Sohn von Mette-Marit:Marius Borg Høiby zu vier Jahren Haft verurteilt
Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, wurde wegen Vergewaltigung zu vier Jahren Haft verurteilt. Ein Gericht sprach ihn in zwei Fällen schuldig.
Marius Borg Høiby wurde unter anderem Vergewaltigung vorgeworfen.
13.06.2026 | 1:18 minDer Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit ist wegen Vergewaltigung und häuslicher Gewalt zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Oslo sprach Marius Borg Høiby in zwei Fällen der Vergewaltigung sowie wegen weiterer Vergehen schuldig. Von zwei zusätzlichen Vergewaltigungsvorwürfen wurde der 29-Jährige freigesprochen.
Marius Borg Høiby war in 40 Punkten angeklagt, unter anderem soll er vier Frauen vergewaltigt haben, während diese schliefen oder bewusstlos waren. Zudem soll der 29-Jährige mehrere Ex-Freundinnen körperlich und psychisch misshandelt haben. Im Mittelpunkt des Prozesses stand die Frage, ob Høibys mutmaßliche Opfer in der Lage waren, einvernehmlichem Sex zuzustimmen.
Høibys Anwalt forderte Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung
Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und sieben Monate Haft für Høiby gefordert, seine Verteidiger wollten dagegen einen Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung erwirken.
Høiby ist Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung vor ihrer Hochzeit mit Kronprinz Haakon und gehört formell nicht dem Königshaus an.
Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und sieben Monate Haft für Høiby gefordert.
18.03.2026 | 3:04 minLange Liste von Vorwürfen gegen Mette-Marits Sohn
Mehrere der Taten hatte der 29-Jährige gestanden. Dabei geht es etwa um Fälle von Körperverletzung und Vandalismus, Verstöße gegen ein Kontaktverbot zu einer Ex-Freundin, die norwegische Medien nach dem Osloer Stadtteil Frogner "Frogner-Frau" nennen, verschiedene Verkehrsdelikte sowie den Transport von 3,5 Kilo Marihuana.
Die vorgeworfenen Vergewaltigungen von vier Frauen, während diese schliefen, hatte er dagegen bestritten. Während er mit den Frauen zusammen war, hatte Høiby diese gefilmt und fotografiert. Foto- und Videoaufnahmen auf den Handys des Norwegers hatten in der Beweisführung der Staatsanwaltschaft eine wichtige Rolle gespielt. Die Verteidigung hatte während des Prozesses Zweifel an der Glaubwürdigkeit von einem der mutmaßlichen Opfer gesät.
Schuldig gesprochen: Marius Borg Høiby muss ins Gefängnis. Der Sohn der künftigen Königin steht im Zentrum von Norwegens größtem Royalskandal. Die Geschichte hinter dem Fall.
15.06.2026 | 45:19 minIm August 2024 nahm die Polizei ihn zum ersten Mal fest. In der Wohnung seiner damaligen Freundin hatte er randaliert, gab später zu, der Frau gegenüber gewalttätig geworden zu sein. Im Laufe der Ermittlungen kamen immer mehr Vorwürfe ans Licht. Kurz vor dem Prozess nahm die Polizei Høiby erneut fest - er hatte gegen ein Kontaktverbot gegenüber seiner Ex-Freundin verstoßen. Seitdem sitzt der 29-Jährige in Untersuchungshaft.
Sorge um Kronprinzessin Mette-Marit
Das Urteil trifft Høiby und seine Mutter in einer schwierigen Zeit: Mette-Marit, bei der 2018 eine seltene Form von Lungenfibrose diagnostiziert worden war, wartet derzeit auf eine Spender-Lunge. Der Gesundheitszustand der 52-Jährigen hatte sich jüngst deutlich verschlechtert. Høibys Verteidiger war dennoch mit dem Antrag gescheitert, seinen Mandanten vor der Urteilsverkündung aus der Untersuchungshaft zu entlassen.
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Sigrid Harms, Oslo