Studie: Deutschland bei Kindeswohl unter dem Durchschnitt

Ergebnisse "alarmierend":Studie: Deutschland bei Kindeswohl unter dem Durchschnitt

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Deutschland schneidet bei einer internationalen Unicef-Studie zum Kindeswohl unterdurchschnittlich ab. "Unser Land vergibt Zukunftschancen", kritisiert Deutschlands Unicef-Chef.

Kinder stehen in einem Kindergarten. (Archiv)

Deutschland kommt beim Unicef-Bericht zu Kindeswohl nur auf Platz 25 von 37. Laut der Studie hängen Gesundheit und Zukunftschancen der Kinder oft vom Geldbeutel ab.

17.05.2026 | 1:39 min

Deutschland belegt in einer internationalen Vergleichsstudie zum Wohlbefinden von Kindern nur Platz 25 von insgesamt 37 bewerteten Ländern. Damit liege Deutschland wie schon im vergangenen Jahr im unteren Mittelfeld und bleibe weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in Köln mit.

Die Studie des Unicef-Forschungsinstituts Innocenti wird seit dem Jahr 2000 regelmäßig durchgeführt und vergleicht die Situation von Kindern in den wohlhabenden Ländern der Welt.

Ausgabe bei der Tafel

Knapp jeder dritte Kunde der Tafeln in Deutschland ist ein Kind. Insgesamt nutzen 1,5 Millionen Menschen den Angaben zufolge das Angebot der mehr als 970 Lebensmittel-Ausgaben.

23.12.2025 | 0:28 min

Rumänien, Ungarn und Slowakei schneiden besser ab

In diesem Jahr belegen die Niederlande, Dänemark und Frankreich die ersten drei Plätze. Aber auch in einigen Ländern mit deutlich geringerer Wirtschaftskraft wachsen Kinder demnach insgesamt unter besseren Bedingungen auf, so in Rumänien (Platz 9), Ungarn (Platz 10) und der Slowakei (Platz 19).

Wohlbefinden von Kindern in Deutschland.

Quelle: ZDF

Im Durchschnitt der untersuchten Länder lebt demnach fast jedes fünfte Kind in Einkommensarmut. In Deutschland stagniere die Kinderarmutsquote seit Jahren bei hohen 15 Prozent, so Unicef.

Deutschlands Ergebnisse bei Bildung "alarmierend"

"Alarmierend" sei Deutschlands Abschneiden im Bereich Bildung: Nur 60 Prozent der 15-Jährigen erreichen demnach die Mindestkompetenz in Lesen und Mathematik. Damit liege Deutschland auf Platz 34 von 41 Ländern mit vergleichbaren Bildungsdaten. Länder wie Irland, das den ersten Platz bei den Lese- und Mathe-Kompetenzen belege, oder auch Slowenien und Südkorea zeigten, dass bessere Ergebnisse möglich seien, auch bei teils deutlich schlechterer wirtschaftlicher Ausgangslage.

In Deutschland sei zudem der Abstand zwischen Jugendlichen aus wirtschaftlich benachteiligten und wohlhabenden Familien besonders groß: Unter den Jugendlichen aus benachteiligten Familien erreichten nur 46 Prozent die grundlegenden Kompetenzen. In privilegierten Familien seien es dagegen 90 Prozent.

sgs-gökdemir-maaz

"Das Fatale ist, dass dieses Problem nicht erst seit gestern besteht, sondern seit vielen Jahren, man muss sagen seit Jahrzehnten", sagt der Bildungsforscher Kai Maaz.

29.04.2026 | 3:56 min

Gesundheit der Kinder hängt stark vom Einkommen ab

Im Bereich körperlicher Gesundheit liege Deutschland mit Rang 15 von 41 im oberen Mittelfeld. Doch auch hier sei die Abhängigkeit vom Familieneinkommen offenkundig: 79 Prozent der Kinder aus dem wohlhabendsten Fünftel der Familien seien in sehr guter gesundheitlicher Verfassung, bei den ärmsten Kindern seien es dagegen nur 58 Prozent.

Beim mentalen Wohlbefinden zeigt sich der Studie zufolge ein ähnliches Bild. So berichteten in Deutschland nur 61 Prozent der 15-Jährigen aus den einkommensschwächsten Familien von hoher Lebenszufriedenheit, aber 73 Prozent der Jugendlichen aus wohlhabenden Familien.

Eine Perspektive fuer jedes Kind. UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland 2025

Laut einem aktuellen Bericht des Kinderhilfswerkes Unicef leiden 40 Prozent der Jugendlichen an körperlichen und psychischen Beschwerden. Zudem leben viele Kinder in Armut.

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Unicef-Geschäftsführer: "Unser Land vergibt Zukunftschancen"

Unicef Deutschland empfiehlt deshalb der Bundesregierung, Kinderarmut wirksamer zu bekämpfen und gezielt in benachteiligte Kinder zu investieren. Es müsse mehr darauf geachtet werden, dass wirklich alle Kinder Zugang zu Ressourcen wie gut ausgestatteten Schulen, Arztpraxen oder Spielplätzen hätten. Der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider, forderte:

Die Bekämpfung der Kinderarmut muss politische Top-Priorität werden.

Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland

"Unser Land vergibt Zukunftschancen: Wer heute nicht in die Teilhabe, die Bildung und die gesundheitliche Versorgung der jüngsten Generation investiert, schadet nicht nur den Kindern, sondern zahlt morgen einen hohen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Preis."

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten ZDFheute Xpress am 17.05.2026 ab 11:55 Uhr und die heute-Sendung ab 19:00 Uhr.

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