15 Jahre Serien-Premiere:Wie "Game of Thrones" das Fantasy-Genre aufmischte
von Patrick Lipke
Mit Gewalt, Intrigen, Sex und wenig Fantasy flimmerte in den USA am 17. April 2011 die erste Folge der Fantasy-Serie über die Schirme. Eine wegweisende Erfolgsgeschichte begann.
"Game of Thrones" hat das Fantasy-Genre erneuert.
17.04.2026 | 1:45 minGegen Ende der Serie gibt es diese Szene, in der Daenerys Targaryen im Kampf um den "Eisernen Thron" auf ihrem feuerspeienden Drachen über die Hauptstadt Königsmund fliegt und alles in Schutt und Asche legt.
In einer anderen Szene steht Jon Snow, einer der Helden der Serie, vollgespritzt mit blutigem Matsch bei der "Schlacht der Bastarde" vor den Bergen von Getöteten.
"Game of Thrones" zwischen "Herr der Ringe" und "Die Sopranos"
Und bei 73 Folgen in acht Staffeln wird es für Millionen von Anhängern schwierig, sich an alle derartige Szenen zu erinnern. Drastische Darstellungen findet man bei "Game of Thrones" fast überall.
Vor 15 Jahren konnten noch die wenigsten etwas mit dem Titel anfangen. Showrunner David Benioff fasste die Serie kurz zusammen als "Der Herr der Ringe trifft auf die Sopranos" und bezog sich damit auf die epische Tolkien-Verfilmung und die sehr erfolgreiche Mafia-Serie - durchaus selbstbewusst.
Die ZDF-Filmexpertin Anna-Rebekka Helmy empfiehlt die Krimiserie "Blind Sherlock" und die Dokumentation "Die Queen und ich", die Einblicke in das Privatleben der Queen ermöglicht.
14.04.2026 | 6:16 min"Game of Thrones" setzt auf Sex, Intrigen und Macht statt Magie
Das Budget war für die erste Staffel mit geschätzten 60 Millionen US-Dollar für damalige Verhältnisse rekordverdächtig. Außerdem beruhte die Produktion auf der erfolgreichen Buchreihe "Das Lied von Eis und Feuer" von George R.R. Martin.
Viele Gewalt- und Sexszenen waren abgedreht, auch ein Garant für Erfolg. Zusammen mit dem hohen Budget und der vielversprechenden Buchvorlage hatte "Game of Thrones" gute Voraussetzungen für einen Erfolg im Fernsehen.
"Game of Thrones" hat das Fantasy-Genre erneuert
Die Serie hatte einen entscheidenden Vorteil, findet Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger. Sie sei zu einer Zeit gekommen, als dank "Harry Potter" und eben "Herr der Ringe" das Fantasy-Genre sehr populär gewesen sei, jedoch nach neuen Impulsen verlangte. "Im Zentrum steht jeweils das Machtspiel, die Intrigen, die Gewalt - weniger die Magie", sagt Stiglegger.
Man könnte auch sagen, "Game of Thrones" erschloss so das Fantasy-Genre für ein erwachsenes Publikum.
Marcus Stiglegger, Filmwissenschaftler
Eine düstere realistische Welt angelehnt ans Mittelalter, bevölkert mit ambivalenten Charakteren. Kein einfaches "Gut" und "Böse". Dazu verschiedene Handlungsstränge, die sich über viele Folgen und Staffeln ziehen. Das passte damals zu Binge-Watching und der beginnenden Streaming-Ära.
Niemand auf dem fiktiven Kontinent "Westeros" ist vor dem Serientod sicher, auch Helden und Sympathieträger nicht, wie die Enthauptung von Hauptcharakter Ned Stark, Lord von Winterfell, in Folge 9 von Staffel eins zeigt.
Genau diese unberechenbare Schockdramaturgie war damals in dieser Konsequenz neu und frisch. Sie bot Provokation und Anlässe für Fandiskussionen - eine Kultur, die sich parallel etablierte
Marcus Stiglegger, Filmwissenschaftler
Mit dem großen Erfolg der Serie, die in 180 Länder verkauft und mit 59 Auszeichnungen den Emmy-Rekord hält, kamen auch Millionen Fans über Social-Media-Kanäle zusammen und diskutierten Folge für Folge.
Fans protestierten dagegen, wie "Game of Thrones" endete
Insbesondere, wie das Serien-Ende 2019 aussehen könnte und wer auf dem "Eisernen Thron" sitzen wird, sorgte für zum Teil heftige Diskussionen. Den Thron schmilzt in der letzten Folge Drache Drogon einfach ein und eine Wahldemokratie wird etabliert.
Viele Fans fanden dieses Serien-Ende sogar so enttäuschend, dass sie in einer Petition einen Neudreh forderten. Diese Petition blieb aber erfolglos.
Zwei Spin-Off-Serien eifern "Game of Thrones" nach
Aktuell laufen Spin-Off-Serien, die zeitlich vor "Game of Thrones" angesiedelt sind. "House of the Dragon" folgt der Strategie der Originalserie. Die dritte Staffel soll angeblich noch dieses Jahr kommen. Filmexperte Stiglegger sieht insbesondere in der Spin-Off-Serie "A Knight of the Seven Kingdoms" Potenzial:
"Die Serie nimmt den realistischen Ansatz aus neuem Winkel wieder auf und erzählt vor allem ein hartes Ritterabenteuer, deutlich auf Identifikation angelegt", sagt Marcus Stiglegger.
Fantasy tritt noch weiter in den Hintergrund. Das könnte funktionieren.
Marcus Stiglegger, Filmwissenschaftler
Dass jedoch eine der beiden Serien an das kulturelle Phänomen der Originalserie anknüpfen kann, bezweifelt der Filmwissenschaftler.
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Das weckte bei vielen Fans die Hoffnung auf ein zufriedenstellendes neues Ende wenigstens in Buchform. Der Verlag dementierte umgehend. Die Aufregung zeigt aber, wie sehr die Fans auf eine Fortsetzung hoffen. Dann vielleicht mit einem für Fans versöhnlicheren Ende.
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