Höchststrafe für Berliner Palliativarzt - 15 Patienten getötet

Landgericht Berlin:15 Patienten getötet: Höchststrafe für Palliativarzt

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Ein Berliner Palliativarzt ist wegen 15-fachen Mordes zur Höchststrafe verurteilt worden. Er soll zwölf Frauen und drei Männer bei Hausbesuchen getötet haben.

Die Prozessbeteiligten (l-r), die Rechtsanwälte des Angeklagten, Klaudia Dawidowic, Ria Halbritter und Christoph Stoll, sowie die Vorsitzende Richterin Sylvia Busch (M) und Staatsanwalt Philipp Meyhöfer (2.v.r.) stehen beim Mordprozess gegen einen Palliativarzt, der in Berlin 15 Menschen getötet haben soll, im Landgericht Berlin.

Höchststrafe für Berliner Palliativarzt wegen Patientenmorden.

Quelle: dpa

Das Landgericht Berlin hat einen Palliativarzt wegen 15-fachen Mordes zur in Deutschland möglichen Höchststrafe verurteilt: Der 41-jährige Johannes M. muss lebenslang in Haft. Außerdem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete die anschließende Sicherungsverwahrung an. Die Richter verhängten zudem ein lebenslanges Berufsverbot. Mit dem Urteil folgten sie dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft.

Richterin: Morde wahrscheinlich nur Spitze des Eisbergs

Das Gericht zeigte sich nach der Beweisaufnahme überzeugt, dass der Mediziner zwölf Frauen und drei Männer bei Hausbesuchen getötet hatte. Die Taten wurden zwischen September 2021 und Juli 2024 begangen. Der Mediziner legte bei seinen Hausbesuchen in einigen der Wohnungen Feuer, um seine Taten zu vertuschen.

Ältere Person im Rollstuhl hält die Hand einer Pflegefachkraft.

Der Arzt hatte im Mordprozess zwölf Taten gestanden. Er entschuldigte sich bei Angehörigen der Opfer und übernahm die Verantwortung für seine Taten.

25.06.2026 | 0:21 min

Die Vorsitzende Richterin, Sylvia Busch, sagte über M., dieser sei ein Serienmörder. Die nun abgeurteilten Mordtaten seien wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Dabei verwies sie auf Telefonate des Mediziners mit seiner Frau, in denen dieser davon gesprochen habe, "schon immer, schon lange" getötet zu haben.

Der Fall sei unfassbar, sagte die Richterin. Der Angeklagte habe nicht aus Mitleid getötet, um seinen Patienten Schmerzen zu ersparen, oder aus einer falsch verstandenen Sterbehilfe. Der Mann sei stattdessen bei seinen Taten von einem Gefühl der Macht durchzogen gewesen.

Pflegedienst schöpfte Verdacht

Der angeklagte Arzt war während seiner Taten bei einem auf Palliativversorgung spezialisierten Pflegedienst angestellt, der schließlich Verdacht schöpfte und so die Ermittlungen anstieß. Im Prozess traten mehrere Angehörige der Opfer als Nebenkläger auf.

Unabhängig von diesem Prozess wird der Angeklagte verdächtigt, mehr als 70 weitere Patientinnen und Patienten getötet zu haben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dazu laufen noch.

Quelle: AFP, dpa
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress am 25.06.2026 um 16:07 Uhr.

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