Kongo: Mehr als 3.000 Tote durch Ebola

Lebensbedrohliche Krankheit:Kongo: Mehr als 3.000 Tote durch Ebola

|

In der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der Ebola-Toten auf 3.007 gestiegen. Das teilten die Gesundheitsbehörden des zentralafrikanischen Landes mit.

Menschen in Schutzkleidung bereiten sich darauf vor, ein Sarg in ein Grab zu senken, aufgenommen am 18.08.2026

In der Demokratischen Republik Kongo sind seit Mitte Mai mehr als 3.000 Menschen am Ebola-Virus gestorben. Besonders gefährdet sind kleine Kinder. Trotzdem hat jetzt das neue Schuljahr begonnen.

02.09.2026 | 1:17 min

In der Demokratischen Republik Kongo sind bereits mehr als 3.000 Menschen an Ebola gestorben. Seit der offiziellen Bekanntgabe des Ausbruchs Mitte Mai seien 3.007 Todesfälle durch die hochansteckende Infektionskrankheit bestätigt worden, berichteten die Gesundheitsbehörden des zentralafrikanischen Landes.In diesem Zeitraum sind den Angaben zufolge insgesamt 6.186 Ebola-Fälle bestätigt worden.

Derzeit werden 830 Menschen mit Ebola behandelt oder sind in Isolation, 1.409 Ebola-Patientinnen und -Patienten gelten als genesen. Die Sterbefallquote beträgt 48,6 Prozent - das heißt, fast jeder zweite Patient stirbt. Besonders hoch ist dabei der Anteil kleiner Kinder.

Lebensbedrohliches Fieber

Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.

Seit Anfang Juli läuft die klinische Testung zweier antiviraler Therapieverfahren. Vermutungen, der Bundibugyo-Erreger könne mutiert sein, haben sich nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC nicht bestätigt.

Der Impfstoff gegen die Ebola-Epidemie ist in Kongo eingetroffen

Um gegen die Ebola-Epidemie im Kongo vorzugehen, hat das Land die ersten 16.000 Dosen Impfstoff erhalten. Die Wirksamkeit gegen den aktuellen Ebola-Stamm ist noch nicht nachgewiesen.

22.08.2026 | 0:19 min

Hoffnung auf Impfstoff

Hoffnung macht den Betroffenen und dem Personal in den Kliniken die Bereitstellung von 70.000 Dosen des Impfstoffs Ervebo - bisher sind mehr als 16.000 Impfdosen eingetroffen. Der Stoff ist für den Einsatz bei Ausbrüchen der Ebola-Viruskrankheit (früher Zaire-Ebolavirus genannt) zugelassen und empfohlen.

Nach Angaben der Institution Africa CDC sollen 20.000 Dosen für eine klinische Phase-III-Studie zur Untersuchung der Wirkung des Impfstoffs auf das Bundibugyo-Virus sowie 50.000 Dosen für medizinisches Fachpersonal und andere Einsatzkräfte eingesetzt werden. Für die Studie gab es inzwischen erste Impfungen.

Anwohner waschen sich am 19.05.2026 in Goma, Demokratische Republik Kongo (DRK), unter Anleitung von medizinischem Personal die Hände.

Der Ebola-Ausbruch im Kongo besorgt Menschen weltweit, in sozialen Netzwerken kursieren bereits Verschwörungserzählungen. Experten sehen jedoch keine globale Pandemiegefahr.

21.05.2026 | 1:25 min

Studie soll neue Erkenntnisse liefern

Noch ist nicht bekannt, ob Ervebo Menschen vor dem Bundibugyo-Virus schützt. Erste Labor- und Tierversuchsdaten deuten jedoch auf einen möglichen Schutz hin. Die klinische Studie soll wichtige neue Erkenntnisse liefern.

Grafik, Karte, Ituri, Demokratische Republik Kongo, Uganda

Grafik, Karte, Ituri, Demokratische Republik Kongo, Uganda

Quelle: ZDF

Der 17. im Kongo verzeichnete Ebola-Ausbruch war in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes aufgetreten. Inzwischen ist das Fieber in sechs Provinzen des zentralafrikanischen Landes aufgetreten, das von der Fläche das zweitgrößte Land Afrikas ist. Von Ituri aus waren Krankheitsfälle ins Nachbarland Uganda eingeschleppt worden, wo es aber seit Wochen keine neuen Fälle gibt.

Demokratische Republik Kongo: Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens besprüht einen Kollegen mit Desinfektionsmittel.

Mit mehr als 2.300 Todesfällen ist die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo die tödlichste in der Geschichte des Landes. Die Sterblichkeitsrate sei auf jetzt 46 Prozent gestiegen.

17.08.2026 | 0:24 min

Inzwischen wurde der Ausbruch in Uganda für beendet erklärt. Dennoch herrscht Sorge vor einer Ausbreitung in die Nachbarländer. Dies gilt vor allem für den Südsudan - der ebenfalls an Ituri grenzt - und die Zentralafrikanische Republik, die zu den ärmsten Ländern der Welt gehören und nur über ein schwaches Gesundheitssystem verfügen.

Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.


Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF am 02.08.2026 in dem Beitrag "Kongo: Schulstart trotz Ebola" ab 11:20 Uhr.

Mehr zum Ebola-Ausbruch

  1. Berlin: Ein Schild mit der Aufschrift «Sperrgebiet Infektionsgefahr - Zutritt verboten!» ist auf dem Charité-Gelände an einem Zaun angebracht.

    Auf Bitten der USA:Ebola-Patient in Berliner Charité aufgenommen

    mit Video0:19

  2. Ein Gesundheitsbeamter in Uganda misst die Körpertemperatur eines Reisenden mithilfe eines kontaktlosen Infrarotthermometers, aufgenommen am 18.05.2026

    Virus-Ausbruch im Kongo und Uganda:Ebola-Epidemie: WHO beruft Notfall-Ausschuss ein

    mit Video0:26

  3. Mitarbeiter des CBCA-Virunga-Krankenhauses bereiten nach offiziellen Bekanntgaben in Goma am 17. Mai 2026 Räume für mögliche Ebola-Verdachtsfälle vor.
    Interview

  4. Uganda Ebola

    "Außergewöhnlichen Ereignis":WHO schlägt Alarm wegen Ebola-Ausbruch in Zentralafrika

    mit Video0:31

  5. Gesundheitsmitarbeiter werden mit Desinfektionsmittel besprüht, aufgenommen am 25.05.2026 in in Bunia im Osten der Demokratischen Republik Kongo

    Nachrichten | Thema:Das Ebola-Virus