Raketenangriff auf Diego Garcia: Wie weit reichen Irans Raketen?

Interview

Reichweite iranischer Raketen:Experte: Iran schießt weiter als gedacht - aber ungenauer

ZDFheute Update - Nicola Frowein

von Nicola Frowein

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Iran hat Raketen in Richtung Diego Garcia geschossen, eine Insel 4.000 Kilometer vom Festland entfernt. Das wirft Fragen zur Reichweite iranischer Waffen auf. Ist Europa in Gefahr?

Militärexperte Fabian Hoffmann. Im Hintergrund ist ist der Militärstützpunkt Diego Garcia dargestellt.

Nach dem iranischen Angriff auf den Militärstützpunkt “Diego Garcia”: Wie weitreichend sind Irans Raketen und wer ist dadurch in Gefahr? ZDFheute live ordnet ein.

22.03.2026 | 13:45 min

Iran hat am Samstag zwei Raketen auf einen gemeinsam genutzten Militärstützpunkt von Briten und US-Amerikanern auf der Insel Diego Garcia abgefeuert. So berichtet es das iranische Staatsfernsehen. Zwar wurde die Militärbasis im Indischen Ozean laut US-Medienberichten nicht getroffen, doch Teheran hat damit nach Einschätzung von Analysten etwas anderes unter Beweis gestellt: Die Reichweite iranischer Waffen ist offenbar deutlich höher als gedacht.

Können iranische Raketen Europa erreichen?

Die Insel liegt 4.000 Kilometer südöstlich vom Festland entfernt. Bisher war man davon ausgegangen, dass die Raketen aus Iran eine Reichweite von bis zu 2.000 Kilometern haben. Die iranische, den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars erklärt sogar, Iran könne mit diesen Raketen auch Europa erreichen.

Karte, Iran, Teheran, Diego Garcia

Quelle: ZDF

ZDFheute live hat mit dem Militärexperten Fabian Hoffmann über den Angriff gesprochen und ihn gefragt, wie groß die militärische Stärke Irans gerade tatsächlich ist. Hoffmann deutet den Angriff auf die Insel Diego Garcia zwar durchaus als "klares Signal des Iran". Amerikanern und Europäern solle demonstriert werden, dass das Land diesen Konflikt weiter eskalieren könne. Ziel sei auch, die Europäer dazu zu bewegen, auf die USA Druck auszuüben, diesen Krieg zu beenden.

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US-Berichten zufolge hat Iran eine amerikanisch-britische Luftwaffenbasis ins Visier genommen – in rund 4000 Kilometer Entfernung. Auch ohne Treffer ein Angriff mit Signalwirkung.

21.03.2026 | 2:00 min

Welche Gefahren bestehen bei längerer Reichweite?

Grund zur Sorge hinsichtlich der Reichweite der Raketen sieht Hoffmann eher nicht. "Eine Reichweite von etwa 3.000 bis 4.000 Kilometern ist relativ wenig überraschend", sagt er. Dass Teheran diese Technologie besitze, sei auch vor dem Angriff "relativ klar" gewesen.

Wir wissen, dass Iran ziemlich gut darin ist, ballistische Raketen zu bauen.

Fabian Hoffmann

Auch wenn das bisher zumindest offiziell nur in geringeren Spektren der Fall gewesen sei, sei der Sprung von einer ballistischen Rakete mit einer Reichweite von etwa 2.000 Kilometern auf vielleicht 4.000 Kilometer "gar nicht so viel". Iran habe im Rahmen seines zivilen Weltraumprogramms an mehrstufigen Raketen gearbeitet. Das sei - nach Einschätzung der meisten Experten - "mehr oder weniger ein Deckmantel für genau diese Entwicklung ballistischer Raketen mit höherer Reichweite" gewesen.

Ich glaube aber, wir müssen in Europa auch nicht überreagieren auf diese Bedrohung.

Fabian Hoffmann

Sollten die ballistischen Geschosse tatsächlich eine Reichweite von 4.000 Kilometern haben, dann könnten zwar auch europäische Städte erreicht werden. Überrascht dürfte Europa davon nicht werden, sagt Hoffmann. Man habe damit gerechnet, die Staaten seien vorbereitet.

Experte Hoffmann: Irans Raketen "ziemlich ungenau"

Zudem sei bekannt, dass iranische Raketen ziemlich ungenau seien - schon auf geringen Strecken. Wenn sich nun die Reichweite auf bis vielleicht sogar 4.000 Kilometer erhöhe, dann erhöhe sich auch diese Ungenauigkeit. Bedrohlich sei das weniger für kleinere militärische Infrastrukturen in der Region, als für größere Bevölkerungszentren, wie es im Nahen Osten ja bereits der Fall sei.

In der Mitte und im Vordergrund ist Donald Trump. Links hinter ihm ist ein Satellitenbild der Straße von Hormus und rechts hinter ihm ist ein Bild des amerikanischen A-10 Kampfjet, der aussieht wie ein großer Cartoon-Haifisch.

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"Dementsprechend ist das Bedrohungspotenzial [...] kleiner, als es zum Beispiel von russischen ballistischen Raketen für Europa ausgeht", sagt Hoffmann mit Blick auf den Krieg in der Ukraine.

Dass Israel und USA die iranischen Raketen bereits zu 100 Prozent zerstört hätten, an diese Versicherung Trumps glaubt der Militärexperte nicht. Auch wenn es keine verlässlichen Zahlen gebe - Iran starte immer noch täglich ballistische Raketen und Langstreckendrohnen; mit steigender Tendenz. "Diese Zahl, die ist bei Weitem noch nicht auf Null."

Das Interview führte Christian Hoch aus der ZDFheute-live-Redaktion.

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Über dieses Thema berichtete ZDFheute live am 22.03.2026 um 14.00 Uhr in dem Beitrag "So groß ist die Gefahr durch Irans Raketen".
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