Bischofskonferenz sucht Krisenmanager mit Beziehungen zum Vatikan

Bischofskonferenz wählt Vorsitzenden:Gesucht: Krisenmanager mit guten Beziehungen zum Vatikan

Jürgen Erbacher, ZDF-Redaktion Kirche und Leben

von Jürgen Erbacher

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Die Deutsche Bischofskonferenz wählt einen neuen Vorsitzenden. Es braucht einen Brückenbauer zwischen Reformern und Bewahrern, zwischen Rom und Deutschland.

Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz beten beim Eröffnungsgottesdienst der Herbstvollversammlung in Wiesbaden, Hessen, am 25.09.2023.

Wen wählt die Deutsche Bischofskonferenz zu ihrem neuen Vorsitzenden?

Quelle: dpa

Bischof Georg Bätzing stellt sich nach einer Amtszeit nicht mehr zur Wahl als Vorsitzender der Bischofskonferenz. Lange hielt er sich eine erneute Kandidatur offen. Erst Mitte Januar winkte er ab.

Offiziell führt er die lange Amtszeit von sechs Jahren an. Er wäre am Ende der zweiten Amtszeit 70 Jahre alt und das Amt koste viel Kraft. Allerdings war nicht klar, ob Bätzing erneut die Mehrheit der knapp 60 Bischöfe hinter sich würde versammeln können. Sowohl bei Reformern als auch bei konservativen gab es Unmut über seine Amtsführung.

Thomas Söding (l-r), Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), und Bischof Michael Gerber nehmen an einer Pressekonferenz der Synodalversammlung des Synodalen Wegs der katholischen Kirche teil.

Vor gut sechs Jahren startete das Reformprojekt zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland. Ab heute zieht die letzte Synodalversammlung in Stuttgart drei Tage Bilanz.

29.01.2026 | 2:45 min

Erfolg von Bätzing: Synodalen Weg abgeschlossen

Ein Erfolg Bätzings ist, dass er den Reformprozess Synodaler Weg gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken ohne größere Unfälle ins Ziel brachte. Selbstbewusst trug Bätzing im Vatikan die Reformwünsche der Mehrheit der deutschen Katholikinnen und Katholiken vor wie etwa die Weihe von Frauen zu Diakoninnen. Das brachte ihm große Sympathien unter den Gläubigen, rief zugleich aber den Widerstand konservativer Bischöfe auf den Plan.

Die bisweilen wenig diplomatische Art, mit der er auf dem vatikanischen Parkett agierte, führte allerdings auch bei den Reformbefürwortern zu Unmut. Ein Verdienst Bätzings ist es, dass die Bischofskonferenz klare Kante zeigt gegenüber völkisch nationalistischen Ideen in der Politik und im Februar 2024 in einer Erklärung feststellte, dass rechtsextreme Parteien wie die AfD für Christen nicht wählbar sind.

Pilger und Gläubige halten ein Kruzifix, als sie zum Petersdom im Vatikan kommen, um die Heilige Pforte am letzten Tag ihrer offiziellen Öffnung zu durchschreiten.

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Deutsche Bischofskonferenz ist gespalten

Nicht gelungen ist es Bätzing, die Spaltung innerhalb der Bischofskonferenz zu überwinden. Eine kleine Gruppe von Bischöfen um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und den Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer verweigert sich bis heute den Reformbemühungen der Mehrheit der Bischöfe und Laien im Land. Immer wieder versuchen sie, auch über die Bande Vatikan, Sand ins Getriebe der Veränderungsprozesse zu streuen.

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Eine der wichtigsten Aufgaben des Nachfolgers Bätzings ist es, hier Brücken zu bauen. Papst Leo XIV. machte deutlich, dass er Bewegung auf beiden Seiten der Bischofskonferenz erwarte. Der neue Vorsitzende wird zudem weiter an Reformen bei den Strukturen aber auch in der Theologie arbeiten müssen sowie an der konsequenten Aufarbeitung des Missbrauchsskandals.

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Macht des Vorsitzenden der Bischofskonferenz begrenzt

Allerdings ist die Macht des Vorsitzenden begrenzt. Auch wenn er nach außen das Gesicht der katholischen Kirche in Deutschland ist, hat er intern wenig Macht, keine Richtlinienkompetenz. Er ist eher Moderator, "primus inter pares", der um Mehrheiten werben oder diese durch diplomatisches Geschick erreichen muss. Dabei ist es wichtig, in enger Abstimmung mit dem Vatikan zu handeln, damit Kritiker nicht weiter Widerstand über die römische Bande spielen können. Dazu wird er mehr Präsenz in Rom zeigen müssen, als das bei Bätzing der Fall war.

Kandidaten gibt es bei der Wahl des Vorsitzenden nicht, auch keine Personaldebatte. Am Dienstagmorgen wird nach einer Aussprache über das Profil des neuen Vorsitzenden direkt abgestimmt. In den ersten beiden Wahlgängen braucht es eine Zweidrittelmehrheit, danach reicht die einfache Mehrheit.

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Welche Namen für die Bätzing-Nachfolge gehandelt werden

Fünf Namen werden immer wieder genannt, darunter der Paderborner Erzbischof Udo Bentz, der ehemals Sekretär des langjährigen Vorsitzenden Kardinal Karl Lehmann war, sowie der Hildesheimer Heiner Wilmer, der gut im Vatikan vernetzt ist und viele Sprachen spricht.

Der Trierer Stefan Ackermann bewies als langjähriger Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz, dass er kritische Situation meistern kann. Würzburgs Oberhirte Franz Jung führt seit Jahren mit Geschick den Verband der Diözesen Deutschlands, den Rechts- und Finanzträger der Bischofskonferenz. Peter Kohlgraf aus Mainz steht als Leiter der Pastoralkommission der Bischofskonferenz für eine reformorientierte Kirche an der Seite der Menschen. Ob wirklich einer der fünf das Rennen macht, ist allerdings offen.

Jürgen Erbacher ist Leiter ZDF-Redaktion Religion und Leben.

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Über dieses Thema berichtete ZDFheute im "Ausblick für Montag, 23. Februar 2026" am 22.02.2026 um 21:30 Uhr.

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