Vor allem Jüngere verunglücken:E-Scooter-Unfälle: Mehr Tote und Verletzte
Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Verletzten und Toten ist im vergangenen Jahr sprunghaft gestiegen. Die Polizei registrierte eine Zunahme von 38 Prozent.
Fast 16.500 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden wurden 2025 registriert - rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr. 38 Menschen starben.
16.07.2026 | 0:32 minDie Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden steigt weiter. Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr in Deutschland 16.496 solcher Unfälle - gut 38 Prozent mehr als 2024. Das teilte das Statistische Bundesamt mit.
38 Menschen starben demnach bei Unfällen mit Beteiligung eines E-Scooters - elf mehr als im Jahr davor. Hinzu kamen 1.895 Schwer- und 16.184 Leichtverletzte.
Unfälle mit E-Scootern: Vor allem Jüngere betroffen
Auffällig ist das junge Alter der Verunglückten: Mehr als die Hälfte von ihnen war jünger als 25 Jahre, während nur 3,1 Prozent zur Altersgruppe 65 plus gehörten. Als häufigste Unfallursache bei den E-Scooter-Fahrern nannten die Statistiker das falsche Benutzen von Fahrbahn oder Gehwegen mit einem Anteil von 21,6 Prozent.
Vergleichsweise oft wurde den Fahrern zudem Alkoholeinfluss zur Last gelegt. Dies war bei 10,9 Prozent der Fälle die Ursache und damit häufiger als bei Fahrradfahrern mit 7,7 Prozent.
Der Bundestag will neue Regeln für E-Scooter verabschieden: Schadensersatzansprüche sollen bei Unfällen künftig leichter gegenüber dem Vermieter geltend gemacht werden können.
09.07.2026 | 0:16 minIn puncto Alkohol gilt die übliche 0,5-Promille-Grenze. "Unter 21-Jährige und Führerschein-Neulinge dürfen sich keinerlei Alkoholkonsum erlauben, wenn sie E-Scooter fahren wollen", erklärte das Statistikamt.
Trotz Verbots: Viele Mitfahrer auf E-Scootern
Obwohl E-Scooter-Fahrer bei Zusammenstößen mit Autos nur in 38 Prozent der Fälle die Hauptschuld trugen, waren sie bei Unfällen mit Radfahrern zu 74 Prozent die Hauptverursacher, bei Unfällen mit Fußgängern sogar zu 89 Prozent. Unter den Verunglückten waren auch 822 Mitfahrer, obwohl dies verboten ist. Einer von ihnen kam ums Leben.
Wegen der steigenden Zahlen an Unfällen verschärft die Regierung die Haftung für E-Scooter. So soll der Opferschutz im Straßenverkehr deutlich verbessert werden.
18.03.2026 | 2:41 minVon den 33 auf E-Scootern tödlich Verunglückten starb fast die Hälfte bei Alleinunfällen. Von den fünf weiteren bei E-Scooter-Unfällen Getöteten waren drei Personen zu Fuß unterwegs, eine mit dem Fahrrad und eine mit dem Auto. Die Unfälle mit E-Rollern ereigneten sich vor allem in Großstädten.
TÜV: Strafen durchsetzen und Verkehrserziehung
Der TÜV-Verband forderte mit Blick auf die Zahlen, dass höhere Bußgelder und strengere Haftungsregelungen strikt durchgesetzt werden müssten. E-Scooter sollten fester Bestandteil der Verkehrserziehung werden. Fahrsicherheitstrainings, ähnlich der Radfahrausbildung, während der Schulzeit könnten insbesondere jungen Nutzerinnen und Nutzern helfen, Risiken besser einzuschätzen und ihr Fahrzeug sicher zu beherrschen.
Sollte es ein Parkverbot von E-Roller geben? Ja sagt, Ute Bonde, Berliner Verkehrssenatorin, CDU. Dagegen ist Dustin Williams, Vertreter der Plattform Shared Mobility.
10.07.2025 | 12:10 minDer Deutsche Verkehrssicherheitsrat forderte die Einführung eines E-Scooter-Befähigungsnachweises für alle Verkehrsteilnehmenden, die keinen Führerschein besitzen. Das Mindestalter für die Nutzung von E-Scootern sollte demnach von 14 auf 15 Jahre angehoben werden.
Zwar steigt der Anteil - allerdings spielen E-Scooter bei Unfällen weiterhin eine vergleichsweise kleine Rolle. 2025 registrierte die Polizei insgesamt 297.364 Verkehrsunfälle mit Personenschaden. An 5,5 Prozent war ein E-Scooter-Fahrer beteiligt. Zum Vergleich: 2025 kamen bei rund 97.000 Unfällen mit Fahrrädern 462 Menschen ums Leben.
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