Update am Morgen:Haben Merkel oder Trump Chancen auf den Friedensnobelpreis?
von Dominik Rzepka
Guten Morgen,
55 Jahre ist es her, dass zuletzt ein Deutscher den Friedensnobelpreis bekommen hat. 1971 gewann ihn der damalige Bundeskanzler Willy Brandt von der SPD für seine Ostpolitik, die Aussöhnung zwischen Ost und West.
Und heute? Gewinnt "Emergency Response Rooms", ein Netzwerk im Sudan, wo Freiwillige Hilfe leisten im Bürgerkrieg? Oder der Internationale Gerichtshof in Den Haag? Klima-Aktivistin Greta Thunberg? Oder Angela Merkel?
Die Ex-Kanzlerin galt 2015 wegen ihrer Flüchtlingspolitik als Favoritin. Das gilt sie in diesem Jahr allerdings nicht, sagt Susanne Buckley-Zistel, Professorin für Friedens- und Konfliktforschung an der Uni Marburg.
Angela Merkel wäre meines Erachtens keine besonders vielversprechende Kandidatin, nicht zuletzt, weil es gegenwärtig brennendere Themen gibt, die stärker ins Rampenlicht gehören.
Susanne Buckley-Zistel, Universität Marburg
Inzwischen stünden andere Themen im Fokus. Grundrechte wie die Pressefreiheit zum Beispiel. Und Menschenrechte wie Gesundheit und Umwelt.
Ähnlich sieht das auch Frederik Schissler vom Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF). Eine Auszeichnung Merkels würde mit einem Muster brechen, das sich in den vergangenen Jahren deutlich gezeigt habe. Wenn der Preis an Einzelpersonen gehe, dann eher an Journalist:innen, Menschenrechtsaktivist:innen und Oppositionspolitiker:innen in autoritären Systemen.
Darin spiegelt sich auch eine Weltlage, in der Demokratie zunehmend unter Druck steht. Das Komitee nutzt den Preis, um diejenigen zu stärken, die sich diesem Druck entgegenstellen, oft unter hohem persönlichem Risiko.
Fredrik Schissler, PRIF
Letzteres würde vielleicht auch bedeuten, dass US-Präsident Donald Trump kein Favorit im engeren Sinn wäre. Obwohl er das anders sieht. Es sei eine "große Schmach", ihm den Preis bisher nicht verliehen zu haben, sagte Trump diese Woche. "Ob ich ihn nun bekomme oder nicht - ich habe weitaus mehr geleistet."
Herrlich bescheiden.
Herzliche Grüße aus Berlin
Dominik Rzepka, Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio.
ZDFheute Update am Morgen:Der schnelle Nachrichtenüberblick zum Start in den Tag
Kein Nachrichtenstress, keine Informationslücken: Die wichtigsten Themen des Tages, sorgfältig ausgewählt und verständlich erklärt – als Newsletter.Was heute noch wichtig ist
EU-Finanzminister treffen sich // Bekanntgabe des Friedensnobelpreises erwartet // Gedenktag an 9. Oktober in Halle
09.10.2026 | 0:58 minEU-Finanzminister beraten in Luxemburg: Bei ihrer Zusammenkunft in Luxemburg wollen sich die EU-Finanzminister heute auf neue Regeln etwa für die Finanzmarktaufsicht verständigen. Darüber hinaus sprechen die Ressortchefs über die Wettbewerbsfähigkeit des Bankensektors und über Möglichkeiten zu einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne auf EU-Ebene.
Gedenken an Terroranschlag in Halle: Die Stadt gedenkt der Opfer des antisemitisch und rassistisch motivierten Terroranschlags auf die Synagoge am 9. Oktober 2019. Erwartet wird auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze.
Sportlich in den Tag
Deutschland vs. Australien: Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat sich Australien zum ersten Stresstest in der WM-Saison ausgesucht, um vor allem körperlich voll auf die Probe gestellt zu werden. So richtig gute Erinnerungen hat Christian Wück ja nicht an Karlsruhe. Seine ebenso lehrreiche wie verletzungsreiche Zeit, wie Wück sie nannte, soll aber keine Rolle spielen, wenn die DFB-Frauen das Testspiel gegen Australien in Karlsruhe (Freitag 20:30 Uhr live im ZDF) absolvieren. Es ist der erste Gradmesser im langen Vorlauf auf die WM 2027 in Brasilien.
Abschied von Messi: Nach 208 Spielen verlässt Lionel Messi die argentinische Nationalmannschaft. Sein Weg zum Nationalhelden war nicht immer leicht, doch zum Abschied verneigt sich ein ganzes Land:
ZDF-Sportstudio vom 08.10.2026 um 18:14 Uhr.
08.10.2026 | 16:17 minZahl des Tages
Für 1,3 Milliarden Euro hat Google im Jahr 2006 die Video-Plattform Youtube gekauft. Obwohl Youtube damals gerade mal 19 Monate alt war, verzeichnete das Videoportal damals schon 100 Millionen Aufrufe am Tag. Gegründet wurde es von drei ehemaligen Paypal-Mitarbeitern - übrigens zuerst als Dating-Plattform. Das am meisten geschaute Video ist heutzutage der "Baby Shark Dance".
Gesagt
Ahoi, ahoi!
Alexander Graham Bell zu seinem Assistenten Thomas Watson
So begann das erste Ferngespräch über eine Telegrafenleitung am 9. Oktober 1876, heute vor 150 Jahren. Erfinder Alexander Graham Bell saß in seinem Labor in Boston, während sein Assistent Thomas Watson im rund zwei Meilen entfernten Cambridge den Anruf entgegennahm.
Doch zunächst funktionierte der Anschluss nicht - erst nachdem Watson ein Bauteil aus dem Stromkreis entfernt hatte, kam Bells Anruf durch. Vor lauter Freude sprachen die beiden laut Aufzeichnungen Watsons bis weit nach Mitternacht miteinander. Für den Lärm soll es am nächsten Morgen auch noch Ärger mit der Vermieterin des Labors gegeben haben.
Weitere Schlagzeilen
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08.10.2026 | 2:03 minWenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.
So wird das Wetter heute
Am Freitag ist es im Süden freundlich mit längerem Sonnenschein. Auch im Osten gibt es anfangs noch einige Auflockerungen. Sonst ist es meist stark bewölkt und von Nordwesten her beginnt es zu regnen. In der Nordhälfte bläst ein starker Südwestwind mit Sturmböen. Die Temperaturen erreichen 10 bis 17 Grad.
Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie jederzeit auf unserer Übersichtsseite.
Quelle: ZDF
Zusammengestellt von Anna Grösch
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