Ganztägige Sperrung wegen Demo:Brenner-Blockade am Samstag: Was das für Urlauber bedeutet
Über den Brenner nach Südtirol oder zum Gardasee? Keine gute Idee an diesem Samstag. Wegen einer Demonstration gegen die Verkehrsflut ist der Pass stundenlang komplett gesperrt.
Morgen wird die Brennerautobahn zwischen der Mautstation Schönberg in Österreich und der Grenze nach Italien gesperrt. Es wird ein Verkehrschaos erwartet, das sich bis nach Deutschland auswirkt.
29.05.2026 | 2:51 minWegen einer Demonstration wird der Brenner am 30. Mai gesperrt.
- Auf österreichischer Seite ist von 11 Uhr bis 19 Uhr für Autos und Motorräder kein Durchkommen.
- Auf italienischer Seite gilt die Sperre von 10.30 Uhr bis 20 Uhr.
- Lkw können bereits einige Stunden zuvor nicht mehr über den Alpen-Pass.
Nicht nur die Autobahn A13, sondern auch die Bundesstraße B 182 und Nebenstrecken (L 38 Ellbögener Straße) sind für den Transitverkehr zu.
Worum geht es und was bedeutet die Blockade für Urlauber? Wichtige Fragen und Antworten:
Was sind die Gründe für den Protest?
Der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger, hat den Protest initiiert. Viele der 15.000 Bewohner des Wipptales leiden unter Lärm, Feinstaub und Beeinträchtigungen durch Staus.
Rund elf Millionen Autos und etwa 2,5 Millionen Lastwagen haben 2025 laut Autobahnbetreiber Asfinag die Autobahn benutzt. Bei den Lkw beträgt der Zuwachs seit 2010 rund 40 Prozent. Seit die Brennerautobahn in den 1960er Jahren in Betrieb genommen wurde, hat sich das Verkehrsaufkommen fast versiebenfacht.
Warum lässt die Justiz die Demonstration zu?
Während bisherige Demos wegen eines drohenden Verkehrskollapses nicht genehmigt wurden, weicht das Landesverwaltungsgericht Tirol in seinem Urteil ab. "Eine Untersagung der Demonstration gegen eine hohe Verkehrsbelastung mit einer hohen Verkehrsbelastung zu begründen, führt im Grunde die Versammlungsfreiheit ad absurdum", heißt es in dem Richterspruch.
Es sei schließlich Sinn der Versammlungs- und Meinungsfreiheit aufzurütteln und zu provozieren - dies könne auch für die Allgemeinheit unangenehm sein.
Mit welchen Behinderungen ist am Brenner zu rechnen?
In dem Zeitraum passieren normalerweise Zehntausende Fahrzeuge den Brenner. Zudem fällt die Blockade mitten in die Pfingstferien von Bayern und Baden-Württemberg sowie ans Ferienende in Sachsen-Anhalt. Die Behörden in Tirol, aber auch in Deutschland bereiten sich auf eine außergewöhnliche Verkehrslage vor. Sie empfehlen dringend, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.
Bereits an den Landesgrenzen werden Fahrzeuge kontrolliert und Fahrer informiert. Sollte es zu einem Verkehrskollaps kommen, droht eine Dosierung des Verkehrs. Auch vor und nach der Sperre dürfte es zu erheblichen Staus kommen.
Der ADAC in München teilte am Freitag mit, wegen der drohenden Sperrung habe sich der Verkehr schon am frühen Morgen auf der Strecke in Richtung Süden gestaut.
Kommt wirklich gar keiner durch?
In der betroffenen Region ist jeglicher Transitverkehr in dem Zeitraum verboten.
Erlaubt ist aber sogenannter Ziel- und Quellverkehr. Wer also in einem Ort ein Hotel gebucht hat und das nachweisen kann, darf die Sperre passieren. Radfahrer dürfen die Landstraße zum Brenner benutzen.
Wie reagieren Urlauber?
Touristen in Südtirol passen nach Angaben des Hoteliers- und Gastwirteverbands ihren Urlaub an die Lage an. Demnach haben viele ihre Buchungen um einen Tag vor oder einen Tag nach hinten verschoben. Die Menschen versuchten, die Sperre am Samstag zu umgehen.
Welche Alternativen gibt es für Reisende?
Für den 30. Mai und auch sonst gibt es auf der Fahrt nach Südtirol und anderen Zielen in Italien zumindest auf dem Papier Alternativen zum Brenner. Dazu zählen der Reschenpass, das Timmelsjoch in Österreich, der Gotthardtunnel und der San-Bernardino-Tunnel in der Schweiz. Der Nachteil: Fast alle diese Routen sind deutlich mühsamer und dauern länger.
Eine Alternative könnte der Zug sein - er braucht von Innsbruck bis nach Franzensfeste auf der italienischen Seite etwa 80 Minuten. Das soll erst ab 2032 deutlich schneller werden, wenn der Brenner-Basistunnel voraussichtlich in Betrieb geht. Dann soll die Fahrtzeit für die Strecke nur noch 25 Minuten dauern.
Österreich und Italien graben am Brennerpass für die weltweit längste unterirdische Eisenbahnverbindung. Der Zugtunnel soll den Reiseverkehr ab 2032 auf die Schiene bringen.
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