Epstein-Affäre: US-Milliardär Wexner fühlt sich "hereingelegt"

Unterwäschemagnat in Epstein-Affäre:US-Milliardär Wexner nennt Epstein "Weltklasse‑Betrüger"

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US-Milliardär Leslie Wexner behauptet im Epstein-Skandal, vom Sexualstraftäter getäuscht worden zu sein. Neue Akten werfen jedoch Fragen zu seiner Beziehung zu Epstein auf.

Les Wexner, Gründer, Vorsitzender und CEO von L Brands bei einer Veranstaltungen in New Albany, USA, im November 2017.

Leslie Wexner gehörte Jahre lang zu einem der wichtigsten Kontakte von Jeffrey Epstein. (Archivbild)

Quelle: IMAGO / ZUMA Press Wire

Der im Zuge der Affäre um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Misskredit geratene US-Milliardär Leslie Wexner sieht sich von seinem früheren Geschäftspartner hinters Licht geführt. Er sei von einem "Weltklasse-Betrüger" düpiert worden, teilte der 88-Jährige am Mittwoch in einem Schreiben an den Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses mit.

Wexners Schreiben erreichte den Kongressausschuss vor einer Befragung durch Abgeordnete, die ihn dafür in einem ungewöhnlichen Schritt zu Hause in New Albany im Bundesstaat Ohio aufsuchten.

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US-Milliardär Wexner betont: "Habe nichts Falsches getan"

"Ich war naiv, töricht und leichtgläubig", sagte der Geschäftsmann im Ruhestand, dessen Einzelhandelsimperium L Brands zahllose Einkaufszentren mit Marken wie Victoria's Secret und Abercrombie & Fitch prägte.

Auch wenn ich hereingelegt wurde, habe ich nichts Falsches getan und nichts zu verbergen.

US-Unternehmer Leslie Wexner

Wexner bestreitet seit Langem, von den Verbrechen des Finanziers Jeffrey Epstein gewusst oder sich an dessen Missbrauch an Mädchen und jungen Frauen beteiligt zu haben.

Als einer der prominentesten früheren Freunde Epsteins muss sich Wexner bereits seit Jahren zu der Verbindung mit ihm äußern. Aus Gerichtsakten geht hervor, dass das bekannte Epstein-Opfer Virginia Giuffre angab, Wexner sei einer der Männer, denen sie von Epstein zugeführt worden sei. Wexner bestreitet das.

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Epstein-Akten werfen neue Fragen über Beziehung auf

Demokratische Abgeordnete luden Wexner vor, nachdem das Justizministerium Ende Januar mehr als drei Millionen Dokumentenseiten, Tausende Videos und Hunderttausende Bilder mit Bezug zu den Ermittlungen gegen Epstein veröffentlicht hatte, der im Jahr 2019 tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden wurde, während er auf den Beginn eines Prozesses wartete, in dem er sich für den Missbrauch Dutzender Minderjähriger verantworten sollte. Einige der Dokumente werfen neue Fragen über die Beziehung Wexners mit dem in der Oberschicht bestens vernetzten Finanzier auf.

Die neu veröffentlichten Akten zum Fall Epstein enthalten auch eine E-Mail Wexners vom 26. Juni 2008, nachdem eine Absprache Epsteins mit der Staatsanwaltschaft bekannt geworden war. Epstein hatte sich in Florida der Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution für schuldig bekannt, um einer weiteren Anklage auf Bundesebene zu entgehen. In der Mail heißt es:

"Abigail hat mir vom Ergebnis berichtet. Alles, was ich sagen kann, ist, dass es mir Leid tut. Du hast deine eigene Regel Nummer 1 verletzt... immer vorsichtig sein." Epstein antwortete: "Keine Entschuldigung."

Justice Department Jeffrey Epstein

Auch die Deutsche Bank hatte Beziehungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Er wurde Kunde, obwohl die Bank über ihn Bescheid wusste. Dieses "Reputationsrisiko" ging sie bewusst ein.

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Wexner über Jahre wichtiger Kontakt von Epstein

Epstein und Wexner hatten sich in den 1980er Jahren kennengelernt. Der Unternehmer erteilte Epstein später eine umfassende Vollmacht, um Investitionen und große Immobiliengeschäfte zu tätigen.

Über Jahre war Wexner Epsteins wichtigster Kunde und trug dazu bei, dessen Ruf bei anderen Wohlhabenden zu verbreiten.

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Demokraten: Ohne Wexner wäre Epstein nicht der gewesen, der er war

Die Demokraten im US-Kongress äußerten Zweifel an den Aussagen des Milliardärs. Robert Garcia, Kongressabgeordneter und führender Vertreter des Aufsichtsausschusses, sagte:

Ich glaube Herrn Wexner nicht, wenn er sagt, er habe keine persönliche oder freundschaftliche Beziehung zu Jeffrey Epstein gehabt.

Robert Garcia, US-Kongressabgeordneter

Garcia betonte, ohne Wexner wäre Epstein "nicht der wohlhabende Mann gewesen, der er war". Ohne den Unternehmer hätte es "keine Epstein-Insel, kein Epstein-Flugzeug und kein Geld zum Verschleppen von Frauen und Mädchen" gegeben.

Aktenordner

In den Files zum Fall des US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein tauchen viele bekannte Personen auf. Die Datenmenge ist riesig - wie viele Regale die Akten füllen würden, zeigt die 3D-Animation.

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Man solle stattdessen den Opfern zuhören, die von einer direkten Verbindung zwischen Epstein und Wexner berichtet hätten.

Garcia sprach zudem von mehr als einer Milliarde Dollar, die der Unternehmer Epstein entweder überwiesen oder gegeben haben soll. Garcia zufolge will Wexner allerdings von einem Großteil des Geldes nichts gewusst haben.

Quelle: AFP, AP, dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, etwa ZDFheute live am 11.02.2026 im Beitrag "Zunehmend werden moralische Erwägungen wichtiger" oder "auslandsjournal - der Podcast" im Beitrag "Epstein-Files und Russland-Druck".

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