohnern für große Vorfreude.
01.02.2026 | 0:16 minMailand kritisiert ICE-Beamte
Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala spricht sich klar gegen die Präsenz von ICE-Beamten in seiner Stadt aus. "Das Image von ICE ist schrecklich. Ich bin sicher, dass die Mailänder sehr unglücklich darüber sind, so eine Art von Miliz hier zu haben, die in den USA Menschen tötet und Häuser ohne Befugnis betritt", so Sala im Interview mit der Washington Post. Er forderte die Regierung auf, den US-Behörden klare Grenzen zu setzen und "einmal 'Nein' zu Trump zu sagen".
Auch aus der Opposition kommt Kritik. Der Grünen-Vorsitzende Angelo Bonelli bezeichnete die US-Einwanderungsbehörde als "Mörderbande".
In Italien wollen wir sie nicht.
Angelo Bonelli, Grünen-Chef
"Wir sind bereit, Demos zu organisieren, um die Empörung von uns und ganz Italien auszudrücken", so Bonelli in einer Erklärung.
In wenigen Tagen starten die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina. Neue Prestigeprojekte treffen dort auf Sorgen um Umwelt und Nachhaltigkeit.
30.01.2026 | 4:37 minItalienische Regierung weist Kritik zurück
Italiens Außenminister Antonio Tajani versuchte dagegen zu beruhigen: "Es ist nicht so, dass die SS kommt. Sie kommen nicht mit Maschinenpistolen und vermummten Gesichtern. Es kommen Beamte." Die Sicherheit der Olympischen Spiele liege in der Verantwortung Italiens.
Italiens Innenminister Matteo Piantedosi ergänzte, die ICE-Beamten seien nicht "operativ" tätig. "Sie werden ausschließlich Risikoeinschätzungen vornehmen und Informationen mit der italienischen Polizei austauschen", so Piantedosi.
Nächste Woche wird Piantedosi über die Rolle und Aufgaben der ICE-Beamten berichten, um offene Fragen zur Zusammenarbeit und den Zuständigkeiten zu klären.
Italien setzt bei Olympia auf Erprobtes: Auf bestehende Wettkampfstätten und die Unterbringung der Sportler in bestehenden Hotels. Doch eine neue Bobbahn sorgt für Ärger bei Umweltschützern.
12.01.2026 | 2:10 minUS-Botschafter Fertitta: ICE nur beratend tätig
Normalerweise übernimmt der Diplomatic Security Service (DSS) den Schutz von US-Delegationen bei Großereignissen wie dem Super Bowl oder Olympischen Spielen. Die ICE-Behörde, die dem Department of Homeland Security (DHS) untersteht, soll nun jedoch den DSS in Mailand unterstützen.
Laut US-Botschafter Tilman J. Fertitta ist die Rolle der ICE-Beamten in Italien dabei rein beratend, ohne Beteiligung an Patrouillen oder Strafverfolgung. "Alle Sicherheitsmaßnahmen verbleiben bei den italienischen Behörden", so Fertitta.
Die ICE-Beamten sollen nach Angaben des Botschafters "Informationen über grenzüberschreitende kriminelle Bedrohungen bereitstellen, insbesondere zu Cybercrime und Gefahren für die nationale Sicherheit".
In zahlreichen US-Städten gingen Tausende auf die Straßen, um den Abzug von ICE-Beamten zu fordern. In Los Angeles kam es zu Zusammenstößen, ICE-Beamte setzten Pfefferspray und Tränengas ein.
31.01.2026 | 0:29 minUmfangreiche Sicherheitsvorkehrungen geplant
Italien bereitet sich unterdessen mit einem großen Sicherheitsaufgebot auf die Spiele vor: Mehr als 6.000 Polizeibeamte sollen im Einsatz sein, und der Staat investiert rund 50 Millionen Euro in den Schutz der Athleten aus 92 Ländern und der vielen tausend Gäste.
Bis zur Abschlussfeier am 22. Februar in der fast 2.000 Jahre alten Arena von Verona bleibt die Spannung hoch - sowohl an den Wettkampforten als auch im ganzen Land.
In Cortina d'Ampezzo laufen die letzten Vorbereitungen vor dem Auftakt der Olympischen Spiele auf Hochtouren. Noch ist nicht alles fertig.
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