Demos gegen Migration:Ceuta: Gewaltsame Zusammenstöße bei Protesten
In der spanischen Exklave Ceuta harren noch immer Tausende Migranten aus. Bei Protesten der Anwohner kam es jetzt zu gewaltsamen Szenen.
Der Vorfall in Ceuta war in dieser Woche Thema im spanischen Parlament. Noch immer weigern sich Tausende illegal eingereiste Marokkaner, Ceuta zu verlassen.
25.08.2026 | 1:21 minEinen Monat nach dem Massenandrang von Migranten in der spanischen Exklave Ceuta ist es am Donnerstag zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Die Protestierenden forderten die Abschiebung der verbliebenen Flüchtlinge.
Aufnahmen des spanischen Fernsehens zeigten, wie Polizisten am Strand gegen Protestierende vorgingen, die zu einem Schlafplatz der Flüchtlinge vorgedrungen waren. Bei den Zusammenstößen wurden auch Habseligkeiten der Migranten in Brand gesetzt. Auf Fernsehbildern waren Zivilisten zu sehen, die am Strand von Benítez immer wieder Gegenstände ins Feuer warfen.
Die spanische Exklave Ceuta.
Quelle: ZDFCeuta: Sitzblockade und Steinwürfe
Polizisten trennten die Demonstranten von den Migranten, die sich auf eine Mole zurückgezogen hatten. Zuvor hatten Demonstranten bereits versucht, mit einer Sitzblockade Fahrzeuge des Roten Kreuzes mit Lebensmitteln und Wasser für die Migranten zu stoppen. Viele Protestierende schwenkten spanische Flaggen und skandierten "Sie sollen gehen!" und "Raus mit dem Roten Kreuz!".
Am Mittwochabend hatte die Polizei wütende Bürger und Migranten mit Tränengas auseinandergetrieben. Am Donnerstagmorgen hatten Flüchtlinge ein spanisches Militärfahrzeug mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen. Ein Soldat wurde dabei leicht verletzt. Die Polizei nahm daraufhin zwölf Menschen fest, die alle marokkanische Staatsbürger waren.
Mehr als 70.000 Flüchtlinge hatten versucht, die spanische Exklave zu erreichen. Während viele bereits zurückgeschickt wurden, blieben viele Kinder und Jugendliche allein zurück.
07.08.2026 | 2:37 minDie Bürger in Ceuta fühlten sich "im Stich gelassen", sagte die in der Exklave für Finanzen zuständige Kissy Chandiramani dem Sender SER zu den Demonstrationen. Die Menschen hätten zwar ein Recht auf Protest, Hass werde die Krise aber auch nicht lösen, fügte sie hinzu. Viele Bürger machen die Flüchtlinge für Sicherheits- und Hygieneprobleme verantwortlich.
Zehntausende Migranten kamen nach Ceuta
Am 30. und 31. Juli waren mehr als 70.000 Migranten aus Marokko nach Ceuta gelangt. Die meisten kehrten anschließend zurück. Nach Schätzung der spanischen Regierung befinden sich aber noch fünf bis zehn Prozent von ihnen in der Exklave, also etwa 3.500 bis 7.000 Menschen.
Die Regierung hatte bereits vergangene Woche Aufnahmezentren mit insgesamt 1.800 Plätzen angekündigt. Weitere Plätze sollen geschaffen werden.
Innerhalb von 24 Stunden gelangten Zehntausende aus Marokko nach Ceuta. Wie es dazu kommen konnte und wie Spanien auf die Ereignisse reagiert, hat der ZDFheuteCheck untersucht.
02.08.2026 | 1:25 minSpaniens Regierung unter Druck
Ceuta und Melilla sind die einzigen Gebiete des EU-Territoriums, die eine Landgrenze zu afrikanischen Ländern haben. Die linke spanische Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez steht wegen der Krise unter starkem Druck.
Die Opposition wirft ihr Versagen vor und die Bewohner Ceutas im Stich zu lassen. Rechte und rechtsextreme Oppositionsparteien in Spanien verlangen die Rückführung aller Eingereisten, auch Minderjähriger. Zudem gibt es aus der Regierung widersprüchliche Angaben, ob es eine Warnung vor dem Massenandrang gab.
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