Alle 18 Minuten ein Unfall: Mehr Kinder sterben im Straßenverkehr

Alle 18 Minuten verunglückte ein Kind:2025 mehr Kinder im Straßenverkehr gestorben

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Die Zahl der im Verkehr verunglückten Kinder ist 2025 deutlich gestiegen. Zu den meisten Unfällen kam es auf dem Fahrrad. Laut einer Expertin ist der Schulweg ein "Unfall-Hotspot".

Vier Kinder fahren mit Fahrrädern hintereinander auf einer Straße.

Mehr Kinder werden im Straßenverkehr verletzt oder getötet, so das Statistische Bundesamt. 2025 sind rund 29.270 Kinder bei Verkehrsunfällen verunglückt - sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

10.08.2026 | 0:23 min

Durchschnittlich alle 18 Minuten ist im letzten Jahr ein Kind im Straßenverkehr verletzt oder getötet worden. Sowohl die Zahl der Unfallopfer als auch die der Todesfälle sind 2025 angestiegen, wie das Statistische Bundesamt berichtet.

Laut Amt verunglückten im Jahr 2025 rund 29.270 Kinder unter 15 Jahren bei Verkehrsunfällen. Damit kamen sieben Prozent mehr Kinder zu Schaden als im Jahr 2024 mit 27.260 Verunglückten. Die Zahl der getöteten Kinder stieg 2025 gegenüber 2024 von 53 auf 74. Nach einem deutlichen Rückgang während der Corona-Pandemie waren diese Zahlen in den letzten Jahren wieder gestiegen.

Kinder verunglückten am häufigsten auf dem Fahrrad

Die meisten Kinder, die 2025 im Straßenverkehr verunglückten, saßen der Statistik zufolge auf einem Fahrrad (34 Prozent). Zum Zeitpunkt des Unfalls waren 31 Prozent mit dem Auto, 20 Prozent zu Fuß und acht Prozent mit einem E-Scooter unterwegs.

Blickt man nur auf die Todesopfer, stieg die Zahl der Kinder, die in Pkw mitgefahren waren, am stärksten an: von 21 auf 31. Größere Anstiege gab es auch bei getöteten Kindern, die mit Fahrrädern (von 8 auf 13) und mit E-Scootern (von 0 auf 4) unterwegs waren.

Zwei Fahrradfahrer nutzen einen neu angelegten, farblich abgegrenzten Radweg. In Hessen ist Fahrradfahren in Frankfurt am gefährlichsten. Im vergangenen Jahr ereigneten sich in Hessens größter Kommune die meisten Radunfälle, wie aus dem Jahresbericht des Statistischen Landesamts hervorgeht.

2025 sind laut Statistischem Bundesamt 462 Radfahrer im Straßenverkehr ums Leben gekommen - 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

27.04.2026 | 0:21 min

Zahl der Todesopfer in allen Altersgruppen gestiegen

Unter Sechsjährige verunglückten besonders häufig mit Erwachsenen im Auto - 2025 waren das 55 Prozent aller Unfallopfer unter 15 Jahren. Schulkinder verunglückten am häufigsten auf ihrem Fahrrad. 2025 waren das 39 Prozent der Unfälle.

Die Zahl der Todesopfer ist in allen Altersgruppen gleichermaßen gestiegen. Bei den unter Sechsjährigen nahm die Zahl der Todesfälle von 18 auf 30 zu. Bei den Sechs- bis Neunjährigen stieg die Zahl der Getöteten von 15 auf 17, bei den Zehn- bis 14-Jährigen von 20 auf 27.

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30.07.2026 | 8:53 min

Expertin: Schulweg ist "Unfall-Hotspot" für Kinder

Wo die Unfälle passierten - ob in der Stadt oder auf der Autobahn - geht aus der Statistik nicht hervor. Es gibt allerdings Hinweise, dass viele Unfälle auf dem Weg zur Schule passieren: Die Sechs- bis 14-Jährigen verunglücken im Straßenverkehr montags bis freitags besonders häufig in der Zeit von 7 bis 8 Uhr.

Kirstin Zeidler, Leiterin Unfallforschung der Versicherer, sieht den Schulweg eindeutig als "Unfall-Hotspot". Sie warnt Eltern aber davor, daraus die falschen Schlüsse zu ziehen:

Wer das Kind mit dem Elterntaxi zur Schule bringt, tut ihm keinen Gefallen.

Kirstin Zeidler, Unfallforscherin

Die Kompetenz, sich sicher im Verkehr zu bewegen, müssten Kinder erst erlernen. "Eltern sollten ihren Kindern die Möglichkeit geben, Wege und Situationen zu trainieren." Zeidler sieht hier auch die Schulen in der Pflicht. "Nach dem Fahrradführerschein in der Grundschule passiert nichts mehr. Dabei lernt man aber nur das absolute Minimum." Sie wünscht sich eine vertiefte "Mobilitätsbildung" zu Beginn der weiterführenden Schule.

Abgestellte E-Scooter in der Innenstadt von Frankfurt. Unkontrolliert und außerhalb der vorgesehenen Parkzonen abgestellte Scooter sorgen immer wieder für Probleme.

Wegen der steigenden Zahlen an Unfällen verschärft die Regierung die Haftung für E-Scooter. So soll der Opferschutz im Straßenverkehr deutlich verbessert werden.

18.03.2026 | 2:41 min

Expertin: E-Scooter werden als "Spaßgerät" wahrgenommen

Zeidler spricht sich auch für ein E-Scooter-Training mit 14 Jahren aus. Denn bei Elektrorollern gibt es den größten Anstieg bei den Unfallzahlen. Vier Kinder unter 15 Jahren starben im vergangenen Jahr bei einem Unfall mit einem E-Scooter, wobei man diese eigentlich erst ab 14 Jahren fahren und ab 18 Jahren ausleihen darf. Die Scooter würden als "Spaßgerät" wahrgenommen.

Jugendliche unterschätzen, wie anspruchsvoll die Handhabung und wie wichtig der Helm ist und viele kennen auch nicht, welche Regeln dafür gelten.

Kirstin Zeidler, Unfallforscherin

In die Statistik fließen nur Unfälle ein, die der Polizei gemeldet werden. Wer mit dem aufgeschürften Knie zum Arzt geht oder mit dem gebrochenen Arm ins Krankenhaus, taucht dort nicht auf. Die Zahl der Unfälle dürfte daher noch größer sein.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 10.08.2026 um 15:42 Uhr.
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