Donau-Niedrigwasser: Rumänien schaltet AKW Cernavoda komplett ab

Wegen Niedrigwasser an der Donau:Rumänien schaltet Kernkraftwerk Cernavoda vollständig ab

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Rumänien muss sein einziges Atomkraftwerk komplett vom Netz nehmen. Wegen des zu niedrigen Wasserstands an der Donau fehlt dem Kraftwerk Cernavoda ausreichend Kühlwasser.

AKW Cernavoda

Das AKW Cernavoda muss wegen des niedrigen Pegelstands in der Donau vollständig abgeschaltet werden.

Quelle: AFP

Wegen anhaltenden Niedrigwassers an der Donau schaltet Rumänien sein einziges Kernkraftwerk Cernavoda ganz ab. Wie das Energieministerium nach Angaben der Nachrichtenagentur Mediafax mitteilte, wird auch der zweite Reaktor heruntergefahren, nachdem Ende Juli bereits der erste Reaktorblock wegen mangelnden Kühlwassers abgeschaltet worden war.

Die Totalabschaltung sollte laut Mitteilung im Laufe des Vormittags abgeschlossen sein. Das Atomkraftwerk liegt im Osten des Landes an einem Donau-Arm und produziert normalerweise 20 Prozent des rumänischen Strombedarfs. Es bezieht sein gesamtes Kühlwasser aus dem Fluss.

Niedrigwasser der Donau in Rumänien

Der extrem niedrige Wasserstand in der Donau gefährdet die Kühlung des Kernkraftwerks Cernavoda. Die rumänische Marine sprengte daher einen Felsen in dem Fluss bei Izvoarele.

03.08.2026 | 0:53 min

Stromzufuhr für Industrie könnte gedrosselt werden

Schlimmstenfalls werde die Stromzufuhr für Großverbraucher aus der Industrie eingeschränkt, sagte Cristian Busoi, Staatssekretär im Energieministerium nach Angaben von Mediafax. Dies erlaubt eine erst kürzlich erlassene Regierungsverordnung.

Für die Bevölkerung werde dies keine Folgen haben. Früheren Berichten zufolge verhandle Rumänien mit den Nachbarländern Ukraine und Bulgarien über Strom-Importe.

Wasserumleitung durch Felsen-Sprengung reicht nicht

Erst vor zehn Tagen hatte Rumänien versucht, durch die Sprengung eines Felsens in der Donau mehr Wasser nach Cernavoda zu leiten. An einer Gabelung zweier Donau-Arme, 50 Kilometer flussaufwärts nahe dem Ort Izvoarele hatte die Armee den Felsen detoniert, sodass mehr Wasser in den Donauarm floss, der Cernavoda versorgt.

Niedrigwasser in der Donau bei Dunaszekcso erfordert vermutlich Abschaltunge eines Atomkraftwerks

Auch das ungarische Atomkraftwerk "Paks" braucht das Wasser der Donau zum Kühlen. Ein Drittel von Ungarns Strombedarf hängt daran. Noch läuft der Betrieb, doch der Wasserstand sinkt.

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Geröll in vier Lastkähnen wurde zudem dann an einer anderen Stelle am Ufer versenkt, um den Wasserzufluss besser zu steuern. Danach stieg der Wasserstand bei Cernavoda geringfügig, so dass der Betrieb des zweiten Reaktors um einige Tage verlängert werden konnte, erklärte Verteidigungsminister Radu Miruta. Doch zur längerfristigen Versorgung des Kernkraftwerks mit Wasser reichte diese Operation nicht aus.

Das AKW Cernavoda produziert jährlich etwa 10 Millionen Megawattstunden Strom. Der erste Reaktor vom kanadischen Typ CANDU ging 1996 ans Netz, der zweite im Jahr 2007.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 03.08.2026 um 14:30 Uhr.

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