Grippewelle: "Auch viele junge Patienten"

Früh gestartet und viele Fälle:Grippewelle: "Auch viele junge Patienten"

von Norea Rüegg

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Von Kiel bis nach Freiburg schnieft, hustet und fiebert es wieder. Mediziner beobachteten im Januar eine intensive Grippewelle - für Entwarnung sei es derzeit noch zu früh.

Betrieb im Krankenhaus

In Deutschland geht die Grippe um – und das früher als üblich. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Rate der Krankschreibungen und die Belegung der Intensivbetten wegen Influenza besonders hoch.

02.02.2026 | 1:40 min

Tatsächlich erreichte die Grippewelle Deutschland dieses Jahr bereits im November, etwas früher als üblich. Ob die Kurve auch früher wieder abflacht oder weiter ansteigen wird, lasse sich aber nicht vorhersagen, erklärt Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI). Was sich sicher sagen lasse:

Ein gewisses Risiko gibt es jedes Jahr.

Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert-Koch-Instituts

Grippeimpfung

"Der grippale Infekt beginnt langsam, aber dieser sehr plötzliche Beginn, das ist die Influenza. Und das dauert dann auch mal 7 bis 14 Tage", sagt Allgemeinmediziner Dr. Malik Böttcher.

24.11.2025 | 4:20 min

Internistin: "Viele junge Patienten mit schweren Symptomen"

"Der grippale Infekt beginnt langsam, aber dieser sehr plötzliche Beginn, das ist die Influenza. Und das dauert dann auch mal 7 bis 14 Tage", sagt Allgemeinmediziner Malik Böttcher zur Grippewelle.

Bis Ende Januar starben 559 Menschen in Folge von Influenza, nahezu alle von ihnen waren 60 Jahre oder älter. Internistin Angela Schweizer aus Kirchheim unter Teck berichtet, dass sie auch mehr junge Menschen behandelt hat:

Wir hatten viele junge Patienten mit schweren Symptomen, wirklich 40 Grad Fieber über mehrere Tage, die waren echt platt. Das kannten wir die Jahre davor nicht so.

Angela Schweizer, Internistin

Auch die Krankenhäuser füllten sich in den vergangenen Wochen immer mehr mit Influenza-Erkrankten: Ungefähr dreimal so viele Patient*innen wie in den Vorjahren seien auf der Normal- und Intensivstation im Klinikum Stuttgart behandelt worden, sagt der Infektiologe Andreas Lienig.

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Neue Virus-Variante im Umlauf

Besonders ist in diesem Jahr auch die neue Virus-Variante: Die sogenannte "Subklade K" des schon bekannten H3N2-Virusstammes dominiert die aktuelle Grippewelle. Sie ist laut Andreas Lienig auch für den früheren Beginn verantwortlich.

Weil die Unterart neu ist, würden die im Körper bereits vorhandenen Antikörper nicht so gut passen, erklärt der Infektiologe. "Die Variante ist ansteckender als sonst und in der Gesamtbevölkerung herrscht auch weniger Immunität vor." Gefährlicher sei der Subtyp aber nicht.

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Wie gut wirkt der Impfstoff?

Das veränderte Virus führte auch beim Impfstoff zu Unsicherheiten: Wie jedes Jahr wurde er zwar für die neue Saison angepasst. Zu diesem Zeitpunkt war die neue "Subklade K" allerdings noch nicht bekannt. Deshalb bestand die Befürchtung, eine Impfung könnte weniger effektiv vor einer Infektion schützen.

Laut Lienig ist die Wirkung bei leichteren Verläufen zwar geringer, vor schweren Verläufen schütze der Impfstoff aber zuverlässig. Gerade für Risikogruppen lohne sich eine Impfung auch jetzt noch:

Das empfehlen wir, weil wir noch nicht wissen, wie lange sich die Grippewelle noch hinzieht und ob noch eine zweite große Welle kommt. Von daher empfehlen wir auf jeden Fall die Grippeimpfung.

Andreas Lienig, Infektiologe

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Regionale Lieferengpässe beim Impfstoff

In der Hausarztpraxis hätten sie und ihr Team alle Risikopatient*innen rechtzeitig impfen können, sagt Angela Schweizer. Es sei sogar eine "gute Impfsaison" gewesen. Doch in den letzten Wochen hätte es vereinzelt an Impfstoff gefehlt.

Zwischenzeitlich meldete auch das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) regionale Lieferengpässe bei einzelnen Impfstoffen. Der Grund: Weil sich letztes Jahr weniger Menschen impfen ließen, wurde auch für dieses Jahr weniger Impfstoff vorbestellt. Um den zusätzlichen Bedarf zu decken, erteilte das Institut eine Ausnahmegenehmigung: Der Impfstoff Efluelda wird nun auch aus Italien geliefert.

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Der Infektiologe Andreas Lienig sagt aber auch:

Momentan ist es noch zu früh, Entwarnung zu geben. Wir wissen nicht, ob noch eine zweite Welle nachkommt.

Andreas Lienig, Infektiologe

Norea Rüegg arbeitet im ZDF-Landesstudio Baden-Württemberg.

Über dieses Thema berichtete heute in Deutschland am 02.02.2026 ab 14 Uhr.

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