Jungtier hatte Frau in Hamburg verletzt:Wolf nach Angriff wieder frei - "Auswilderung auf Bewährung"
Nach dem Angriff eines Wolfes auf eine Frau in Hamburg-Altona ist das Jungtier wieder ausgewildert worden. Es war vor etwa einer Woche von der Polizei eingefangen worden.
Der Wolf wurde zwischenzeitlich in eine Wildtierauffangstation bei Sachsenhagen gebracht. (01.04.2026)
Quelle: dpaDer nach einem Angriff auf eine Frau vor einer Woche mitten in Hamburg eingefangene Wolf ist wieder frei. Das bestätigte ein Pressesprecher der Hamburger Umweltbehörde gegenüber ZDFheute. Das männliche Jungtier sei mit einem Sender ausgestattet und am Ostersonntag wieder ausgewildert worden, teilte die Behörde mit. Wo genau der Wolf freigelassen wurde, sagte die Behörde nicht.
Zuvor habe die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) "bundes- und europaweit verschiedene Optionen für den Verbleib des Wolfes geprüft und mit diversen Expertinnen und Experten beraten". Andere Lösungen seien nicht umsetzbar gewesen.
Eine Unterbringung in einem Wildgehege war aus rechtlichen und praktischen Gründen nicht möglich, eine letale Entnahme des Tieres aus rechtlichen Gründen keine Option.
Mitteilung der Hamburger Umweltbehörde
In einer Einkaufspassage in Hamburg-Altona hatte der Wolf eine Frau verletzt. Das Tier flüchtete, später wurde es von der Polizei eingefangen.
31.03.2026 | 1:31 minDas Tier befand sich seit Dienstag in einer Wildtierauffangstation bei Sachsenhagen im niedersächsischen Landkreis Schaumburg.
Mit Auswilderung von Wolf "rechtssichere Lösung gefunden"
"Mit der Auswilderung haben wir für diesen Wolf nun eine rechtssichere Lösung gefunden, die die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und das Tierwohl berücksichtigt", erklärte Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne).
Durch den Sender sei sichergestellt, dass der Standort des Tieres zu jeder Zeit bekannt sei und Jäger im Zweifel unmittelbar eingreifen könnten, wenn er sich beispielsweise wieder einer Siedlung nähere.
Es ist eine Auswilderung auf Bewährung.
Katharina Fegebank, Umweltsenatorin
Nach dem Vorfall wurde das Tier schwimmend in der Binnenalster gesehen, aus der die Polizei den Wolf herausziehen und einem Wildpark übergeben konnte.
31.03.2026 | 1:41 minDer Wolf war erstmals am letzten Märzwochenende im Westen der Stadt gesichtet worden. Am Montagabend war er dann in eine kleine Einkaufspassage im Zentrum Altonas gelaufen und hatte dort eine etwa 60 Jahre alte Frau verletzt. Anschließend rannte der Wolf mehrere Kilometer durch die Hamburger Innenstadt und sprang schließlich in die Binnenalster, wo ihn die Polizei einfangen konnte.
Bislang unklar, ob Wolf Frau gebissen hat
Unklar ist bislang, was tatsächlich in der Einkaufspassage vorgefallen ist. Die Umweltbehörde geht davon aus, dass der Wolf die Frau gebissen hat, als diese mutmaßlich auf das panische Tier zugegangen sei, um es durch die gläsernen Automatiktüren nach draußen zu lassen. Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) hatte dazu am Dienstag auf den Polizeibericht verwiesen. Was genau in dem Bericht steht, ist jedoch unbekannt, da die Polizei diesen nicht veröffentlicht.
"Sich einem Wildtier zu nähern, ist keine gute Idee", so Marie Neuwald, Wolf-Referentin der NABU. Bei Kontakt zu den Tieren sollten Abstand und Ruhe bewahrt und die Behörden kontaktiert werden.
01.04.2026 | 4:45 minNaturschützer bezweifeln, dass der Wolf die Frau angegriffen und gebissen hat. Sie verweisen etwa auf eine Zeugin, die gesehen haben will, dass der Wolf die Frau angesprungen, aber nicht gebissen habe. Die Textilhändlerin mit eigenem Geschäft in der Passage sagte dem "Hamburger Abendblatt": "Es sah eher so aus, als hätte der Wolf sie beim Anspringen mit seiner Pranke im Gesicht getroffen."
Sollte der Wolf tatsächlich zugebissen haben, wäre dies der erste derartige Angriff seit Jahrzehnten. "Es gab noch keinen solchen Fall seit der Wiederansiedlung seit 1998", hatte eine Sprecherin des Bundesamts für Naturschutz der Deutschen Presse-Agentur gesagt.
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