US-iranische Spannungen:Neue Drohungen: Wie die Huthi im Jemen mobilisieren
von Golineh Atai
Trotz amerikanisch-israelischer Luftschläge bleibt die mit dem Iran verbündete Miliz resilient und rüstet auf - dank eines ausgefeilten Schmuggelnetzwerks.
Die Huthi-Miliz greift im Jemen regelmäßig Handelsschiffe im Roten Meer an, oft mit Raketen und Drohnen großer Reichweite. Rückhalt bekommt sie vom Regime in Teheran.
21.02.2026 | 2:48 minMocha, eine Küstenstadt im Gebiet der international anerkannten Regierung Jemens, etwa 100 Kilometer vor dem Machtbereich der Huthi-Miliz. An einem geheimen Ort, zu dem das ZDF-Team in einem abgedunkelten Auto gebracht wurde, haben Jemens Nationale Widerstandskräfte - die wohl kampfstärksten Einheiten auf der Seite von Jemens Regierung - ihren bislang spektakulärsten Fund ausgestellt: 750 Tonnen iranische Waffen.
Lieferung für die Huthi-Miliz
Die Flugkörper heißen "Ghaem 118", "Kheibar", "Sumer" oder "Ya Ali" - es sind Hunderte Marschflugkörper, Seezielflugkörper, Flugabwehrraketen, Sprengköpfe, Drohnenmotoren, Anleitungen auf Persisch - vieles in einem Unternehmen hergestellt, das Irans Verteidigungsministerium untersteht und von den USA sanktioniert ist.
Nur die Luftverteidigungsausrüstung zeigt Gebrauchsspuren. Ein Waffenexperte der Nationalen Sicherheitskräfte vermutet, dass sie kurz vor dem Verschiffen noch im Einsatz war, als im Juni vergangenen Jahres Israel den Iran angriff. Die Lieferung war für die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz bestimmt, die den Nordwesten des Landes beherrscht und seit zwei Jahren vor allem durch ihre Angriffe auf internationale Handelsschiffe im Roten Meer prominent geworden ist.
US-Generalstabschef Caine soll US-Präsident Trump vor Risiken bei einem Militäreinsatz in Iran gewarnt haben. Trump dementiert dies und wirft den US-Medien vor, absichtlich falsch zu berichten.
24.02.2026 | 0:34 min
Irans Unterstützung "auf hohem Niveau"
"Irans Raketentechnologie ist hochentwickelt, wirklich ausgefeilt", sagt der jemenitische Experte, der einige der Flugkörper zusammengebaut hat, und aus Sicherheitsgründen seinen Namen verschweigt. Er ergänzt:
Wenn der Iran doch nur so viel Energie in sein eigenes Land stecken würde wie in den Export einer solchen Kriegsmaschinerie, mit der er seine Nachbarn gefährdet.
Elf solcher Lieferungen habe Jemens Küstenwache verpasst. Dieser Fund sei "das zwölfte Paket aus Iran" gewesen, alles sei in Einzelteile zerlegt in leeren Elektrogeräten transportiert worden. 2025 sei Irans Unterstützung für die Huthi "auf unverändert hohem Niveau" weitergegangen, sagen die Einsatzkräfte der Küstenwache, deren Job das Absuchen des Roten Meeres auf Schmuggelboote ist.
Rund 250.000 Menschen haben zeitgleich zur Münchner Sicherheitskonferenz gegen das iranische Regime demonstriert. Pahlavi wirbt für einen Militärschlag gegen das Mullah-Regime.
14.02.2026 | 3:27 minHuthi drohen mit neuen Schlägen
Seit der Waffenruhe in Gaza haben die Huthi ihre Angriffe auf Schiffe eingestellt. Doch für den Fall eines Krieges gegen den Iran drohen sie mit erneuten Schlägen - und beginnen, Ausrüstung zu verlegen und Streitkräfte zu mobilisieren - das berichten jemenitische und israelische Journalisten unter Berufung auf Sicherheitskreise.
All das, obwohl zuletzt amerikanische und israelische Luftschläge zahlreiche Huthi-Kommandanten getötet hatten. Wie konnten die Huthi von einer Rebellengruppe in Jemens Bergen zu einer so resilienten Macht werden?
Im Januar hat das iranische Regime Massenproteste im Land brutal niedergeschlagen. Nun sind laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mindestens 30 Hinrichtungen geplant.
21.02.2026 | 0:22 minHuthis können selbst Drohnen bauen
Ein Forscherteam hat im Auftrag der US-amerikanischen Century Foundation über zwei Jahre geheimdienstliche Daten, Hafenstatistiken und Satellitenbilder ausgewertet, um dies zu beantworten. "Wir konnten nachweisen, dass die Huthi nun Ausrüstung importieren, um einen eigenen militärisch-industriellen Komplex zu bauen. Sie benutzen nicht mehr nur die Komponenten aus dem Iran", sagt der Jemen-Experte Mohammed Al-Basha in Washington, einer der an der Studie beteiligten Forscher.
Das iranische Know-How brauchen sie zwar weiter, aber hochentwickelte Drohnen können sie nun selbst bauen.
Mohammed Al-Basha, Jemen-Experte
Die in Teheran und Nord-Jemen entworfenen Pläne würden an alle möglichen Auftragnehmer vergeben - ein ausgefeiltes Schmuggelnetzwerk zu Land und zur See. Westlichen Regierungen fehlten - auch aufgrund ihres Fokus auf die Ukraine und auf Taiwan - die Ressourcen für Aufklärung, Überwachung und Spionageabwehr, um die Huthi-Versorgungswege zu unterbinden.
Das Auswärtige Amt warnt deutsche Staatsbürger im Ausland wegen eines möglichen Angriffs der USA auf Iran. Die USA haben zuletzt einen zweiten Flugzeugträger in die Region geschickt.
25.02.2026 | 0:22 minMilliarden-Verluste durch Angriffe
Luftschläge allein - ob saudische, amerikanische oder israelische - seien wirkungslos geblieben und konnten die Miliz nicht beseitigen, die laut Studie der Weltwirtschaft zuletzt hunderte Milliarden US-Dollar an Verlusten bescherte aufgrund ihrer Angriffe auf Handelsschiffe.
Am neuen Flughafen von Mocha ist die Landebahn leer. Nur die Wellen des Roten Meeres sind zu hören. Die Huthi hatten gedroht, auf die Maschinen zu feuern, falls der Flughafen in Betrieb bleibe.
Die Huthi haben den Jemen ruiniert. In den Abgrund getrieben. Sie sind es, die uns vertrieben haben.
Ayloul Roashi, Einwohner von Mocha
Für die einfachen Leute dieses bitterarmen Landstrichs - Fischer, Kleinbauern, Tagelöhner - steht der wichtigste Urheber eines fast zwölf Jahre währenden Kriegs im Jemen fest. Und auch, wer hinter ihm steckt. "Der Iran ist die Wurzel der Missstände hier" ist eine gängige Meinung. Nur wenn Irans Regime stürze, bestehe eine Chance, dass auch die Huthi-Miliz im Jemen falle, sind sie in Mocha überzeugt.
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