Frontex: EU schlägt größere Rolle bei Abschiebungen vor

Von Grenzschutz zu Abschiebung:Mehr Geld, mehr Einsatzkräfte: EU will Frontex ausbauen

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Von Grenzschutz zu Abschiebung: Die EU-Kommission will Frontex massiv ausbauen - 30.000 Einsatzkräfte, doppeltes Budget und eine schnelle Eingreiftruppe für Krisenfälle.

EU-Vizepräsidentin Henna Virkkunen (l.) und Magnus Brunner, Kommissar für Inneres und Migration der Europäischen Union, bei einer Pressekonferenz zur Stärkung der inneren Sicherheit.

EU-Vizepräsidentin Henna Virkkunen (l.) und Magnus Brunner, Kommissar für Inneres und Migration der Europäischen Union, bei einer Pressekonferenz zur Stärkung der inneren Sicherheit.

Quelle: epa / Olivier Matthys

Von der Grenzschutz- zur Abschiebeagentur: Die EU-Kommission will ihre umstrittene Behörde Frontex ausbauen und sie zur "zentralen operativen Säule der Rückführungspolitik der EU" machen. Der nun vorgelegte Kommissionsvorschlag läute "eine neue Ära für Frontex" ein, sagte EU-Sicherheitskommissarin Henna Virkkunen an diesem Dienstag in Brüssel. Vorgesehen ist auch eine "schnelle Eingreiftruppe", um auf Krisenfälle wie etwa in der spanischen Exklave Ceuta in diesem Sommer reagieren zu können.

Der Vorschlag sieht vor, die Zahl der Frontex zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte bis 2041 auf 30.000 zu erhöhen. Hierzu soll die derzeitige Zahl von 3.000 direkt bei der Behörde beschäftigten Menschen auf 6.000 verdoppelt werden.

Frontex-Schnellboot mit mehreren Personen auf hoher See wird durch eine rote Zielerfassungs-Grafik markiert, die maritime Überwachung oder Zielverfolgung symbolisiert.

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"Neue Europäische Reserve für Grenzschutz und Abschiebung"

Hinzu kommen 7.000 von den EU-Mitgliedstaaten abgeordnete Einsatzkräfte sowie eine "neue Europäische Reserve für Grenzschutz und Abschiebung mit 17.000 Einsatzkräften". Diese sollen "bei Bedarf" von den Mitgliedstaaten eingesetzt werden können, heißt es in dem Kommissionspapier.



Frontex muss schneller sein, muss agiler sein und muss besser vorbereitet sein.

Magnus Brunner, EU-Innenkommissar

Für die Reform fordert die Kommission eine Verdopplung des Budgets für Frontex von derzeit sechs Milliarden Euro auf rund zwölf Milliarden Euro für den nächsten mehrjährigen EU-Haushalt. 

Schaffung eines Abschiebe-Koordinationszentrums

Die Kommission schlägt zudem die Schaffung eines Abschiebe-Koordinationszentrums vor. Frontex werde "das gesamte Spektrum des Rückkehrprozesses abdecken, von der frühzeitigen Identifizierung und Beratung zur freiwilligen Rückkehr bis zur Umsetzung von Rückkehrmaßnahmen und der Bereitstellung von Reintegrationshilfe". 

Die Grenzschutzagentur soll demnach auch Abschiebungen von einem Nicht-EU-Land in ein anderes Nicht-EU-Land unterstützen können. Das neue Mandat würde es den Frontex-Beamten also ermöglichen, Abschiebungen in die von einigen Mitgliedstaaten geplanten Abschiebezentren in Drittländern außerhalb der EU zu begleiten.

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Von der Grenzsicherung zur zentralen Abschiebebehörde

Frontex ist aktuell primär für den Schutz der EU-Außengrenzen zuständig. Die Behörde unterstützt Mitgliedstaaten zwar bisher schon bei Abschiebungen, verantwortlich sind aber grundsätzlich die nationalen Behörden. Mit dem neuen Vorschlag soll die Agentur "zur zentralen operativen Säule der Rückführungspolitik der EU" werden, heißt es im Kommissionspapier. 

Ein weiterer Aspekt des Ausbaus der umstrittenen Behörde ist eine "wirksame Krisenreaktion". Mit Online-Monitoring sollen "Grenzsicherheitsrisiken" erkannt und Ereignisse wie jene in der spanischen Exklave Ceuta verhindert werden.

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Für solche Situationen soll eine schnelle Eingreiftruppe geschaffen werden, die "mit sehr kurzer Vorlaufzeit an der Außengrenze eingesetzt werden kann", heißt es im Kommissionsvorschlag. Die Entscheidung über deren Einsatz soll die Frontex-Leitung auf Antrag eines Mitgliedstaats treffen können.

Der Kommissionsvorschlag wird nun vom EU-Parlament und dem Rat der Mitgliedstaaten diskutiert.

Quelle: AFP
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