Nachfolger von Georg Bätzing:Hildesheimer Bischof Wilmer neuer Chef der Bischofskonferenz
Die Deutsche Bischofskonferenz hat einen neuen Vorsitzenden: der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer. Die 64-Jährige gilt als Unterstützer des Synodalen Wegs.
Der Bischof Heiner Wilmer ist zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt worden. Sein Vorgänger Bätzing stand nicht erneut zur Wahl, die im Hinblick auf Reformen als richtungsweisend gilt.
24.02.2026 | 0:20 minDer Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer ist zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Die katholischen Bischöfe bestimmten den 64-Jährigen bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Würzburg zum Nachfolger des Limburger Bischofs Georg Bätzing, der das Amt sechs Jahre lang innehatte.
Wilmer gilt als Befürworter von Reformprozess
Wilmer steht seit 2018 an der Spitze des Bistums Hildesheim in Niedersachsen. Der Ordensmann aus dem Emsland gilt zwischen Konservativen und Reformern als Vermittler, der auf Beteiligung und Dialog setzt. Bundesweit profilierte sich Wilmer zuletzt mit gesellschaftspolitischen Stellungnahmen, etwa zu Demokratie, Sozialstaat und Klimaschutz.
In der Bischofskonferenz leitete er bisher die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Wilmer zählt zu den Unterstützern des innerkirchlichen Reformprozesses, dem sogenannten Synodalen Weg.
Der Limburger Bischof Georg Bätzing wird im Februar den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz abgeben. Nach sechs Jahren stehe er nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung.
19.01.2026 | 0:15 minWilmer nach seiner Wahl: "Die katholische Kirche ist attraktiv
Wilmer sagte nach seiner Wahl, der Glaube sei "eine Quelle von Kraft". Es gehe ihm darum, das Evangelium zu verkünden. Die katholische Kirche habe eine schwere Krise hinter sich, sagte Wilmer mit Blick auf den Missbrauchsskandal. Kirche sei aber für viele Menschen ein wichtiger Anker. "Die katholische Kirche ist attraktiv", erklärte Wilmer.
Der neue Chef der Bischofskonferenz äußerte zum vierten Jahrestag des Ukraine-Kriegs Solidarität mit den Menschen in dem Land. "Wir schauen heute am Jahrestag des russischen Angriffs auf eine Welt, die nach Frieden ruft - im Namen Gottes, dieser Krieg braucht ein Ende, jetzt."
Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer ist neuer Chef der Deutschen Bischofskonferenz.
Quelle: ImagoEvangelische Kirche begrüßt Wahl von Wilmer
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) würdigte die Wahl von Wilmer als positives Zeichen für innerkirchliche Zusammenarbeit und Veränderungen. Sie kenne Wilmer als einen "aufgeschlossenen, klugen und weltgewandten Gesprächspartner", dem daran liege, "Strukturreformen und geistliche Erneuerung miteinander zu verbinden", erklärte die EKD-Ratsvorsitzende, Bischöfin Kirsten Fehrs.
Das lasse sie "mit großer Zuversicht auf die zukünftige ökumenische Zusammenarbeit schauen".
Viele Menschen fühlen sich ihrer Kirche weniger verbunden als früher. Bei der Deutschen Bischofskonferenz geht es auch darum, wie die Kirche Menschen besser erreichen kann.
22.09.2025 | 1:48 minWilmer knüpfte enge Kontakte in den Vatikan
Mit 19 Jahren trat Wilmer in den Orden der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) ein. Er studierte Theologie und weitere Geisteswissenschaften in Freiburg, Paris und Rom.
Der promovierte Theologe arbeitete zeitweise als Lehrer in der New Yorker Bronx, leitete später das ordenseigene Gymnasium in Handrup im Emsland und wurde 2007 Provinzial der deutschen Ordensprovinz. 2015 wechselte er nach Rom, wo er als Generaloberer die weltweite Leitung des Ordens übernahm und enge Kontakte in den Vatikan knüpfte.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Limburger Bischof Georg Bätzing ruft zu mehr Gemeinsinn und Dialog auf. „Wir müssen mehr zusammenhalten“, so Bätzing.
23.12.2025 | 5:03 minGesicht der katholischen Kirche in Deutschland
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz gilt als Gesicht der katholischen Kirche in Deutschland. Er vertritt die Kirche nach außen, ist Ansprechpartner für die Politik und auch erster Ansprechpartner für den Papst. Allerdings muss sich jeder Vorsitzende an die Beschlüsse der Gremien der Bischofskonferenz halten - inhaltliche Alleingänge bei strittigen Themen sind nicht möglich.
In den vergangenen sechs Jahren gab es in der Amtszeit Bätzings wiederholte Kontroversen mit dem Vatikan über den sogenannten Synodalen Weg, den Reformprozess der deutschen Kirche. Rom warf unter dem verstorbenen Papst Franziskus der deutschen Kirche zwischenzeitlich Spaltungstendenzen vor. Als eine wichtige Aufgabe des neuen Vorsitzenden gilt, das seit der Wahl von Papst Leo XIV. im vergangenen Jahr bereits entspanntere Verhältnis zum Vatikan weiter zu normalisieren.
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