Studie: Tötung am Ende von Beziehung häufigste Art des Femizids

Neue Studie:Tötung am Ende von Beziehung häufigste Art des Femizids

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Der Mord an der eigenen Partnerin ist die mit Abstand häufigste Form des Femizids. Oft spielen dabei Trennung und Eifersucht ein Rolle - so das Ergebnis einer neuen Studie.

25.11.2024, Berlin: Ein Banner mit der Aufschrift «Stoppt Femizide» hängt vor roten Schuhen, die anlässlich des Internationalen Tags für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen vor dem Rathaus Tiergarten stehen. Die Aktion ist angelehnt an das Projekt «Zapatos Rojos» (dt. Rote Schuhe) der mexikanischen Künstlerin Chauvet, die damit gegen Gewalt an Frauen protestiert.

Derya wurde von ihrem Expartner ermordet. Eine von 113 Frauen, die 2021 im Beziehungskontext ermordet wurden. Eine neue Studie zeigt: Oft sind Trennung oder Eifersucht der Grund.

20.11.2025 | 2:46 min

Femizide unter Partnern in Verbindung mit Trennung oder Eifersucht sind laut einer Studie mit Abstand die häufigste Form von Tötungen an Frauen aufgrund ihres Geschlechts in Deutschland.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die vom Institut für Kriminologie der Universität Tübingen und dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen vorgestellt wurde. Femizid bedeutet, dass Frauen getötet werden, weil sie Frauen sind.

Ein Mann hält zu Demonstrationszwecken eine elektronische Aufenthaltsüberwachung, bekannt als elektronische Fußfessel, vor das Bein eines Probanden.

Elektronische Fußfesseln für Täter schützen seit 2009 in Spanien Betroffene von häuslicher Gewalt. Die Bundesregierung plant nun ein ähnliches Modell für Deutschland.

19.11.2025 | 0:25 min

Rund 300 Fälle wurden untersucht

Die Forscher untersuchten zu 292 Fällen Vernehmungsprotokolle, Sachverständigengutachten, Anklageschriften und Urteile, die als versuchte oder vollendete Tötungen von Frauen in fünf Bundesländern im Jahr 2017 in die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) eingegangen sind.

Einbezogen wurden Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Teile Nordrhein-Westfalens, auf die ein Drittel der bundesweit polizeilich registrierten Tötungsdelikte an Frauen in diesem Jahr entfiel. 197 aller 292 analysierten Fälle erwiesen sich tatsächlich als versuchte oder vollendete Tötungsdelikte an Frauen.

Kurzdoku Femizide - Demo "Stoppt Femizide"

05.11.2025 | 19:13 min

"Wir haben das Jahr 2017 ausgewählt, um sicherzustellen, dass die Strafverfahren zu Beginn der Auswertung im Jahr 2022 tatsächlich abgeschlossen waren", sagt Jörg Kinzig, Direktor des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen und einer der Leiter der Studie.

karin-prien

Fast jeden zweiten Tag tötet in Deutschland ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin. „Es gibt zu viel Gewalt gegen Frauen. Im schlimmsten Fall ist sie tödlich“, so Familienministerin Karin Prien (CDU).

20.11.2025 | 4:10 min

Tötung der (Ex-) Partnerin häufigster Fall des Femizids

Die mit Abstand häufigste Art des Femizids ist laut Studie der Partnerinnenfemizid - bei 108 der 133 Femizide (81 Prozent) handelte es sich um Tötungsdelikte in heterosexuellen Paarbeziehungen. Anlass für die Tat war in den meisten Fällen eine tatsächliche oder befürchtete Trennung oder Untreue der Frau.

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