Schillerndes Leben einer Rocklegende:"Exzess liegt in meiner Natur": Zum 80. von Freddie Mercury
Eine einzigartige, gewaltige Stimme, ein extravaganter Lebensstil - Freddie Mercury liebte das Besondere. Nicht nur als Frontmann von "Queen". Heute wäre er 80 Jahre alt geworden.
Wie wurde Farrokh Bulsara zur Ikone Freddie Mercury? "aspekte" folgt dem Lebensweg des Queen-Sängers von Sansibar bis Montreux und fragt, wie das Einwandererkind einer der größten Popstars wurde.
22.08.2026 | 42:59 minOb er glaube, dass er in den Himmel kommen werde, fragt ein Moderator. "Nein, das möchte ich nicht", antwortet Freddie Mercury mit verschmitztem Lächeln. "Die Hölle ist viel besser. Denken Sie an die interessanten Menschen, die man dort unten treffen wird." Bloß keine Langeweile! Wenn er seinen bevorstehenden 80. Geburtstag noch erlebt hätte, kann man sich den Musiker auch in diesem Alter nur so vorstellen: unkonventionell, unerschrocken, extravagant.
Götterbote "Mercury" als Künstlername
Dabei war dieser Weg nicht abzusehen, als Farrokh Bulsara am 5. September 1946 als Sohn eines Beamten auf Sansibar geboren wurde. Zunächst änderte er als Teenager seinen Vornamen in Freddie. 1964 floh die Familie vor der Revolution nach Großbritannien. Als Grafikdesign-Student lernte Freddie den Gitarristen Brian May und den Schlagzeuger Roger Taylor kennen. 1970 schlossen sie sich unter dem Namen Queen zusammen, ein Jahr später waren sie mit Bassist John Deacon komplett.
Er war eine Musiklegende, einer der größten Rockstars des 20. Jahrhunderts: Freddie Mercury, Frontmann der Kultband "Queen". Was machte ihn als Person aus und wie wurde er zur Rocklegende?
20.04.2025 | 43:19 minFreddie änderte auch seinen Nachnamen: Nach Aussagen von Wegbegleitern geht er auf den Götterboten Merkur zurück, laut May schlüpfte Freddie damit endgültig in eine neue Haut:
Für die Öffentlichkeit wollte er ein Gott sein.
Weggefährten Freddie Mercurys
Anhaltende Faszination für Queen
Viele Queen-Songs blieben unsterblich. Die Erfolgsgeschichte der Band dauert an - dank ihrer Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern, dank eines Musicals und des oscar-gekrönten Biopics "Bohemian Rhapsody" (2018). Viele Lieder hört man anders, wenn man das innere Ringen Freddies mit sich selbst vor Augen hat.
"Bohemian Rhapsody" prägt weit mehr als nur eine Generation. Monatelang perfektionierte Freddie Mercury das Meisterwerk in seinem Londoner Apartment, bis es ab Oktober 1975 die Massen begeisterte.
30.10.2025 | 3:56 minAls "liebenswert jungenhaft" habe sie Mercury erlebt, schreibt seine Biografin Lesley-Ann Jones. Auch Zeitgenossen berichten von dem Kontrast zwischen dem Entertainer, der mit seiner grandiosen Stimme, den extravaganten Bühnenoutfits und der Fähigkeit, die Massen in seinen Bann zu ziehen, überlebensgroß schien - und jenem "Fred", der im Alltag eher schüchtern gewesen sein soll und anfangs selten lächelte, weil er sich für seinen Überbiss schämte.
Sein Idol Jimi Hendrix bewunderte er nicht nur für dessen Virtuosität an der Gitarre, sondern auch für die Bühnenpräsenz.
Er war, wie ich auch sein wollte.
Freddie Mercury über Jimmy Hendrix
So kam es: Zählt Hendrix zu den Legenden der 60er-Jahre, so prägten Mercury und Queen die 70er und die 80er. Ihr Auftritt beim Live-Aid-Konzert im Sommer 1985 zugunsten Afrikas gilt als einer der besten Gigs aller Zeiten.
"Werft meine Überreste in den See"
Als schillernd nahmen den Frontmann manche auch wegen seiner Bisexualität wahr. Für ein Familienleben sah er sich nicht geschaffen. "Exzess liegt in meiner Natur", sagte er einmal - und spielte damit nicht nur auf Bühnenshows an.
Queen-Gitarrist Brian May überreichte Regisseur Ridley Scott in London die renommierte "Stephen-Hawking-Medaille". Die Auszeichnung ehrt Persönlichkeiten, die Wissenschaft durch Kunst vermitteln.
25.08.2026 | 0:35 minMercury wollte nicht als "prominentes Aids-Opfer" in die Geschichte eingehen - eine Herausforderung, da Aids als Krankheit erst kurz vor seiner Infektion bekanntgeworden war. Am Tag vor seinem Tod machte er die Erkrankung öffentlich. Er starb am 24. November 1991.
"Werft einfach meine Überreste in den See, wenn es mal so weit ist", soll er gesagt haben. Am Genfersee in der Schweiz, an den er damals dachte, steht heute ein riesiges Denkmal. Wo sich Mercurys tatsächliche Ruhestätte befindet, bleibt weiter ein wohl gehütetes Geheimnis.
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