Nach Urteil wegen Veruntreuung:Rechtspopulistin Le Pen hält an Präsidentschaftskandidatur fest
Marine Le Pen will trotz des Berufungsurteils gegen sie bei der Präsidentschaftswahl 2027 antreten. Außerdem kündigte die französische Rechtspopulistin Revision an.
Will im kommenden Jahr bei der Präsidentenwahl antreten: Marine Le Pen.
Quelle: action pressUngeachtet ihrer Verurteilung hält die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen an ihrer Präsidentschaftskandidatur fest. "Ich bin Kandidatin für die Präsidentschaftswahl", sagte sie am Abend dem Sender TF1 in Paris.
Ein Berufungsgericht hatte Le Pen am Nachmittag wegen Veruntreuung von EU-Geldern unter anderem zu einem Jahr Hausarrest mit einer elektronischen Fußfessel verurteilt; die 57-Jährige kündigte an, das Urteil vor dem höchsten Berufungsgericht anzufechten. Dadurch werde die von den Berufungsrichtern verhängte Strafe suspendiert, erklärte sie.
Ich werde Wahlkampf ohne elektronische Fußfessel machen.
Marine Le Pen, frühere Vorsitzende des Rassemblement National
Das Pariser Berufungsgericht hat das Strafmaß gegen die Rechtspopulistin Le Pen reduziert. Bei den Präsidentschaftswahlen könnte sie nun antreten.
07.07.2026 | 1:40 minLe Pen kündigt "Tandem" mit RN-Parteichef Bardella an
Mit dem 30 Jahre alten Parteichef des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN), Jordan Bardella, werde sie weiterhin "ein Tandem" bilden.
Die Franzosen werden das letzte Wort haben.
Marine Le Pen, frühere Vorsitzende des Rassemblement National
"Ich denke, dieses politische Duo, das wir bilden, kann die Dinge wirklich verändern", sagte die Rechtspopulistin. Mit Bardella werde der Präsidentschaftswahlkampf "sehr schnell" beginnen. Für den Fall eines Sieges bei der Präsidentschaftswahl im nächsten Frühjahr kündigte sie an, Bardella zum Regierungschef zu machen.
Das Pariser Berufungsgericht hat das Strafmaß gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen wegen Veruntreuung von EU-Geldern reduziert. ZDF-Korrespondentin Anne Arend berichtet.
07.07.2026 | 0:56 minLe Pen zu drei Jahren Haft verurteilt
Das Berufungsgericht verurteilte Le Pen zu drei Jahren Haft, davon zwei auf Bewährung und eines in Form von Hausarrest, der durch eine elektronische Fußfessel überwacht werden soll. Zudem erließen die Richter ein 15-monatiges Verbot, für öffentliche Ämter zu kandidieren - also eine deutlich kürzere Zeit als im ersten Verfahren: In erster Instanz war sie im März 2025 zu fünf Jahren Nichtwählbarkeit verurteilt worden. Dies hätte eine Kandidatur unmöglich gemacht.
Somit überließen die Berufungsrichter die Entscheidung über eine vierte Präsidentschaftskandidatur von Le Pen am Ende ihr selbst: Die 15 Monate Nichtwählbarkeit sind bereits abgegolten, da die Zeit seit dem Urteil der ersten Instanz angerechnet wird. Die Richter erklärten ausdrücklich, dass sie bei ihrem Urteil auch die "Freiheit zur Kandidatur" berücksichtigt hätten.
Nach der ersten Runde der Kommunalwahlen in Frankreich hatte das rechtsnationale Rassemblement National im März besser abgeschnitten als bei der letzten Wahl. In 58 Kommunen lagen die Rechten vorn.
16.03.2026 | 0:20 minLe Pen steigerte ihr Wahlergebnis stetig
Marine Le Pen ist bereits dreimal bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich angetreten. Während sie 2012 noch auf dem dritten Platz landete, konnte sie in den vergangenen Jahren deutlich an Zuspruch gewinnen. Sowohl 2017 als auch 2022 landete sie gegen Mitte-Kandidat Emmanuel Macron in der Stichwahl - und verlor gegen den bisherigen Präsidenten.
Dennoch steigerte Le Pen ihr Ergebnis bei jeder Wahl. Dass sie auch 2022 so deutlich gegen Macron verlor, ist dem Umstand geschuldet, dass viele aus dem linken Lager Macron wählten, um Le Pens Sieg um jeden Preis zu verhindern.
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