Toter Buckelwal vor Anholt:Obduktion zeigt: Buckelwal "Timmy" war ein Weibchen
Die Todesursache von "Timmy" ist weiter unklar, bei der Obduktion des Buckelwals kam dafür raus, dass er ein Weibchen war. Die Überreste des Wals sind nun vom Strand verschwunden.
Nach der Obduktion des Buckelwals ist die genaue Todesursache weiterhin unklar
Quelle: dpaNach der Obduktion des als "Timmy" bekannten Buckelwals steht eines fest: "Timmy" war ein Weibchen. Das hat die mehrstündige Untersuchung des Wals am Strand der dänischen Insel Anholt gezeigt, die am späten Donnerstagabend beendet wurde. Die Todesursache blieb hingegen weiterhin unklar.
Am Freitagmorgen waren alle Überreste des Tieres vom Strand entfernt, berichtete der Fernsehsender TV2 unter Berufung auf die Umweltbehörde von Dänemark. Damit endet wohl ein weiteres Kapitel in der Geschichte von "Timmy", die insbesondere die Deutschen wochenlang beschäftigte.
Die Überreste des toten Wals “Timmy“ wurden zunächst auf die dänische Insel Anholt gezogen, nachdem er in der Nähe tot angespült worden war.
30.05.2026 | 0:25 minJetzt steht auf der Urlaubsinsel, vor der der tote Wal vor rund drei Wochen angespült wurde, noch der letzte Schritt an: der Abtransport der Reste, die nun in Containern lagern. Die Abholung der Container mit den Überresten soll jedoch erst in den kommenden Tagen folgen.
Todesursache von Buckelwal "Timmy" weiter unklar
Ausgestattet mit Schutzanzügen begannen die Experten am Donnerstagnachmittag mit der Obduktion. Zunächst wurde der gelb-bräunliche Kadaver begutachtet und vermessen. Anschließend wurde er mit einem länglichen Messer aufgeschnitten, um Luft aus dem stark aufgeblähten Tier abzulassen. Danach wurde der Wal geöffnet und zerteilt. Rund um das Tier lagen zeitweise Organe und Eingeweide.
Eine klare Todesursache konnte das Expertenteam bei den Untersuchungen zunächst nicht feststellen, wie unter anderem die dänische Biologin Charlotte Bie Thøstesen, die bei der Obduktion dabei war, spätabends vor Reportern erklärte. Das sei jedoch nicht ungewöhnlich, es sei oft sehr schwer, bei Kadavern wie diesem eine klare Todesursache festzustellen, sagte auch Veterinärmediziner Tim Jensen von der Universität Kopenhagen.
Etwa eine Verletzung sei nicht zu erkennen gewesen, was jedoch auch an der Verwesung liege. Zwar seien Parasiten festgestellt worden, für den Tod seien diese jedoch nicht verantwortlich.
Buckelwal war ein Weibchen: Forscher entdecken "Timmys" Uterus
Es war bereits zuvor vermutet worden, dass der Wal ein Weibchen sein könnte. Nun wurde der Uterus entdeckt. Schwanger sei der Wal in den letzten Monaten allerdings nicht gewesen, hieß es. Bei einem Blick ins Maul und in den Magen des Wals seien zudem keine Netze oder andere Gegenstände festgestellt worden, erklärte Jensen.
Knapp zwei Monate dauerte die Odyssee des Buckelwals. Jetzt ist klar: Der am Freitag vor Dänemark gestrandete, tote Wal ist "Timmy".
16.05.2026 | 1:40 minEin Bagger hievte im Laufe der Obduktion nach und nach die Teile des Kadavers in die vorbereiteten Container. Für das Team ist die Arbeit damit erledigt, die Experten verlassen die Insel am Morgen. In der Dunkelheit wurden nach der Obduktion die letzten Reste des Wals weggeräumt.
Die Reste des Kadavers warten nun auf ihre Abholung. Die Container sollen voraussichtlich Anfang kommender Woche abtransportiert werden, wie Morten Abildstrøm vom dänischen Amt für Naturverwaltung sagte. Ein Abtransport am Wochenende mache aufgrund eingeschränkter Betriebszeiten der zuständigen Unternehmen wenig Sinn, hieß es.
Alles wird allerdings nicht entsorgt: Manche Knochen des Tieres kommen laut Thøstesen zumindest teils in die Sammlung des Naturhistorischen Museums in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Dazu gehören etwa Flossenknochen oder Beckenknochen.
Mitte Mai wurde bekannt, dass es sich bei dem vor Dänemark angespülten toten Buckelwal um "Timmy" handelte.
16.05.2026 | 0:16 min"Timmys" Schicksal beschäftigte viele Menschen
Der in Deutschland "Timmy" oder auch "Hope" genannte Buckelwal war seit Ende März mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandet, sein Schicksal beschäftigte viele Menschen und sorgte für teils emotionale Debatten über den richtigen Umgang mit dem Tier. Eine private Initiative transportierte das Tier schließlich gegen den Rat von Fachleuten mit einem Schiff in einer Metallkiste Richtung Nordsee und setzte "Timmy" dort aus. Einige Zeit nach der Aktion wurde der Wal tot auf Anholt angespült. Ein Bergungsteam hatte das Tier am Wochenende auf den Strand gezogen.
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