Bevölkerungsreichstes Land:In Indien startet die größte Volkszählung der Welt
Erstmals seit 15 Jahren wird in Indien eine Volkszählung durchgeführt. Damit könnte sich die offizielle Einwohnerzahl im bevölkerungsreichsten Land der Welt noch einmal erhöhen.
Indien hat die größte Volkszählung der Welt gestartet. Durch Apps sollen unter anderem Infos zur Kastenzugehörigkeit und Wohnungssbestand der Bevölkerung abgefragt werden.
01.04.2026 | 0:30 minIn Indien hat die größte Volkszählung der Welt begonnen. Zum ersten Mal seit mehr als 15 Jahren will Indien damit wieder die Zahl seiner Einwohner erfassen.
Mehr als drei Millionen Helfer sollen eingesetzt werden, um die gewünschten Informationen zum Bevölkerungs- und Wohnungsbestand über mobile Apps zu sammeln.
Bevölkerung in Indien wird auf 1,4 Milliarden geschätzt
Die Regierung nannte den "Zensus 2027" das "ehrgeizigste demografische Vorhaben in der Geschichte Indiens" und die "größte administrative und statistische Aufgabe weltweit". Der Zensus soll unter anderem eine aktuelle Datengrundlage für Sozialprogramme sowie andere staatliche Projekte schaffen.
Nach 20 Jahren Verhandlungen einigten sich beide Seiten in Neu-Delhi auf ein Abkommen für einen Markt von fast zwei Milliarden Menschen. Besonders profitieren dürfte die Autoindustrie.
27.01.2026 | 1:32 minDie bisher letzte Zählung im Jahr 2011 hatte eine Einwohnerzahl von mehr als 1,2 Milliarden Menschen ergeben. Schätzungen zufolge stieg die Zahl inzwischen auf weit über 1,4 Milliarden an - Indien überholte China nach Angaben der Vereinten Nationen vor drei Jahren als bevölkerungsreichstes Land der Erde.
Zensus in Indien: Erstmals wird Zugehörigkeit zur Kaste abgefragt
Die 16. Volkszählung in Indien soll laut Regierung in zwei Phasen ablaufen. Zunächst sollen Informationen über den Wohnungsbestand sowie Merkmale wie Ausstattung und Vermögenswerte der Haushalte gesammelt werden. Im nächsten Jahr findet dann die eigentliche Zählung der Bevölkerung statt. Auch sollen dabei wirtschaftliche Merkmale, Bildungs- und Migrationshintergrund sowie Fertilität abgefragt werden.
Zudem sollen die Befragten erstmals angeben, welcher Kaste sie angehören. Die jahrtausendealte Tradition des hierarchischen Kastenwesens hat nach wie vor Auswirkungen auf das tägliche Leben vieler Menschen im Land. Das Vorhaben gilt als heikel. Kritiker befürchten, Gräben zwischen den Kasten könnten damit aufgerissen werden.
Im nordindischen Barsana feiern tausende Gläubige die traditionellen Auftakte zum hinduistischen Frühlingsfest Holi. Viele reisen extra aus anderen Städten an.
27.02.2026 | 0:52 minDer letzte Versuch, im Rahmen einer Volkszählung detaillierte Daten zur Kastenzugehörigkeit zu erheben, liegt fast ein Jahrhundert zurück. Er stammt aus dem Jahr 1931, also noch aus der britischen Kolonialzeit.
Seit der ersten Volkszählung im unabhängigen Indien 1951 wurden nur noch Dalits und Adivasis eigens erfasst – also Angehörige jener benachteiligten Gruppen, die als registrierte Kasten und registrierte Stämme Anspruch auf bestimmte staatliche Fördermaßnahmen haben. Mehrere Regierungen haben seither eine vollständige Kastenzählung vermieden - aus Sorge, dass dies soziale Spannungen oder gar Unruhen auslösen könnte.
Die neue Volkszählung war ursprünglich für 2021 geplant, sie wurde jedoch wegen der Corona-Pandemie sowie wegen logistischer Probleme und Wahlterminen verschoben.
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