Mitgliederzahlen veröffentlicht:So viele Menschen traten 2025 aus der Kirche aus
Rund 36 Millionen Menschen in Deutschland gehören der Katholischen oder Evangelischen Kirche an. Allerdings sind vergangenes Jahr auch Hunderttausende ausgetreten.
Die beiden großen Kirchen verlieren weiter Mitglieder. Aktuelle Zahlen zeigen: 2025 hatten sie 1,2 Millionen weniger Mitglieder als im Vorjahr. Insgesamt sind es in Deutschland 36,6 Millionen.
16.03.2026 | 0:18 minMehr als 600.000 Menschen sind im vergangenen Jahr aus den beiden großen Kirchen ausgetreten. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) registrierte 2025 rund 350.000 Austritte, etwas weniger als 2024, als 351.000 Mitglieder die Kirche verließen. Der Katholischen Kirche kehrten gut 307.000 Menschen den Rücken, ebenfalls etwas weniger als im Jahr davor: Damals traten im Laufe des Jahres mehr als 321.000 Kirchenmitglieder aus.
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2025: 36 Millionen Menschen in der Kirche
Wie die Deutsche Bischofskonferenz weiter mitteilte, hat die Katholische Kirche in Deutschland nun noch 19,2 Millionen Mitglieder, was 23 Prozent der Gesamtbevölkerung entspreche. Ein Jahr zuvor lag die Mitgliederzahl noch bei 19,7 Millionen. Den Evangelischen Landeskirchen gehörten zum Stichtag 31. Dezember 2025 rund 17,4 Millionen Menschen an. Ende 2024 waren es noch 17,9 Millionen gewesen.
Insgesamt gehören damit rund 36,6 Millionen Menschen in Deutschland einer der beiden großen Kirchen an. Das sind knapp 44 Prozent der Gesamtbevölkerung. Im Jahr zuvor waren es noch 37,75 Millionen und 45,2 Prozent.
An Heiligabend ist auf Deutschlands Kirchenbänken fast jeder Platz besetzt. Doch die Kirchen haben seit 1965 stetig Mitglieder verloren.
23.12.2025 | 0:45 minAußer durch Austritte verlieren die Kirchen jedes Jahr auch Hunderttausende Mitglieder durch Sterbefälle. Geburten und Eintritte können dies bei weitem nicht aufwiegen. In die Katholische Kirche kamen im vergangenen Jahr 2.269 Menschen neu hinzu (2024: 1.839), 5.443 wurden wieder aufgenommen (2024: 4.743). Die Evangelische Kirche verzeichnete rund 16.000 Aufnahmen, ohne dies näher aufzuschlüsseln.
Kirchenrechtler: "Zahlen sind weiter dramatisch"
Der neue Vorsitzende der Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, bedauerte die hohe Zahl von Austritten. Man solle dennoch "den Kopf nicht in den Sand stecken", appellierte er. Ein schönes Zeichen sei, dass der Gottesdienstbesuch erneut ganz leicht steigend Zuspruch finde. "Und ich empfinde es als positives Zeichen, dass die Zahlen von Erstkommunion und Firmung stabil geblieben sind", sagte Wilmer, der im vergangenen Monat an die Spitze der Bischofskonferenz gewählt worden war.
Die Missbrauchsskandale führten die Kirchen in eine ernsthafte Vertrauenskrise. Viele Gotteshäuser werden stillgelegt und auf andere Weise genutzt.
20.12.2025 | 1:40 minDer Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete dies als "Augenwischerei". "Die Zahlen sind weiter dramatisch", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Katholische Kirche verliere jedes Jahr das Äquivalent zur Einwohnerzahl von Bielefeld an Mitgliedern.
300 000 ist eine riesige Zahl - das kann keinen kaltlassen. Der Vertrauensverlust schreitet voran.
Thomas Schüller, Kirchenrechtler
Menschen entfremden sich zunehmend von Kirchen
In der Öffentlichkeit wird als Grund für die Austrittswelle oft vermutet, dass Menschen die Kirchensteuer sparen wollen. Das mag mitspielen, doch Studien haben ergeben, dass das nicht ausschlaggebend ist. Entscheidend ist, dass sich viele Menschen von der Kirche entfremdet haben und auch schlicht nicht mehr an Gott glauben.
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So hatte die EKD vor drei Jahren eine aufwändige Kirchenmitgliedschaft-Untersuchung veröffentlicht. Demzufolge bezeichnen sich heute 56 Prozent der Deutschen als uneingeschränkt nicht religiös. Nur ein Drittel aller noch verbliebenen Kirchenmitglieder sagt von sich, definitiv keinen Kirchenaustritt zu erwägen.
Immer weniger Menschen kommen in ihrer Kindheit und Jugend überhaupt noch mit Religion in Kontakt. Der Glaube wird nicht mehr wie früher von Generation zu Generation weitergegeben.
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