Sohn von Mette-Marit:Urteil im Prozess gegen Marius Borg Høiby erwartet
von Sigrid Harms, Oslo
Am Montag wird das Urteil gegen Marius Borg Høiby erwartet. Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit steht unter anderem wegen zahlreicher Sexualdelikte vor Gericht.
Am Montag wird das Urteil im Prozess gegen Marius Borg Høiby erwartet. Ihm wird unter anderem Vergewaltigung vorgeworfen.
13.06.2026 | 1:18 minWas wird Marius Borg Høiby vorgeworfen?
Die Anklage gegen Marius Borg Høiby umfasst 40 Punkte. Die schwerwiegendsten sind wohl die der Vergewaltigung von vier Frauen. Er soll sexuelle Handlungen an ihnen vorgenommen haben, während sie schliefen. Marius soll sie dabei gefilmt haben.
Mit allen hatte er vorher einvernehmlichen Sex, weshalb es spannend ist, ob die Richter das in Betracht ziehen. Außerdem werden ihm zahlreiche Fälle von häuslicher Gewalt und Misshandlungen vorgeworfen.
Vor Gericht in Oslo war heute der schwerste Vorwurf im Verfahren gegen Marius Borg Høiby Thema: Eine Frau berichtet über ein Tinder-Date und einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff.
10.02.2026 | 0:56 minEr soll Ex-Freundinnen bedroht, geschlagen, gewürgt und kontrolliert haben. Schließlich werden ihm Verkehrsdelikte, Drogenvergehen und tausendfache Verstöße gegen ein Kontaktverbot vorgeworfen.
Wie hat Marius auf die Vorwürfe vor Gericht reagiert?
Marius Borg Høiby hat die schwersten Vorwürfe der Vergewaltigung abgestritten. Die sexuellen Handlungen, die er an den Frauen vornahm, seien einvernehmlich gewesen.
Was er hingegen teilweise eingeräumt hat, sind die Fälle von Gewalt, vor allem gegenüber seiner letzten Freundin, die als "Frogner-Frau" bezeichnet wird. 20 der 40 Anklagepunkte betreffen sie.
In Norwegen wird im Prozess gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit die Aussage von Marius Borg Høiby erwartet. Dem 29-Jährigen wird unter anderem mehrfache Vergewaltigung vorgeworfen.
04.02.2026 | 0:24 minHøiby gab zu, schnell wütend zu werden, Dinge zerstört und sein Gegenüber angeschrien zu haben. Die Gewaltvorwürfe einer anderen Ex-Freundin, die beschrieb, Angst vor ihm gehabt zu haben, bestritt der 29-Jährige. Delikte wie den Drogentransport und zu schnelles Fahren gab er zu.
Welches Strafmaß fordern Anklage und Verteidigung?
Die Staatsanwaltschaft will, dass Høiby für 39 Delikte verurteilt wird und für sieben Jahre und sieben Monate ins Gefängnis geht. Dass er vor und während des Prozesses einem großen Mediendruck ausgesetzt war, rechtfertige keinen Strafrabatt. Hinzu kommen finanzielle Forderungen: Die betroffenen Frauen treten als Nebenklägerinnen auf. Ihre Anwälte fordern für sie Schadensersatz von insgesamt 1,9 Millionen Kronen (ca. 170.000 Euro).
Im Prozess gegen Marius Borg Høiby hat diese Woche ein weiteres mutmaßliches Opfer eine Aussage gemacht, die "Frau aus Frogner". Der letzte Verhandlungstag soll der 19. März sein.
06.03.2026 | 0:56 minDie Verteidigung plädierte dafür, Høiby von den Vergewaltigungen freizusprechen. Die Anklagepunkte, die er eingeräumt habe, rechtfertigten ein Strafmaß von eineinhalb Jahren.
Wie reagiert das Königshaus?
Das Königshaus tut sich in dieser Sache sehr schwer. Es argumentiert, Marius Borg Høiby sei kein Mitglied des Königshauses, sondern nur der Königsfamilie, und damit sei der Hof auch nicht auskunftspflichtig.
Die Familie bestätigte, dass sie eine harte Zeit durchmache, eine Pressekonferenz aber war ausgeschlossen. Damit war die Öffentlichkeit nicht zufrieden, und die Kritik nahm zu.
Erst in einem Programm des norwegischen Fernsehens (NRK) Ende 2025 sprach das Kronprinzenpaar davon, Marius Probleme ernstgenommen und professionelle Hilfe in Anspruch genommen zu haben. Konkreter wurde es aber nicht.
Welche Auswirkungen hat der Prozess auf die Königsfamilie und ihr Ansehen?
Das Ansehen der Königsfamilie hat definitiv Schaden genommen. Bei einer Umfrage des NRK sagten 36 Prozent, sie hätten einen negativeren Eindruck vom Königshaus. Das betrifft aber nicht den Regenten.
In einer anderen Umfrage vom Mai bekam der 89-jährige König Harald auf einer Skala von 1 bis 10 die Topnote 9,2, Königin Sonja 8,7. Auch Kronprinz Haakon ist beliebt und liegt bei 8,1.
Norwegens König Harald V. äußert sich zum Vergewaltigungsprozess gegen seinen angeheirateten Enkel Marius Borg Høiby. Gemeinsam mit Königin Sonja spricht er allen Betroffenen sein Mitgefühl aus.
30.12.2025 | 1:32 minDas Ansehen von Kronprinzessin Mette-Marit hingegen ist auf 4,4 gesunken. Das liegt vermutlich nicht nur an den Vorwürfen gegenüber ihrem Sohn, sondern auch an ihren Kontakten zu dem Sexualverbrecher Jeffrey Epstein sowie daran, dass sie sich bislang nicht den Fragen der Presse stellte. Das hat zu einem Vertrauensverlust geführt.
Einer Umfrage der "Nettavisen" (Netzeitung) zufolge halten nur noch 37 Prozent der Befragten Mette-Marit für geeignet, Königin zu werden.
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