Studie zu "Gender Pay Gap":Lohnabstand zwischen Geschlechtern wird kleiner
Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern ist laut einer Studie weiter geschrumpft. Allerdings liegt Deutschland immer noch deutlich über dem EU-Durchschnitt.
Der Lohnabstand zwischen Männern und Frauen schrumpft. Während der Unterschied im Bruttoverdienst vor zehn Jahren noch bei 22,3 Prozent lag, betrug er im letzten Jahr nur noch 15,6 Prozent.
24.02.2026 | 0:44 minDer Lohnabstand zwischen den Geschlechtern ist in Deutschland weiter geschrumpft, klafft aber immer noch auseinander. Wie eine Untersuchung vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt, lag der "Gender Pay Gap" im vergangenen Jahr bei 15,6 Prozentpunkten. Der durchschnittliche Brutto-Stundenverdienst betrug für Männer 26,34 Euro, für Frauen 22,24 Euro.
Zehn Jahre zuvor betrug der Lohnabstand der Untersuchung zufolge noch 22,3 Prozentpunkte, der durchschnittliche Brutto-Stundenverdienst unterschied sich um 4,43 Euro.
Der schrumpfende Abstand seit 2014 sei erfreulich, dennoch liege Deutschland weiterhin deutlich über dem EU-Durchschnitt von zwölf Prozentpunkten, erklärten die Autoren zum "Equal Pay Day" am 8. März.
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Der schrumpfende Lohnabstand dürfe zudem nicht darüber hinwegtäuschen, dass nur knapp die Hälfte aller abhängig beschäftigten Frauen die eigene Existenz langfristig aus eigenem Erwerbseinkommen sichern kann, hieß es.
Dies gelinge immerhin drei Vierteln der abhängig beschäftigten Männer. Ein langfristig existenzsicherndes Erwerbseinkommen für sich selbst und zusätzlich noch ein Kind zu erzielen, gelinge sogar nur rund einem Drittel der abhängig beschäftigten Frauen sowie rund der Hälfte der Männer.
Am 7. März ist Equal Pay Day. Der steht für den Gender Pay Gap – also die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. Denn rein rechnerisch haben Frauen dieses Jahr bis heute umsonst gearbeitet.
07.03.2025 | 2:36 minZudem summieren sich die geringeren Einkommen von Frauen über den Lebensverlauf hinweg, wie die Autoren unterstrichen. Trotz eines allmählichen Rückgangs in den letzten drei Jahrzehnten sei daher der Abstand zwischen den Altersbezügen von Männern und Frauen, der sogenannte "Gender Pension Gap", immer noch groß: Im Jahr 2023 erhielten Frauen im Durchschnitt eine um 43 Prozent niedrigere Alterssicherung als Männer.
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Frauen arbeiten oft in Teilzeit
Auch bei der wöchentlichen Arbeitszeit gibt es geschlechterbezogene Unterschiede: Im Durchschnitt arbeiten Männer 38 Stunden, Frauen 30,5 Stunden. Dieser "Gender Working Time Gap" gehe zwar seit 2005 schrittweise zurück, zuletzt jedoch sehr langsam, heißt es in der Untersuchung des WSI.
Seit Mitte der 1990er Jahre seien zwar immer mehr Frauen in Deutschland erwerbstätig, jedoch erfolgte dieser Anstieg größtenteils in Form von Teilzeitarbeit. Fast jede zweite abhängig beschäftigte Frau (46 Prozent), aber nur jeder achte Mann (13 Prozent) arbeite in Teilzeit. Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des WSI, erklärte:
Gerade Menschen mit Sorgeverpflichtungen und ganz besonders Frauen, die Kinder haben oder Angehörige pflegen, müssen zwei Jobs unter einen Hut bringen.
Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des WSI
Für sie tue die Politik derzeit wenig. Diskutierte Änderungen sozialer Standards, etwa eine Deregulierung von Arbeitszeiten oder Kürzungen bei der Rente, würden vor allem Frauen treffen.
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