Konklave beginnt: Wie der Tag im Vatikan abläuft

Wahl eines neuen Papstes:Konklave beginnt: Wie der Tag abläuft

Porträt Jürgen Erbacher

von Jürgen Erbacher

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Die Papstwahl startet: Die Kardinäle feiern einen Gottesdienst im Petersdom, später ziehen sie in die Sixtinische Kapelle ein. Was fürs Konklave wichtig ist, wann alle raus müssen.

Zwei Bischöfe gehen im Vatikan auf große Tür mit Marmorsäulen zu, rechts davon stehen zwei Männer der Schweizer Garde

Abgeschottet von der Außenwelt bestimmen die Kardinäle unter größter Geheimhaltung in der Sixtinischen Kapelle den neuen Papst. Das Konklave beginnt, wir stellen die Papabili vor.

07.05.2025 | 45:54 min

133 Kardinäle nehmen am Konklave teil, in dem ein Nachfolger für Papst Franziskus gewählt wird. Seit Ostermontag ist der Stuhl Petri leer. Gebannt schaut die Welt ab heute Abend auf den Schornstein auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle.

Kommt weißer Rauch, ist der 267. Nachfolger des Apostels Petrus gewählt. Mit dem Einzug in die Sixtinische Kapelle am Nachmittag beginnt offiziell das Konklave. Ab dann werden die Kardinäle abgeschottet sein von der Außenwelt, bis der neue Papst gewählt ist.

Konklave

Im Vatikan beginnt heute das Konklave. Die 133 wahlberechtigten Kardinäle, unter ihnen drei Deutsche, ziehen sich am Nachmittag in die Sixtinische Kapelle zurück, der erste Wahlgang findet noch heute statt

07.05.2025 | 1:28 min

Konklave: Sperrbezirk wird abhörsicher gemacht

Für die Zeit des Konklaves wohnen sie im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. Die Zimmer wurden zugelost. Weil es nicht genügend Zimmer in dem Gästehaus gibt, wurde das benachbarte Gebäude Alt-Santa Marta in den Sperrbezirk integriert. Ein Teil der Kardinäle ist bereits am Dienstag angekommen, der Rest muss heute Morgen bis zum Gottesdienst die Zimmer beziehen.

Kardinäle bei Konklave

130 meist betagte alte Männer bestimmen im Konklave das Oberhaupt von 1,3 Milliarden Katholiken. Doch wen wünschen sich die Gläubigen, die Menschen?

26.04.2025 | 1:31 min

Das gesamte Gebäude wie auch der restliche Sperrbezirk wurde zuvor von der vatikanischen Gendarmerie abhörsicher gemacht. Dafür werden Störsender eingesetzt, die Kardinäle sind zudem gehalten, keine Mobiltelefone, Laptops und dergleichen mitzubringen. Wer doch welche mitbringt, muss sie abgeben.

Gottesdienst im Petersdom auch für Gläubige zugänglich

Um 9:15 Uhr treffen sich die Kardinäle im Petersdom, um sich für den Gottesdienst vorzubereiten. Dazu wird in einem Seitenschiff eine Sakristei eingerichtet, abgeschirmt durch schwere Vorhänge. Dort legen die Kardinäle ihre liturgischen Gewänder an. Bei dem Gottesdienst sind auch die Purpurträger dabei, die das 80. Lebensjahr bereits überschritten haben und am Nachmittag nicht mit ins Konklave einziehen dürfen. Erwartet werden rund 200 Kardinäle.

Um 10 Uhr startet der Gottesdienst "Pro eligendo Romano Pontifice - für die Wahl des römischen Pontifex". Die Gebete und Bibeltexte stimmen auf die bevorstehende Wahl ein. An dem Gottesdienst können auch Gläubige teilnehmen, der Petersdom ist für alle zugänglich.

Die Infografik zeigt woher die Kardinäle kommen, die den Papst wählen. Von 252 Kardinälen sind 135 wahlberechtigt, weil sie zum Todeszeitpunkt von Papst Franziskus jünger als 80 Jahre waren. 133 Kardinäle sind zur Wahl des neuen Papstes nach Rom gereist. Aus Europa kommen 52 Kardinäle, aus Afrika 17, Asien 23, Ozeanien 4, Mittel- und Südamerika 21 und Nordamerika 16.

Kardinäle essen im Gästehaus Santa Marta zu Mittag

Danach begeben sich die Papstwähler zurück ins Gästehaus Santa Marta zum Mittagessen. Alle Mahlzeiten werden dort eingenommen. In der Sixtinischen Kapelle gibt es keine Verpflegung, auch keinen Kaffee.

Dort finden nur die Wahlhandlungen statt, denn offiziell handelt es sich bei der Wahl um einen liturgischen Akt, der einem klar vorgegebenen Zeremoniell folgt. Debatten und Diskussionen sind in der Kapelle nicht vorgesehen. Diese sind in Santa Marta möglich.

Papstwahl: Kardinäle müssen Eid ablegen

Am Nachmittag begeben sich die Kardinäle, die zur Papstwahl zugelassen sind, in die Capella Paolina im Apostolischen Palast. Dort startet um 16:30 Uhr der feierliche Einzug ins Konklave. Zunächst spricht Kardinal Pietro Parolin ein Gebet, dann ziehen die Kardinäle von dort über die angrenzende Sala Regia in einer Prozession in die Sixtinische Kapelle.

Nachdem jeder seinen Platz eingenommen hat, treten sie einzeln vor und legen einen Eid ab. Darin versprechen sie, sich an die Konklaveregeln zu halten. Dazu gehört auch die Verschwiegenheit über das, was ab jetzt passiert.

Haben alle geschworen, spricht der Zeremonienmeister, Erzbischof Diego Ravelli, das berühmte "extra omnes - alle raus". Daraufhin verlassen alle Anwesenden die Sixtinische Kapelle. Nur der Zeremonienmeister, ein weiterer Geistlicher sowie ein Assistent bleiben bei den Kardinälen. Die Tür der Sixtinischen Kapelle wird verschlossen.

Konklave: Am ersten Tag nur ein Wahlgang vorgesehen

Jetzt stimmt der langjährige päpstliche Hausprediger, Pater Raniero Cantalamessa, die Wähler auf den bevorstehenden Akt mit einer geistlichen Betrachtung ein. Im Anschluss startet die Wahl. Am ersten Tag ist nur ein Wahlgang vorgesehen.

Zunächst werden die Stimmzettel verteilt. Dann verlassen Zeremonienmeister und Assistenten die Kapelle, die Kardinäle sind allein. Sie losen drei Wahlhelfer und drei Wahlprüfer aus.

Erfolgreicher erster Wahlgang wäre Sensation

Nach erfolgter Stimmabgabe und Auszählung steht fest, ob der erste Wahlgang erfolgreich war. Erreicht ein Kandidat bereits im ersten Wahlgang die notwendige Zweidrittelmehrheit, wäre das eine Sensation.

Die Stimmzettel und die Notizen der Kardinäle werden verbrannt. Bei erfolgreicher Wahl steigt weißer Rauch aus dem Schornstein auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle auf. Gibt es keine Einigung, ist der Rauch schwarz.

Nach einem kurzen Gebet kehren die Kardinäle am ersten Konklave-Tag zum Abendessen ins Gästehaus Santa Marta zurück. Den Weg von knapp einem Kilometer legen sie in Bussen oder zu Fuß zurück. Den Abend können sie für Gespräche, Gebet oder Lektüre nutzen. Die Kardinäle dürfen zwar keine Tageszeitungen mit ins Konklave nehmen, Bücher aber sind erlaubt.

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