Spanien: Polizei hebt großes Schleuser-Netzwerk aus

78 Verdächtige festgenommen:Spanien: Polizei hebt großes Schleuser-Netzwerk aus

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Die spanische Polizei hat einen großen Schleuserring zerschlagen. Das Netzwerk soll mehr als 2.000 Migranten ins Land gebracht haben. 78 Verdächtige wurden festgenommen.

Guardia Civil

Bei einer von Spanien geleiteten Operation haben die Guardia Civil und die EU-Polizeibehörde Europol ein Schleusernetzwerk ausgehoben. 78 Verdächtige wurden festgenommen.

07.08.2026 | 0:38 min

Die spanische Polizei hat eines der größten Schleuser-Netzwerke im Mittelmeerraum zerschlagen und 78 Verdächtige festgenommen. Bei dem Einsatz wurden 18 Schnellboote im Wert von mehr als fünf Millionen Euro beschlagnahmt, wie die Polizei mitteilte.

Den Ermittlern zufolge nutzten die Kriminellen die Boote, um synthetische Drogen wie Ecstasy von Spanien nach Algerien zu transportieren. Auf dem Rückweg seien Migranten mit den Booten an die spanische Mittelmeerküste und nach Ibiza geschleust worden. Die Ermittler der Guardia Civil bezeichneten das Netzwerk als eine der "komplexesten, aktivsten und gefährlichsten" kriminellen Organisationen, die bisher in der Region aufgedeckt worden seien.

Polizei: Passagiere bei Überfahrten gefesselt

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe für mindestens 64 Schleuseraktionen verantwortlich ist. Dabei sollen mehr als 2.000 Menschen nach Spanien gebracht worden sein, was den Schleusern 24 Millionen Euro eingebracht habe.

Die Polizei bezeichnete die Überfahrten als "extrem gefährlich". Die Migranten seien auf engstem Raum bei hoher Geschwindigkeit auf rauer See unterwegs gewesen. In einigen Fällen seien die Passagiere sogar gefesselt worden, um zu verhindern, dass sie während der Fahrt ins Wasser fallen.

Schleuser verlangten bis zu 12.000 Euro pro Person

Das Schmuggler-Netzwerk verlangte den Ermittlern zufolge bis zu 12.000 Euro pro Person. Nach Polizeiangaben waren teilweise bis zu 50 Migranten pro Überfahrt unterwegs. Die spanische Polizei arbeitete in dem Fall mit Europol und ihren Kollegen in Frankreich, Portugal und Polen zusammen.

Der Großteil der irregulären Migration nach Spanien auf dem Seeweg erfolgt derzeit über die Atlantikroute von Westafrika zu den Kanarischen Inseln. Während die Ankünfte auf den Kanarischen Inseln in den vergangenen Monaten zurückgegangen sind, hat die irreguläre Migration entlang der westlichen Mittelmeerroute von Algerien nach Spanien wieder zugenommen.

Auf dem Bild ist ein Boot mit geflüchteten Personen auf dem Mittelmeer zu sehen.

Kaum ein Thema spaltet Europa so sehr wie die Migration. 2015 herrschte Willkommenskultur, seitdem schwenkt die EU zu einem härteren Umgang mit Geflüchteten.

16.05.2024 | 45:19 min

Quelle: AFP, Reuters
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 07.08.2026 um 19:10 Uhr.

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