Auswertung der Trackerdaten:Backhaus: Buckelwal verendete wenige Tage nach Freilassung
Der Anfang Mai in der Nordsee freigesetzte Buckelwal lebte wohl noch wenige Tage. Darauf deuten Senderdaten hin, die Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus vorstellte.
Die Tracker-Daten des Buckelwals zeigten, dass er die Freisetzung überlebt habe und erst zwischen dem 6. und 7. Mai gestorben sei, so Landesumweltminister Backhaus. Die Pressekonferenz im Video.
12.06.2026 | 55:48 minDie Freiheit in der Nordsee konnte der mehrfach an Ostseeküsten gestrandete Buckelwal nicht lange genießen: Das Tier habe nach seiner Freisetzung am 2. Mai wohl nur noch bis zum 6. oder 7. Mai gelebt, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Schwerin. Darauf wiesen die ausgewerteten Daten des Senders hin, den das Tier zuletzt getragen hatte. Danach sei er mehr oder weniger gedriftet beziehungsweise das Signal sei abgebrochen.
Am 14. Mai war der Wal vor der dänischen Insel Anholt im Kattegat zwischen Dänemark und Schweden entdeckt worden.
Quelle: dpaBuckelwal nach Freilassung direkt wieder Richtung Ostsee unterwegs
Bis zu seinem Tod hatte der Buckelwal Backhaus zufolge etwa 215 Kilometer zurückgelegt - und war direkt wieder auf Kurs Richtung Ostsee. Dort war er Backhaus zufolge auch wieder langsamer geschwommen und auch nicht mehr so tief wie zuvor getaucht. Es sei traurig, wie es für das Tier ausgegangen ist.
Er hat die Chance nicht nutzen können.
Till Backhaus, Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister (SPD)
Die genaue Todesursache sei weiterhin unklar, sagte Backhaus weiter.
Die Überreste des Buckelwals Timmy wurden per Lkw abtransportiert. Wochenlang hatte das Schicksal des geschwächten Wals in der Ostsee für Aufmerksamkeit gesorgt.
08.06.2026 | 0:27 minDer Tracker hatte Backhaus zufolge bis zum 7. Mai Daten geliefert, darunter Wassertiefe, Temperaturen, Bewegungsabläufe und Geschwindigkeit. Alle Daten sollen noch der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden, hieß es.
Der Tracker der Firma Wildlife Computers war an der Rückenfinne des geschwächten Tieres befestigt worden, kurz bevor es im Zuge der umstrittenen Transportaktion einer privat finanzierten Initiative ins offene Meer gesetzt wurde.
Greenpeace: Wichtige Daten fehlen weiterhin
Über die neuen Erkenntnisse sagte Umweltwissenschaftlerin und Greenpeace-Meeresschutzexpertin Daniela von Schaper bei ZDFheute live, es fehlten weiter Daten, die "dazu beitragen könnten, dieses große Puzzle zusammenzusetzen". Dass der Wal unmittelbar nach der Freilassung wieder südlich geschwommen sei, zeige allerdings, dass er keine Ambitionen gehabt habe, in die Nordsee zu gelangen.
Letztlich lässt sich vermuten, dass der Wal so, wie wir es auch schon befürchtet haben, einfach zu schwach war, dass er den Weg selbst nicht mehr in die Nordsee finden konnte und das wäre ja wichtig gewesen.
Daniela von Schaper, Greenpeace
Die Überreste des toten Wals "Timmy" waren Ende Mai auf die dänische Insel Anholt gezogen worden.
30.05.2026 | 0:25 minAußerdem habe der lange Transport dem Tier "sicher nicht gut getan", so von Schaper. Woran der Wal letztlich verendet ist, sei aber schwer zu sagen, sagte die Expertin und verwies auf den aufgeblähten Zustand des Kadavers. "Die Haut hat sich dadurch verändert, weswegen es sehr schwer ist, hier noch Verletzungen, die unterwegs passiert sind, wirklich einschätzen zu können."
Wal-Kadaver wurde abtransportiert
Der Wal hatte wochenlang vor der mecklenburgischen Insel Poel gelegen. Die Privatinitiative transportierte ihn mit einem Lastkahn Richtung Nordsee, etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt wurde er im Skagerrak am 2. Mai ausgesetzt.
Knapp zwei Wochen später, am 14. Mai, wurde der oft "Timmy" genannte Buckelwal - ein Weibchen - tot an der dänischen Insel Anholt angespült. Wie lange er da schon tot war, konnte nicht gesagt werden.
Bei dem vor Dänemark liegenden toten Buckelwal handelt es sich um "Timmy". Laut der dänischen Umweltbehörde hat das ein DNA-Test ergeben. Auch der passende Tracker sei an dem Wal gefunden worden.
16.05.2026 | 0:16 minNach Verlautbarung der Initiative waren anfangs zumindest einige Bewegungsdaten wie Tauchtiefen erfasst worden. Ortsdaten hatte das Gerät demnach nie geschickt, wohl, weil es vorab nicht wie eigentlich vorgesehen getestet und initialisiert wurde. Vitalzeichen im medizinischen Sinne wie Herz- oder Atemfrequenz erfasste der Sender gar nicht, dafür wäre spezielle Sensorik nötig gewesen.
Der schon stark verweste Kadaver des Wals wurde nach der Strandung auf der dänischen Insel Anholt obduziert, zunächst ohne konkrete Ergebnisse zur Todesursache. Die Überreste des Tieres sollten in Dänemark unter anderem zu Biodiesel verwertet werden.
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