ZDF/ARTE-Koproduktion ausgezeichnet:Oscars 2026: Gewinner, Überraschungen und politische Momente
von Fränzi Meyer
Wer gewann die meisten Oscars, welche Preise gingen nach Deutschland - und welche politischen Botschaften gab es? Besondere Momente der 98. Oscar-Verleihung im Überblick.
Der Polit-Thriller "One battle after another" ist der große Sieger des Abends und gewinnt neben dem Oscar für den besten Film noch fünf weitere Auszeichnungen.
16.03.2026 | 2:02 minIn Hollywood sind die Oscars verliehen worden. Moderator Conan O’Brien betonte in seiner Eröffnungsrede, dass die Filmpreise gerade in "chaotischen und beängstigenden Zeiten" Menschen weltweit verbinden könnten. In den 24 Oscar-Kategorien nominiert waren Produktionen aus 31 Ländern. Wer gewann? Antworten auf die wichtigsten Fragen zu der Veranstaltung:
An wen gingen die meisten Oscars?
Der Politthriller "One Battle After Another" von Regisseur Paul Thomas Anderson war der große Gewinner des Abends: Der Film holte sechs Oscars, darunter die Auszeichnung für den besten Film. Auch Anderson selbst wurde erstmals geehrt - als bester Regisseur und für das beste adaptierte Drehbuch. Der Film mit Leonardo DiCaprio erzählt von militanten linken Aktivisten in den USA, angeführt von selbstbewussten schwarzen Frauen. Insgesamt war er mit 13 Nominierungen ins Rennen gegangen.
Noch mehr Nominierungen hatte allerdings der Vampirfilm "Blood & Sinners". Das Südstaaten-Drama von Ryan Coogler kam auf 16 Nominierungen - so viele wie kein Film zuvor. Am Ende gewann er vier Oscars, unter anderem für das Originaldrehbuch und die Filmmusik.
Wer gewann die Schauspiel-Oscars?
Die irische Schauspielerin Jessie Buckley gewann den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle im Drama "Hamnet". Darin spielt sie die Ehefrau von William Shakespeare, die um ihren Sohn trauert. In ihrer Dankesrede widmete Buckley den Preis "dem schönen Chaos eines Mutterherzens" - passend dazu, dass im Vereinigten Königreich am Tag der Verleihung Muttertag war.
Als bester Hauptdarsteller wurde Michael B. Jordan für seine Doppelrolle im Vampirdrama "Blood & Sinners" ausgezeichnet. Er setzte sich unter anderem gegen Timothée Chalamet durch, der für "Marty Supreme" nominiert war.
Michael B. Jordan und Jessie Buckley: Gewinner der Oscar-Nacht
Michael B. Jordan ("Blood & Sinners") gewann als bester Hauptdarsteller. Kollegin Jessie Buckley ("Hamnet") setzte sich als beste Hauptdarstellerin durch.
Quelle: action pressAls beste Nebendarstellerin wurde Amy Madigan für den Horrorfilm "Weapons - Die Stunde des Verschwindens" geehrt. Der Oscar für den besten Nebendarsteller ging an Sean Penn für "One Battle After Another".
Bester Film: „One Battle After Another“
Bester internationaler Film: „Sentimental Value“ (Norwegen)
Beste Regie: Paul Thomas Anderson für „One Battle After Another“
Beste Hauptdarstellerin: Jessie Buckley für „Hamnet“
Bester Hauptdarsteller: Michael B. Jordan in „Blood & Sinners“
Beste Nebendarstellerin: Amy Madigan in „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“
Bester Nebendarsteller: Sean Penn in „One Battle After Another“
Bestes Casting: Cassandra Kulukundis für „One Battle After Another“
Beste Kamera: Autumn Durald Arkapaw für „Blood & Sinners“
Bester Schnitt: Andy Jurgensen für „One Battle After Another“
Bester Ton: Gareth John, Al Nelson, Juan Peralta, Gary A. Rizzo und Gwendolyn Yates Whittle für „F1“
Bestes Originaldrehbuch: „Blood & Sinners“ von Ryan Coogler
Bestes adaptiertes Drehbuch: „One Battle After Another“ von Paul Thomas Anderson
Beste Musik: Ludwig Göransson für „Blood & Sinners“
Bester Song: „Golden“ aus „KPop Demon Hunters“
Bester Animationsfilm: „KPop Demon Hunters“
Bester Dokumentarfilm: „Ein Nobody gegen Putin“ von David Borenstein, Helle Faber, Alžbeta Karásková und Pawel Talankin
Gingen auch Preise Richtung Deutschland?
Ja. In der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" gewann die deutsche Koproduktion "Ein Nobody gegen Putin". Der Film des US-amerikanischen, in Kopenhagen lebenden Regisseurs David Borenstein und des russischen Videofilmers Pawel Talankin entstand unter anderem mit ZDF und ARTE. Die Dokumentation erzählt von einem Lehrer in Russland, der im Zuge des Ukraine-Kriegs zunehmend an der staatlichen Propaganda zweifelt. Der Film ist auf Youtube und hier zu sehen:
Die oskarprämierte Dokumentation portraitiert Pawel Talankin, Lehrer an einer Schule in seiner Heimatstadt Karabasch. Mit Beginn des russischen Angriffskriegs bekommt Pawel den Auftrag, patriotische Veranstaltungen zu organisieren und zu dokumentieren. Seine Zweifel und Skrupel werden immer stärker. Zugleich ermöglicht sein Zeugnis einen spektakulären Einblick in die russische Propaganda-Maschine.
13.01.2026 | 89:28 minAuch in einer weiteren Kategorie waren ZDF und ARTE beteiligt: Das norwegische Drama "Sentimental Value", das als bester internationaler Film ausgezeichnet wurde, erzählt von einem komplizierten Vater-Tochter-Verhältnis.
Welche Besonderheiten gab es bei der Verleihung?
Für einen historischen Moment sorgte Kamerafrau Autumn Durald Arkapaw: Sie gewann für "Blood & Sinners" als erste Frau überhaupt den Oscar für die beste Kameraführung.
Neu war in diesem Jahr außerdem eine Kategorie: Erstmals wurde ein Oscar für das beste Casting vergeben. Die Auszeichnung ging an Cassandra Kulukundis für "One Battle After Another". Es ist die erste neue Oscar-Sparte seit 2002, als der Preis für den besten animierten Spielfilm eingeführt wurde.
Sean Penn gewann für seine Nebenrolle in "One Battle After Another" seinen dritten Oscar, kam aber nicht zur Verleihung. Damit gehört er nun zu den männlichen Schauspielern mit den meisten Oscars, neben Jack Nicholson, Walter Brennan und Daniel Day-Lewis. Den Preis nahm Vorjahressieger Kieran Culkin stellvertretend entgegen. Warum Penn der Gala fernblieb, ist unklar.
Die Vorbereitungen für die Oscarverleihung laufen und die ersten roten Teppiche werden ausgerollt. Und auch Conan O'Brien, der die diesjährigen Oscars moderieren wird, half tatkräftig mit.
12.03.2026 | 0:53 minWelche politischen Momente gab es?
Moderator der Oscar-Gala, Conan O’Brien, machte gleich zu Beginn der Preisverleihung einen spöttischen Seitenhieb auf US-Präsident Donald Trump. In einem Witz spielte er auf die umstrittene Umbenennung des Kulturzentrums "Kennedy Center" in "Trump Kennedy Center" an.
Wir melden uns live aus dem Hat-einen-kleinen-Penis-Theater. Mal sehen, ob er da seinen Namen davor setzt.
Conan O’Brien, Oscar-Moderator
Für einen weiteren Seitenhieb sorgte Moderator Jimmy Kimmel. Er sprach über Mut in der Filmbranche - und bemerkte ironisch, manche Länder hätten Probleme mit Meinungsfreiheit. "Ich darf nicht sagen, welche", sagte er. "Nennen wir einfach Nordkorea und CBS."
Schauspieler Javier Bardem rief bei der Präsentation des Preises für den besten internationalen Film: "No to war and free Palestine" - also: Nein zum Krieg und Freiheit für Palästina.
In einer Rede zu den Dokumentarfilm-Preisen wurde an Kinder erinnert, die bei Schulschießereien in den USA getötet wurden, und auf die zunehmende Waffengewalt im Land hingewiesen.
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