Hitzewelle geht weiter: Wo der Wetterdienst warnt

Wo in Deutschland warnt der DWD vor Hitze? In unseren Karten können Sie die Wetterwarnungen bei Ihnen vor Ort live verfolgen.
Die Hitzewelle hat Deutschland fest im Griff. Am Wochenende erreicht sie laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ihren Höhepunkt mit bis zu 42 Grad. Zugleich drohen heftige Gewitter.
Früher waren die Sommer weniger heiß und anstrengend. Das Gefühl teilen viele, doch Erinnerungen und Wetterdaten sind nicht dasselbe. Miriam Hantzsche und Arta Ramadani mit einem Faktencheck.
26.06.2026 | 2:32 min
Wo in Deutschland warnt der DWD vor Hitze? In unseren Karten können Sie die Wetterwarnungen bei Ihnen vor Ort live verfolgen.
Abkühlung versprechen die Meteorologen erst zum Start in die neue Woche. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, steigen die Temperaturen im Tagesverlauf auf Werte von bis zu 41 Grad an. Lokal seien auch 42 Grad nicht ausgeschlossen. Noch vor 12 Uhr am Mittag berichtete eine DWD-Sprecherin bereits hohe Werte. Um 11.45 Uhr seien es bereits 36,0 Grad im niedersächsischen Faßberg oder auch 36,3 Grad in Röllbach in Unterfranken, sagte sie der dpa. Etwas kühler ist es den Angaben zufolge nur im äußersten Norden des Landes.
Nach einem Großeinsatz von Rettungskräften in einem Altenheim in Krefeld werden Rufe nach einem besseren Hitzeschutz in Pflege- und Seniorenheimen laut. "Wieder leiden viele der 800.000 Pflegeheimbewohner unter den extremen Temperaturen", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, am Samstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
In Dormagen sind wegen gefährlicher Hitze-Entwicklung zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims aus dem Gebäude gebracht und medizinisch versorgt worden. In der Nacht sei ein Bewohner gestorben, ob die Hitze ursächlich war, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Stadt im Rhein-Neuss-Kreis auf dpa-Anfrage. Man habe sich am Morgen zu umfassenden vorsorglichen Maßnahmen entschieden.
Angesichts der Extremtemperaturen ruft die Klimaschutzbewegung Fridays for Future am Sonntagabend in Berlin-Mitte zu einer "Hitze-Demonstration" auf. Die Demonstration im Invalidenpark soll erst um 21 Uhr stattfinden, "um Teilnehmende nicht zu gefährden", teilte Fridays for Future Berlin am Samstag mit.
Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband wirft der Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vor. Trotz jahrelanger Ankündigungen fehlten Taten.
Mit der Aktion "Cooling Cologne" sorgen die Stadt Köln und Rhein-Energie auch in diesem Sommer wieder für Abkühlung an besonders belasteten Orten. Den Auftakt machte am Donnerstag der Rudolfplatz, wo Schläuche einen kühlenden Wassernebel versprühen. Am Freitag folgt dort von 13 bis 17 Uhr die nächste Runde.

Quelle: ddp/Panama Pictures
Die vergangene Nacht ist nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes nicht die wärmste Nacht in Deutschland seit Beginn der Messungen gewesen. Eine Temperatur von 26,7 Grad sei in Bad Bergzabern erst am Samstagmorgen gegen 8.00 Uhr gemessen worden, sagte ein DWD-Sprecher. Damit sei kein Rekord für die Nacht aufgestellt worden.
Ausgerechnet an diesem Samstag ist Siebenschläfertag. Laut Bauernregeln soll sich am 27. Juni entscheiden, wie das Wetter in den nächsten sieben Wochen wird. Diesmal wird es der Vorhersage zufolge ein sehr heißer Tag, der Deutschland womöglich sogar Rekordhitze bringt.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) zeigt sich allerdings gelassen. Bauernregeln seien zwar interessant, doch wissenschaftlich nicht belegt, wie DWD-Meteorologin Jacqueline Kernn sagt. "Die Aussage kann stimmen, muss aber nicht." Für den weiteren Sommerverlauf sei jedenfalls nicht das Wetter an einem einzelnen Tag ausschlaggebend. Es werde auch nicht sieben Wochen derart heiß bleiben wie für den Samstag erwartet.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat die Bürger wegen der Hitze dringend zum Wassersparen aufgerufen und notfalls Verbote ins Spiel gebracht. "Bei dieser Hitze appelliere ich dringend an den gesunden Menschenverstand, in den kommenden Tagen bitte ganz besonders sparsam mit dem kostbaren Wasser umzugehen", sagte Hauptgeschäftsführer André Berghegger der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagsausgabe).
Die Städte in Deutschland können laut Umweltbundesamt (UBA) einiges tun gegen Hitze. "Hitzeschutz in Städten muss zur Daueraufgabe werden. Wir brauchen Hitzeaktionspläne, die Zuständigkeiten und den Schutz besonders gefährdeter Gruppen regeln", sagte UBA-Präsident Dirk Messner der Deutschen Presse-Agentur. "Mit mehr Stadtbäumen, zusätzlicher Verschattung und der Entsiegelung von Flächen können wir die Temperaturen in den Städten aktiv senken und die Bildung von Hitzeinseln reduzieren."
Nach dem Temperaturrekord in Deutschland mit 41,3 Grad sind die nächsten Höchstwerte schon in Sicht. Für das Wochenende sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) den Höhepunkt der Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 42 Grad vorher, zudem drohen heftige Gewitter.
Heute werden nachmittags und abends an der Nordseeküste sowie vom westlichen Mittelgebirgsraum bis in den Nordosten lokale kräftige Gewitter und Unwetter erwartet. Auch für Sonntag sind gebietsweise teils schwere Gewitter mit erhöhter Unwettergefahr angekündigt. Laut DWD drohen Sturmböen, heftiger Starkregen und großer Hagel. In der Nacht zum Montag werden erneut schwere Gewitter mit Starkregen erwartet.
Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat der Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vorgeworfen. "Die Bundesregierung lässt die Praxen beim Hitzeschutz im Stich", sagt die Verbandsvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". "Den jahrelangen Ankündigungen, man werde das Thema Hitzeschutz endlich priorisieren, sind keine Taten gefolgt."
Auch die deutschen Flüsse sind von der Hitze betroffen: Die Gewässertemperaturen an Rhein und Mosel haben mittlerweile die 27-Grad-Marke erreicht, die Saar wird diese Marke voraussichtlich am Wochenende erreichen. Das Land löste die zweite Warnstufe eines Handlungs- und Informationskonzepts bei hohen Wassertemperaturen aus. Das vierstufige Warnsystem sieht insbesondere auch Einschränkungen für Firmen vor, die Wasser in die Flüsse einleiten.
Früher waren die Sommer weniger heiß und anstrengend. Das Gefühl teilen viele, doch Erinnerungen und Wetterdaten sind nicht dasselbe. Miriam Hantzsche und Arta Ramadani mit einem Faktencheck bei Experten.
Der blaue Planet wird mehr und mehr zum Hitzeball. Kreative Gegenmaßnahmen sind gefragt. Umfangreiche Präventionsprogramme, mehr Begrünung und mehr Wasser in der Stadt sind dabei nur einige Ideen.
ZDF-Reporter Thomas Münten berichtet vom Public Viewing in Dortmund, mit "nur noch" 34 Grad am Abend - und noch einigen Fans, die sich vor die Tür getraut haben.
Jede Menge Wasserstationen, abgesagte Veranstaltungen und eine geschlossene Reichtstags-Kuppel: In Berlin erzählen Touristen und Einwohner, wie sie die hohen Temperaturen in der Hauptstadt aushalten und wie sie sich kühl halten.
Wegen starker Hitze sind die beiden Reaktoren des Schweizer Atomkraftwerkes Beznau in der Nähe zur deutschen Grenze heruntergefahren worden. Damit solle ein weiterer Temperaturanstieg der Aare, mit deren Wasser die Reaktoren gekühlt werden, verhindert werden, teilte der Energiekonzern Axpo mit. Sowohl am Donnerstag als auch am Freitag habe die Wassertemperatur 25 Grad betragen.
Ein acht Jahre alter Junge ist nach etwa zweistündiger Suche tot aus einem Badesee in Isernhagen bei Hannover geborgen worden. Das Kind habe sich den ersten Hinweisen zufolge im Wasser aufgehalten und sei dann nicht mehr zu sehen gewesen, teilte die Polizei am Nachmittag mit. Am Abend bestätigte die Polizei den Tod des Jungen. Rund 60 Einsatzkräfte waren nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr Isernhagen an der Suche beteiligt, unter anderem mit einem Polizeihubschrauber und einem Sonarboot, um den Grund des Sees zu erkunden. Freiwillige Helfer und Einsatzkräfte bildeten eine Menschenkette, um das Wasser systematisch abzusuchen. Doch erst nach etwa zwei Stunden wurde der Junge von Tauchern gefunden.