Wie sicher sind Fans in Mexiko?:Die Fußball-Weltmeisterschaft im Land der Drogen-Kartelle
von Matthias Pupat, Mexiko-Stadt
Mit einem enormen Aufgebot an zusätzlichen Sicherheitskräften will Mexikos Regierung eine sichere Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land garantieren. Doch Zweifel bleiben.
10.05.2026, Mexiko, Mexiko-Stadt: Das Aztekenstadion, Austragungsort des Eröffnungsspiels der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 (Luftaufnahme mit Drohne). Mexiko wird die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 im Juni und Juli diesen Jahres gemeinsam mit den Vereinigten Staaten und Kanada ausrichten. Foto: Li Muzi/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Quelle: dpaFür Jorge Luis Cruz Cárdenas, den stellvertretenden Polizeichef der mexikanischen Millionen-Metropole Guadalajara, ist der Fall ganz einfach.
Wir werden eine beträchtliche Anzahl von Einsatzkräften vor Ort haben, um die Sicherheit aller Fans im Stadion von Guadalajara zu gewährleisten.
Jorge Luis Cruz Cárdenas, stellvertretender Polizeichef Guadalajara
Und tatsächlich versucht die Regierung alles, um eine sichere WM zu garantieren: Rund 100.000 zusätzliche Sicherheitskräfte sind im Einsatz - ein immenser Aufwand für insgesamt nur 13 Spiele. Die meisten Mexikaner sind bekannt als euphorische Fußballfans und herzliche Gastgeber, und sie wünschen sich auch sichere Spiele.
Fußball hat eine große Bedeutung für Menschen in Mexiko und viele freuen sich auf die bevorstehende WM. Doch die Medaille hat Kehrseiten: Anspannung durch Trumps Aussagen und unbezahlbare Ticketpreise.
05.06.2026 | 4:18 minDie Macht der Kartelle
Dennoch gibt es berechtigte Zweifel, ob die Behörden wirklich alles im Griff haben. Das wird besonders deutlich in Guadalajara, Hauptstadt des Bundesstaats Jalisco.
Hier hat das besonders gewalttätige Drogen-Kartell Jalisco Nuevo Generation viel Macht und Einfluss. Das zeigte sich erst im Februar, als sein Anführer El Mencho getötet wurde. Als Reaktion darauf zettelten seine Anhänger blutige Unruhen an, mehr als 70 Menschen starben.
In Guadalajara, einem der Spielorte der WM 2026, ist die Gewalt der Drogenkartelle allgegenwärtig. Alica Jung trifft Angehörige von Vermissten und begibt sich mit ihnen auf Spurensuche.
10.06.2026 | 6:35 minOhnehin haben viele Mexikaner das Vertrauen in den Staat längst verloren. Allein in Jalisco gelten offiziell 16.000 Menschen als vermisst.
So wie Saul, der Sohn von Esther Castro. Saul ist seit fünf Jahren verschwunden. Warum sie ihn geholt haben, weiß sie nicht. Es verschwinden auch Frauen und Kinder. In Jalisco sei niemand sicher, sagt Esther Castro. Die Behörden hätten sie im Stich gelassen.
Wir wollen, dass sie ihre Arbeit machen, denn das tun sie nicht. Sie erledigen die Arbeit nicht, die sie eigentlich machen sollten.
Esther Castro
Der Tod des berüchtigten Kartellchefs "El Mencho" hat eine Welle der Gewalt ausgelöst. In mehreren Bundesstaaten brennen Fahrzeuge und Geschäfte. Es gibt mindestens 74 Tote.
23.02.2026 | 2:30 minMorde werden selten aufgeklärt
In Mexiko ist Straflosigkeit weit verbreitet. Nur rund zehn Prozent der Morde werden aufgeklärt, viele Vermisste tauchen nie wieder auf. Durch Mexiko laufen wichtige Routen der Drogenschmuggler in die USA, die Kartelle setzen Milliarden um und sind bestens vernetzt. Der Drogenkrieg in Mexiko hat in den vergangenen 20 Jahren etwa 450.000 Menschenleben gekostet.
Umso bitterer finden viele Mexikaner den enormen Aufwand für die WM. Für die Sicherheit der Fußballfans werde zurecht alles getan. Aber das Gleiche müsse auch für die Sicherheit der Mexikaner gelten.
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