Kinostart von "Marty Supreme":Timo Boll: "Jeder wollte mit mir spielen"
Tischtennislegende Timo Boll spielt in "Marty Supreme" mit Timothée Chalamet eine kleine Rolle. Wie kam es dazu - und wie hart war Hollywood wirklich?
Nominiert für neun Oscars: Hollywoodstar Timothée Chalamet schlüpft im Film "Marty Supreme" von Regisseur Josh Safdie in die Rolle eines ehrgeizigen Tischtennispielers der 1950er.
25.02.2026 | 2:54 minAbschiedssaison, Termindruck - und plötzlich ruft Hollywood an. Kurz darauf steht Timo Boll in New York am Set von "Marty Supreme" und dreht Ballwechsel mit dem derzeit angesagtesten Schauspieler Timothée Chalamet. Für den besten deutschen Tischtennisspieler und Filmfan ein Kindheitstraum - kurz bevor er seine Karriere beendet. Marty Supreme ist für neun Oscars nominiert.
Timo Boll erfüllt sich kurz vor dem Karriereende einen Kindheitstraum: Für "Marty Supreme" steht der Tischtennisspieler in New York mit Timothée Chalamet vor der Kamera.
Quelle: action pressZDFheute: Herr Boll, wie kam es zu der Zusammenarbeit am Film Marty Supreme? Wie fühlte es sich an, zusammen mit Timothée Chalamet in New York vor der Kamera zu stehen?
Timo Boll: Okay. Ja, ich bin ja ein großer Filmfan und habe mir ein Heimkino ins Haus oder damals sogar in mein Kinderzimmer gebaut von meinem ersten ersparten Geld, und dann gefragt zu werden vom Regisseur Josh Safdie selbst, ob ich da Lust hätte mitzuwirken. Er hätte mich gerne dabei gehabt.
Da habe ich mich natürlich sehr geehrt gefühlt und als ich dann auch mitbekommen habe, wer da alles mitspielt, war ich natürlich total heiß drauf.
Ich war erst mal ein bisschen skeptisch, ob es natürlich zeitlich in den Rahmen passt. Ich war in meiner Abschiedssaison.
Da war eh schon viel Rummel und viele Termine, aber es hat genau zwei Wochen in den Freiraum reingepasst und da war ich dann in New York und durfte mit Timothée Chalamet zusammen aufnehmen. Das war natürlich schon was Besonderes.
In dem Film "Marty Supreme" schlüpft Timothée Chalamet in die Rolle eines Tischtennisprofis in den 1950ern. Das Drama feiert Premiere in Paris und der Hauptdarsteller erscheint ganz in Braun.
04.02.2026 | 0:31 minZDFheute: Wie war es an einem echten Hollywood-Filmset zu arbeiten?
Boll: Ich meine, dort ist alles ein bisschen größer und detaillierter. Wir hatten 400 Statisten, glaube ich, am Set und ich glaube über 70 Stylisten. Jeden Tag haben wir die Haare geschnitten bekommen und sind rasiert worden.
Aber wir haben auch erst mal eine Woche lang nur trainiert. Ich sollte fünf Ballwechsel mit Timothée spielen und einer ist dann am Ende im Film zu sehen. Es wurde wirklich auf jedes Detail geachtet.
ZDFheute: Timothée Chalamet hat sechs Jahren lang für diese Rolle trainiert, aber jetzt mal ganz ehrlich: Wie hat er sich wirklich am Tisch geschlagen?
Boll: Ja, ich glaube, Timmy hat sich vor allem darauf konzentriert, dass es auf der Kamera gut aussieht, dass es so in diesem 50er-Jahre-Stil wirkt.
Die Ballwechsel waren alle vorgegeben und geskriptet. Ich habe fünf Ballwechsel am Stück mit ihm gedreht, ohne Cut, und allein sich das alles zu merken, war für mich schon schwierig.
Die Ballwechsel waren alle vorgegeben und geskriptet. Ich habe fünf Ballwechsel am Stück mit ihm gedreht, ohne Cut, und allein sich das alles zu merken, war für mich schon schwierig.
Aber dass er das so gut hinbekommen hat, ich glaube, man sieht es dann auch im Film, es sieht echt cool aus.
Top-Tischtennisspieler Timo Boll erzählt im ZDF-Interview über die Dreharbeiten für "Marty Supreme".
26.02.2026 | 6:17 minZDFheute: Wie hart war die Arbeit am Set für Sie?
Boll: Die ganzen Statisten, die Kameraleute, der Regisseur, jeder wollte mal irgendwie mit mir spielen. Von daher waren das immer anstrengende Tage für mich. Wir haben ja teilweise bis mitten in die Nacht gedreht. Also es war schon anstrengend. Man kann jetzt schon nachvollziehen, was ein Schauspieler leisten muss, dass das nicht nur Zuckerschlecken und roter Teppich, sondern auch harte Arbeit ist.
Zwei Mal WM-Bronze im Einzel, acht Mal Einzel-Europameister, zwei Mal Olympia-Silber im Team: Timo Boll ist der erfolgreichste deutsche Tischtennisspieler.
21.12.2025 | 8:05 minZDFheute: Sie haben Ihre Karriere vor wenigen Monaten beendet. Fühlt sich dieser Film wie ein besonderes Schlusskapitel an?
Boll: Ja, ich habe ja jetzt vor ein paar Monaten aufgehört. Ich habe so ein bisschen mit dem Handgelenk Probleme. Ich meine, 300 Tage im Jahr immer unterwegs zu sein, nie zu Hause, das war schon ein hartes Leben auch und deshalb bin ich jetzt froh, dass es so langsam ein bisschen ruhiger wird.
ZDFheute: Was hat Sie an der Geschichte von "Marty Supreme" besonders überzeugt?
Boll: Josh Safdie, der Regisseur, hat ja auch das Drehbuch geschrieben und hat unheimlich viel Recherche betrieben. Die Tischtennis-Szenen sind echt total authentisch geworden, so wie es halt früher auch ein bisschen war, alles ein bisschen schmutzig. Der Film macht unseren Sport auch irgendwie ein bisschen cool.
In Hollywood wurden die Nominierungen für die diesjährigen Oscars bekanntgegeben. Als Favoriten gehen die Filme "Blood & Sinners" und "One Battle After Another" ins Rennen.
22.01.2026 | 1:00 minZDFheute: Und jetzt drücken Sie bei den Oscars die Daumen? Der Film ist in neun Kategorien nominiert.
Boll: Ja, ich hoffe auf jeden Fall, dass der Film irgendeinen Oscar bekommt, weil das schreibe ich mir dann auch auf die Autogrammkarte drauf, in Anführungszeichen mit Smiley, aber nur dahinter.
Das Interview führte Christiane Lange aus dem ZDF-Landesstudio München.
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