Migrationskrise in spanischer Exklave:Ceuta: Spanien bittet EU bei Asylanträgen um Hilfe
Nach dem Massenandrang von Migranten verschärfen Protest und Gewalt die Lage in der spanischen Exklave Ceuta. Die Regierung ersucht nun bei der Grenzschutzagentur Frontex um Hilfe.
Um die Migrationskrise in Ceuta unter Kontrolle zu bekommen, hat die spanische Regierung die EU um Hilfe gebeten. Konkret sollen die Grenzschutz- und Asylbehörden zum Einsatz kommen.
29.08.2026 | 0:22 minEinen Monat nach dem Massenandrang von Migranten in der Exklave Ceuta hat die spanische Regierung die EU um Unterstützung bei der Bearbeitung von Asylanträgen gebeten. Die Anfrage richtet sich an die EU-Asylagentur und die EU-Grenzschutzbehörde Frontex, wie das Innenministerium in Madrid am Freitag mitteilte.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters forderte Spanien zehn zusätzliche Frontex-Beamte zur Unterstützung an.
In Ceuta war es am Donnerstag zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen, die die Abschiebung der verbliebenen Flüchtlinge forderten. Dabei wurden auch Habseligkeiten der Migranten in Brand gesetzt.
Der Vorfall in Ceuta war diese Woche Thema im spanischen Parlament. Noch immer weigern sich Tausende illegal eingereiste Marokkaner, Ceuta zu verlassen.
25.08.2026 | 1:21 minSpaniens Innenminister verurteilt Ausschreitungen
Zuvor hatten Flüchtlinge ein spanisches Militärfahrzeug mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen. Ein Soldat wurde dabei leicht verletzt. Die Polizei nahm daraufhin zwölf Menschen fest, die alle marokkanische Staatsbürger waren.
Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska verurteilte die Ausschreitungen am Freitag. "Gewalt ist keine Lösung", sagte er im spanischen Parlament.
Ich rufe zur Ruhe und zur Beendigung jeglicher Form von Gewalt auf.
Fernando Grande-Marlaska, Spaniens Innenminister
Solange Migration instrumentalisiert und keine sachliche Debatte geführt werde, bleibe die EU erpressbar, sagt Migrationsforscherin Judith Kohlenberger.
04.08.2026 | 15:27 minTausende harren weiterhin in Exklave aus
Am 30. und 31. Juli waren Zehntausende Migranten aus Marokko nach Ceuta gelangt. Die meisten kehrten anschließend zurück. Nach Schätzung der spanischen Regierung befinden sich aber noch etwa 3.500 bis 7.000 Menschen in der Exklave.
Die beiden an Marokko grenzenden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla sind die einzigen Gebiete des EU-Territoriums mit einer Landgrenze zu Afrika. Rechte und rechtsextreme Oppositionsparteien in Spanien verlangen die Rückführung aller Eingereisten, auch Minderjähriger.
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