Russland schießt Leuchtraketen auf dänischen Helikopter

Vorfall auf offener See:Russland schießt Leuchtraketen auf dänischen Helikopter

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Russland hat offenbar mit Leuchtraketen auf einen dänischen Helikopter geschossen. Beide Seiten geben sich die Schuld für den Vorfall. Ein Botschafter wurde einbestellt.

Dänemark: Rettungshubschrauber (SAR)

Bei einem routinemäßigen Fotoeinsatz eines Hubschraubers der dänischen Luftwaffe habe eine russische Fregatte zwei Leuchtraketen in Richtung des Helikopters abgefeuert.

15.09.2026 | 0:31 min

Dänemark hat mit scharfen Worten auf den Beschuss eines Hubschraubers seiner Luftwaffe mit Leuchtraketen durch ein russisches Kriegsschiff reagiert. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen verurteilte den Vorfall in der Ostsee im Onlinedienst X am Dienstag als eine "rücksichtslose" Handlung Russlands, das versuche, "einzuschüchtern und zu spalten".

Vorfall wohl während routinemäßigen Fotoeinsatzes

Russlands Botschafter in Kopenhagen sprach hingegen von "provozierenden Handlungen" der Hubschrauberbesatzung gegenüber der Fregatte. Die dänische Armee teilte am Montagabend mit, ein Hubschrauber der Luftwaffe sei "während eines routinemäßigen Fotoeinsatzes bei einer russischen Fregatte, die sich in internationalen Gewässern vor Gedser befand, mit Leuchtraketen beschossen" worden.

Die Fregatte feuerte demnach zwei Leuchtraketen in Richtung des Hubschraubers ab. "Eine davon flog ganz knapp am Hubschrauber vorbei", hieß es in der Mitteilung der Armee. 

Russlands Handlungen sollen einschüchtern und spalten. Sie werden keinen Erfolg haben. Wir werden nicht wanken

Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin Dänemark

Ein Eurofighter der deutschen Luftwaffe absolviert einen Überflug während eines militärischen Ehrenzeremoniells vor Schloss Augustusburg.

In Litauen haben Kampfflugzeuge der Nato eine Drohne nahe des Kaunas-Sees abgeschossen. Es wird vermutet, dass sie im benachbarten Belarus gestartet sein könnte.

15.09.2026 | 0:25 min

Russischer Botschafter einbestellt

Dänischen Medienberichten zufolge berief Verteidigungsminister Jeppe Bruus Abgeordnete der im Parlament vertretenen Parteien ein, um über das Geschehen zu informieren. Außenminister Lars Lökke Rasmussen nannte den Vorfall "völlig inakzeptabel". Russland verschiebe immer weiter die Grenzen dessen, was hinnehmbar sei. Sein Ministerium berief den russischen Botschafter Wladimir Barbin ein. Dieser wies die Vorwürfe zurück und gab der Hubschrauberbesatzung die Schuld an dem Vorfall.

Die Versuche der dänischen Seite, die provozierenden Handlungen gegen die russische Fregatte als 'Routine-Praxis' zu erklären, geben Anlass zu ernster Sorge über die möglichen Folgen solcher Rücksichtslosigkeit.

Wladimir Barbin, Russischer Botschafter

Die russische Seite wird alle Umstände dieses Vorfalls gründlich untersuchen", erklärte Barbin weiter. Es sei nicht das erste Mal, "dass Hubschrauber der dänischen Luftwaffe gefährliche Manöver in der Nähe russischer Kriegsschiffe ausgeführt haben, während diese sich auf See und außerhalb dänischen Territoriums befanden".

Investigativ-Journalist Bojan Pancevski vor dem Bild einer ukrianischen Antonov

Nach dem gescheiterten Drohnen-Anschlag in Leipzig sollen zwei Verdächtige identifiziert sein. Die Bundesregierung hat bereits Strafmaßnahmen gegen Russland angekündigt. ZDFheute live analysiert.

02.09.2026 | 19:28 min

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 haben sich die Spannungen in der Ostsee deutlich erhöht. Dänemark als Mitglied der Nato wirft Russland hybride Angriffe auf seinem Territorium vor. Der dänische Geheimdienst PET warnte unlängst, Russland bereite Sabotageakte gegen die Rüstungsindustrie in Dänemark vor. Deswegen überrasche dieser Vorfall nicht, so die Ministerpräsidentin.

Denn das ist ein Muster, das wir in ganz Europa sehen. Ein immer aggressiveres und selbstbewusster auftretendes Russland, das seinen hybriden Krieg gegen Europa intensiviert hat und die Nato testet und herausfordert.

Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin Dänemark

Europa müsse als Antwort enger zusammenrücken und die Verteidigung stärken, so Frederiksen.

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Quelle: AFP, dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 15.09.2026 um 18:51 Uhr in dem Beitrag "Militärische Provokation gegen Dänemark".

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