Schwerere Krankheitsverläufe:Studie: Starkes Übergewicht erhöht Risiko für Infektionen
Wer stark übergewichtig ist, erkrankt bei Infektionen deutlich schwerer. Eine Analyse von 540.000 Patientendaten zeigt, wie stark das Risiko für Adipositas-Patienten steigt.
Menschen mit starkem Übergewicht haben ein drastisch erhöhtes Risiko, bei Infektionen einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden - bis hin zum Tod. Das zeigt eine aktuelle Studie.
10.02.2026 | 0:33 minMenschen mit starkem Übergewicht haben ein drastisch erhöhtes Risiko, bei Infektionen einen schweren Krankheitsverlauf bis hin zum Tod zu erleiden. Das geht aus einer Analyse der Gesundheitsdaten von mehr als 540.000 Patienten in Großbritannien und Finnland hervor.
Während leichtes Übergewicht das Risiko nur wenig steigen lässt, liegt es bei Menschen mit Adipositas der Kategorie 3 rund dreimal so hoch wie bei Normalgewichtigen.
Die Studie einer Gruppe um Mika Kivimäki vom University College London und Solja Nyberg von der University of Helsinki ist im Fachjournal "The Lancet" erschienen.
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Ausgangspunkt für die Studie waren Beobachtungen vor einigen Jahren: "Studien während der Covid-19-Pandemie zeigten, dass übergewichtige Personen ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf einer Sars-Cov-2-Infektion hatten, was sich in vermehrten Krankenhausaufenthalten und einer höheren Sterblichkeit widerspiegelte", schreibt das Team.
Allerdings sei nicht klar gewesen, ob dies auch für andere Infektionskrankheiten gelte. Das Team nutzte Gesundheitsdaten aus zwei finnischen Datenbanken sowie der britischen "UK Biobank". Die Analyse ergab:
- Leichtes Übergewicht ließ das Risiko von schweren bis hin zu tödlichen Infektionsverläufen um 10 (Finnland) beziehungsweise 13 Prozent (Großbritannien) steigen.
- Bei Adipositas der Kategorie 1 (Body-Mass-Index 30 bis 34,9) lag das Risiko bereits um 47 (Finnland) und 53 Prozent (Großbritannien) höher als bei Normalgewichtigen.
- Adipositas der Kategorie 3 (Body-Mass-Index ab 40) führte zu einem 2,69-fach (Finnland) und 3,07-fach (Großbritannien) erhöhten Risiko.
Andere Faktoren wie Geschlecht, Alter oder sozioökonomischer Status, beeinflussten dieses Ergebnis kaum.
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Kivimäki wird in einer Mitteilung von "The Lancet" zitiert:
Es ist plausibel, dass Adipositas die Fähigkeit des Immunsystems schwächt, sich gegen infektiöse Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze zu verteidigen, was zu schwereren Krankheitsverläufen führen kann.
Mika Kivimäki, University College London
Die Gründe könnten Faktoren sein, die mit Adipositas einhergehen, etwa ein nährstoffreiches Milieu, das das Überleben von Mikroorganismen begünstigt, sowie Insulinresistenz, Überzuckerung und chronische leichte Entzündungen. Die Studienautoren schreiben jedoch auch, dass die genauen Gründe für den Zusammenhang aus den Daten nicht hervorgehen.
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Die Studienautoren warnen, dass sich die Situation in den kommenden Jahren verschärfen könne:
Da die Adipositasraten weltweit voraussichtlich steigen werden, wird auch die Zahl der Todesfälle und Krankenhausaufenthalte aufgrund von mit Adipositas verbundenen Infektionskrankheiten zunehmen.
Solja Nyberg von der University of Helsinki
Um das Risiko schwerer Infektionen sowie anderer mit Adipositas verbundener Gesundheitsprobleme zu reduzieren, bestehe ein dringender Bedarf an Maßnahmen, die Menschen dabei unterstützen, gesund zu bleiben und Gewicht zu reduzieren, betont die Forscherin.
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