Ceuta-Ereignisse: Madrid dementiert Geheimdienst-Hinweise

Ereignisse in Exklave Ceuta:Spanische Regierung dementiert Geheimdienst-Warnungen

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Die spanische Regierung weist Vorwürfe zurück, sie habe Warnungen des Geheimdiensts vor den Ereignissen in Ceuta ignoriert. Derweil bleibt die humanitäre Lage in Ceuta angespannt.

Menschen aus Marokko kommen an der Grenze zur spanischen Exklave Ceuta an.

Nach dem großen Ansturm flüchtender Menschen auf die Exklave Ceuta stellt sich die Frage, ob Falschinformationen Auslöser für die Fluchtwelle waren.

03.08.2026 | 3:33 min

Nach dem Andrang Zehntausender Migranten auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta hat die Regierung in Madrid Vorwürfe zurückgewiesen, sie habe Warnungen des Geheimdienstes CNI vor einer Massenankunft ignoriert. Man habe keine Geheimdienstberichte erhalten, die vor einer Migrationskrise dieses Ausmaßes gewarnt hätten, hieß es.

Gleichzeitig dauern in Ceuta die Unterbringung und Rückführung verbliebener Migranten sowie die Suche nach weiteren Todesopfern an. Nach Angaben des Innenministeriums in Madrid wurden bislang 72 Leichen geborgen.

Berichte über Warnungen des Geheimdienstes

Der Sprecher der oppositionellen konservativen Volkspartei (PP) in Spanien, Miguel Tellado, sagte, es sei kaum vorstellbar, dass der CNI von der bevorstehenden "Menschenwelle" nichts gewusst habe. Auch der Radiosender Cadena Ser berichtete von "mehrfachen Warnungen". Regierungssprecherin Elma Saiz entgegnete:

Mit einem derart beispiellosen Ereignis hatte niemand gerechnet.

Elma Saiz, Sprecherin der spanischen Regierung

Vor allem am Donnerstag waren Zehntausende Menschen von Marokko aus irregulär nach Ceuta gelangt - die meisten schwimmend, andere kletterten über den sechs Meter hohen Grenzzaun. Die genaue Zahl ist weiter unklar. Regionalpräsident Juan Jesús Vivas sprach nun von 80.000 Ankünften, nachdem er zuvor von 60.000 ausgegangen war. Madrid hält an der Schätzung von 50.000 fest. Marokko teilte mit, rund 40.000 Migranten hätten Ceuta erreichen wollen.

Spanische Exklave Ceuta: Menschen, die von Marokko illegal nach Spanien eingewandert sind, außerhalb eines temporären Flüchtlingslagers.

Marokko hat unter anderem Falschinformationen in den sozialen Medien für den Ansturm von Migranten auf die Exklave Ceuta verantwortlich gemacht. Die Regierung wies jede Mitschuld von sich.

03.08.2026 | 0:20 min

Mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen

Unterschiedliche Angaben gibt es auch zur Zahl der vor allem vor der Küste der Exklave an der Straße von Gibraltar ums Leben gekommenen Migranten. Während Madrid weiterhin von 72 Todesopfern spricht, erklären Vertreter der konservativen Regionalregierung, es gebe mindestens 88 Leichen.

Nach übereinstimmenden Behördenangaben ist der größte Teil der Migranten bereits nach Marokko zurückgekehrt. Nach Schätzung der Regionalregierung halten sich jedoch noch 3.000 bis 5.000 Menschen in Ceuta auf. Die Lage habe sich zwar beruhigt, von Normalität könne aber keine Rede sein, sagte Vivas. Die Zentralregierung beziffert derweil die Zahl der verbliebenen Migranten auf rund 2.500 und teilt mit, die Rückführungsaktionen seien noch nicht zu Ende.

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Die spanischen Behörden gehen davon aus, dass "die Opferzahl noch weiter steigen wird“, berichtet ZDF-Reporterin Scarlett Sternberg aus Ceuta. Es ginge um die "Glaubwürdigkeit Europas“, so ZDF-Reporterin Susanne Freitag-Carteron aus Brüssel mit Blick auf die Krisensitzung der EU-Innenminister.

03.08.2026 | 4:33 min

Aufnahmezentren in Ceuta völlig überlastet

Besonders angespannt bleibt die Situation bei unbegleiteten Minderjährigen. Ceuta betreut seit dem Ansturm nach eigenen Angaben mindestens 862 Kinder und Jugendliche, obwohl regulär nur 29 Plätze zur Verfügung stehen. Deshalb werden zusätzliche Unterkünfte in umfunktionierten Gebäuden eingerichtet.

Auch das Aufnahmezentrum CETI für Erwachsene ist nach Angaben der Regionalregierung in Ceuta nicht erst seit dem Ansturm völlig überlastet. Es bietet Platz für rund 600 Menschen. Vor dem Gelände halten sich den Angaben zufolge etwa 1.000 weitere Migranten in provisorischen Lagern auf.

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Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa heute in Europa am 03.08.2026 ab 16:00 Uhr sowie das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 03.08.2026 ab 05:30 Uhr.
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