Wettlauf gegen die Dürre:AKW in Gefahr: Rumänien sprengt Donau-Felsen
Wegen der Dürre sprengt Rumäniens Armee einen Felsen in der Donau, um Kühlwasser zum AKW Cernavoda zu leiten. Sinkt der Pegel weiter, muss das Kraftwerk schon Donnerstag vom Netz.
Rumäniens Armee sprengt einen Felsen im Flussbett, um Kühlwasser zum AKW Cernavoda umzuleiten.
Quelle: dpaUm mehr Wasser zum Kernkraftwerk Cernavoda zu leiten, hat Rumäniens Armee im Bett eines Donau-Arms einen Felsen gesprengt. Das AKW bezieht sein gesamtes Kühlwasser aus der Donau, deren Wasserstand dramatisch gesunken ist. Das Kraftwerk droht in Ermangelung von Kühlwasser abgeschaltet werden zu müssen.
Im Bett eines Donau-Arms bei Izvoarele, etwa 50 Kilometer flussaufwärts von Cernavoda sprengten Soldaten den durch die Dürre freigelegten Felsen. Dessen Trümmer sollen binnen zwei Tagen mit Lastkähnen an eine bestimmte Stelle in einem Donau-Arm gebracht und versenkt werden, um dort den Wasserstand zu erhöhen, so dass mehr Wasser zum AKW Cernavoda im Osten des Landes gelangt.
Niedrigwasser in der Donau führt zum Herunterfahren des einzigen Atomkraftwerks Ungarns. Es versorgt etwa die Hälfte des Landes mit Strom, zu seiner Kühlung wird Donauwasser genutzt.
03.08.2026 | 1:47 minVollständige Abschaltung des AKW droht
Verteidigungsminister Radu Miruta bezeichnete die Sprengung als Erfolg. Man hoffe, dass diese dem AKW genügend Wasser bringen werde. Sicher sei in jedem Fall, dass dadurch die Donau-Schifffahrt erleichtert werde. Seit 30 Jahren habe die Armee erfolglos versucht, diesen Felsen in der Donau zu beseitigen. Sollte diese teilweise Fluss-Umleitung scheitern, müsse das AKW spätestens an diesem Donnerstag ganz abgeschaltet werden, sagte der Minister weiter.
Bereits vergangene Woche war einer der zwei Reaktoren in Cernavoda wegen Kühlwassermangels heruntergefahren worden. Zunächst hatten die Behörden auch die Abschaltung des zweiten Reaktorblocks erwogen, dies aber schlussendlich unterlassen und die Umleitung von Donauwasser beschlossen.
Laut aktuellem Bericht erwärmt sich der Kontinent doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Rekordwerte bei Waldbränden, Dürren und die Meereserwärmung sind einige der Folgen.
29.04.2026 | 1:37 minDoch nicht nur Rumänien schlägt Alarm. Mehrere Länder in Ost- und Zentraleuropa stehen angesichts eines Wassermangels in der Donau kurz vor einer Energiekrise. In der ungarischen Hauptstadt Budapest betrug der Wasserstand wegen andauernder Dürre und extremer Hitzewellen am Montag nur etwa zehn Zentimeter - so niedrig wie noch nie. Deshalb muss das einzige Atomkraftwerk Ungarns, die Anlage Paks, womöglich erstmals seit 44 Jahren komplett abgeschaltet werden.
Wasserstand dürfte weiter sinken
Die Donau führt derzeit nur ein Drittel der Wassermenge, die durchschnittlich in dieser Jahreszeit gemessen wurde. Es wird erwartet, dass der Wasserstand in den nächsten Tagen weiter sinkt.
Das AKW Cernavoda produziert jährlich etwa 10 Millionen Megawattstunden Strom und somit 20 Prozent des rumänischen Bedarfs. Der erste Reaktor vom kanadischen Typ CANDU ging 1996 ans Netz, der zweite im Jahr 2007.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zum Thema Dürre
Wasserstände von Flüssen sinken:Niedrigwasser der Donau: Ungarn schaltet AKW aus
mit Video0:20- Grafiken
Monitor zum Bodenzustand:Dürre in Deutschland: So ist die aktuelle Lage
von Luisa Billmayer Historisches Niedrigwasser:Rheinpegel erreicht in Köln neuen Tiefststand
mit Video1:40Studie zu Klimawandel in Europa:Warum Europas Böden schneller austrocknen
mit Video0:28