Staatsschutz ermittelt:München: Angriff auf israelisches Restaurant
In München ist ein israelisches Restaurant mit Pyrotechnik angegriffen worden. Der Staatsschutz ermittelt wegen Antisemitismus. Der Schaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt.
Unbekannte zerstörten in der Nacht die Fensterscheiben eines israelischen Lokals in München und warfen Feuerwerkskörper hinein. Der Sachschaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt.
10.04.2026 | 0:48 minUnbekannte haben ein israelisches Restaurant in München angegriffen und mehrere Fensterscheiben zerstört. Polizei und Betreiber gehen von einem antisemitischen Motiv aus.
Der Staatsschutz ermittelt - er ist für Taten mit möglichem politischen Hintergrund zuständig. Verletzt wurde niemand, der oder die Täter wurden nicht gefasst. Die Polizei teilte mit:
Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden die Schaufensterscheiben gewaltsam beschädigt und pyrotechnische Gegenstände in das Restaurant geworfen.
Mitteilung der Polizei
Der Angriff auf den Iran sorgt auch in Deutschland für Spannungen. Sicherheitsbehörden warnen vor einem erhöhten Anschlagsrisiko gegen jüdische und israelische Einrichtungen und erhöhen den Schutz.
09.03.2026 | 1:46 minMehrere Tausend Euro Schaden nach Pyro-Angriff
Der Sachschaden wurde auf mehrere Tausend Euro geschätzt. Die Einsatzzentrale der Polizei habe gegen 0:45 Uhr einen Anruf erhalten, weil es in der Maxvorstadt drei laute Knallgeräusche gegeben habe, sagte ein Polizeisprecher. Eine Streife stellte demnach vor Ort fest, dass Fensterscheiben des Lokals an drei Stellen defekt waren.
Die Betreiber der "Eclipse Grillbar" wollen bereits am Freitag wieder öffnen. Um 17 Uhr soll es eine Solidaritätskundgebung vor dem Lokal geben.
Quelle: epaDer deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, verurteilte den Angriff auf der Plattform X und rief zur Unterstützung des Restaurantbetreibers auf:
Mitteilung von Steffen Seibert auf X
Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Lokal-Mitarbeiter: In München eigentlich "immer sehr sicher gefühlt"
Der Angriff kam nach Angaben eines Restaurantmitarbeiters ohne Vorwarnung. "Es gab keine direkten Drohungen", sagte der Schwager des Betreibers und Mitarbeiter des Lokals, Grigori Dratva, der Deutschen Presse-Agentur.
Juden erleben in Deutschland immer häufiger Anfeindungen. Seit dem Hamas-Angriff auf Israel im Oktober 2023 hat der Antisemitismus deutlich zugenommen, zeigt eine neue Studie.
30.09.2025 | 1:34 minDas Restaurant mit 70 Plätzen betreibe sein Schwager seit 2007. "Wir haben uns eigentlich in München immer sehr sicher gefühlt." Sie wollten bereits am Freitag wieder öffnen, die Scheiben seien vorerst verklebt.
Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir machen auf.
Grigori Dratva, Schwager des Betreibers und Mitarbeiter
Auch er vermutet, dass die Täter politisch motiviert waren. "Also wir wollen natürlich nichts erfinden, niemandem was unterstellen, aber wir sind natürlich ein sichtbares israelisches Lokal, und da liegt halt die Vermutung nahe", sagte Dratva.
Haben die deutschen Hochschulen ein Problem mit Antisemitismus? Seit den Kriegen in Gaza und Iran wird Antisemitismus an Unis sichtbarer. Viele jüdische Studierende fühlen sich nicht mehr sicher.
31.03.2026 | 2:44 minZahl antisemitischer Vorfälle in Bayern deutlich gestiegen
Nach dem Hamas-Massaker mit mehr als 1.000 getöteten Israelis am 7. Oktober 2023 und dem folgenden Gaza-Krieg mit Tausenden zivilen palästinensischen Opfern ist die Zahl antisemitischer Vorfälle in Bayern nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) stark gestiegen.
Israel steht derzeit auch im Fokus wegen seiner Beteiligung am Krieg gegen den Iran sowie seines Kriegs mit der Hisbollah im Libanon. Erst am Mittwoch hatte die Armee dort schwere Angriffe gegen die Schiiten-Miliz geführt, denen nach libanesischen Angaben auch zahlreiche Zivilisten zum Opfer fielen. Aber auch unabhängig von den Nahost-Konflikten gibt es Antisemitismus, etwa in rechtsextremen Kreisen.
Mehr zu Antisemitismus
Folgen des Iran-Kriegs:Jüdisches Leben in Deutschland "noch gefährlicher geworden"
von Markus Grossmit Video1:46Forderung nach Einreiseverbot:Kanye West für Festival gebucht - Sponsoren steigen aus
mit Video0:46- Analyse
"Es geht nicht mehr":Warum Antisemitismusbeauftragter Büttner die Linken verlässt
von Andrea Maurermit Video0:41 US-Kleinstadt West Bloomfield:Anschlag auf US-Synagoge: Täter verlor Verwandte im Libanon
mit Video0:26